Aline
| 2004-03-28 20:16 3054 | Ihr Lieben, wer auch immer es liest...
heute ist wieder einer der Tage, an denen ich meine, mich wieder "hinten an die Schlange gestellt zu haben" - weil ich es "musste". Sinnbildlich kommt es mir wirklich so vor, als hätte ich nun so viel Geduld gehabt, so viel Zeit investiert, dass ich nun endlich im Laden ´dran komme und sagen kann: Ich möchte ... drei Scheiben Käse! oder was auch immer ... Aber nein: Dann kommt wieder jmd. und sagt: Nein, du bist nicht ´dran, stell dich nach hinten und warte wieder. Neue Chance, neues Glück ... Es ist grotesk. Ich kann das bald nicht mehr. Und was mich erschreckt: Früher waren noch Tränen da zum Ausdruck der Trauer. Mittlerweile ist alles nur noch leer. Einerseits meine ich, durch die Thera. mehr Kontakt zu mir bekommen zu haben, besser Grenzen ziehen zu können, besser für mich zu sorgen. Andererseits scheine ich mich weiter von mir zu etnfernen, nur weiß ich nicht wohin. Ist das nun gewonnene Stärke? Abstand zu der ganzen Sch... *sorry* oder die Einsamkeit, die Resignation pur? Auf jeden Fall fühle ich mich ´mal wieder so allein und außer meinem Pferd, dass ja leider nicht bei mir auf dem Sofa sitzen kann, habe ich leider keine Katze/Kater mehr. "Nur Tiere sind vertrauenswürdig. Menschen nicht" ... zu diesem Schluss komme ich immer wieder ... auch wenn ich so sehr daran arbeite, irgendwann ´mal anders zu denken (zu fühlen?). Denn nur mit Vertrauen kann Nähe entstehen. Und die wünsche ich mir so sehr. Aber ich vertraue nicht. Und wenn ich dann so "dämlich" bin und den Hauch des Vertrauens zeige, meinem derzeitigen Gegenüber eine Schwäche zeige und auch z.B. ehrlich ´mal sage: "Ich kann nicht mehr..." dann wird das todsicher ausgenutzt. Meine ich ... Und dann wieder das "Hinten-Anstellen", wieder das Denken, dass mich nun seit bald 36 Jahren beherrscht.
Mit meinem neuen Partner habe ich wieder eine neue Chance. Meine/Hoff(t)e ich jedenfalls. Wollte mich eigentlich, nach dem Letzten - der mind. 40x "Schluss gemacht" hat, weil er so sauer auf sich war, dass er mir nicht helfen konnte und im Endeffekt im Bett nicht das lief, was er wollte - auf nichts!!! mehr einlassen. Und dann doch, weil ich doch auch so gerne jmd. haben möchte, der zu mir hält, mich nicht ausnutzt, nicht auf meinen Gefühlen herumtritt, mich nicht verletzt. Auf den ich mich verlassen kann. Um so mehr Nähe entsteht, um so seltsamer werde ich. Und ehrlich: Das muss an mir liegen, dass es immer wieder diesen Verlauf gibt. ... Ich könnte endlos weiter schreiben, weil ich es nicht glauben kann und will. Mir ist irgendwann nur noch schlecht, ich esse zuviel, finde das dann total grässlich. Ich nehme zwar überhaupt nicht zu, was mich wundert. Aber dann finde ich Essen wieder total widerlich und lasse es einfach. - Das soll endlich aufhören. In solchen Momenten muss ich dann noch wie eben eine SMS von einem Bekannten bekommen, der es nicht böse meint, wenn er mir nur irgendeinen netten Spruch schickt. Was weiß ich: Aus Langeweile oder so. Aber ich fühle mich dann wie eingesperrt. Ich will das nicht, will nicht antworten. Dann werde ich richtig panisch und will das am liebsten alles vergessen. Ich will keine Menschen mehr und schon gar keine Männer! Da hilft mir auch nicht meine mittlerweile bitter erkämpfte "Karriere". Mein gesellschaftlicher Status ist z.Zt. ziemlich gut, durch den einen Job auch mit ein wenig "Prominenz" verbunden. Ich dachte, das hilft, aber letzten Endes ist das alles nur billiger Ersatz. Ich möchte nur jmd. haben, vertrauen, Liebe und Nähe haben und guten Gewissens "schwach" sein dürfen.
Sorry, ich habe euch jetzt so negatives Zeug lesen lassen, aber das musste ´raus. Danke !!! Ich schaue hier von Zeit zu Zeit vorbei und denke dann immer: Ich bilde es mir also nicht ein, es gibt so viele von "uns" und das macht einerseits Hoffnung - also damit nicht allein zu sein - aber es macht auch sehr traurig.
Na ja, ich werde das wieder überstehen. Aber zwischen dem, den ich doch gerade erst kurz kenne - und mit dem es eigentlich schön ist (und weil er unfallbedingt 70% schwerbehindert ist, dadurch etwas langsam und motorisch nicht so "auf der Höhe" und dadurch selbst nicht der "Perfekte"... - wie dem auch sei *ich bin soo neben der Spur!* Will sagen: Sie ist wieder da, die mir altbekannte "Kluft", der verhasste Riss, der jetzt - wie immer - immer breiter werden wird. Ich kann es nicht stoppen. Das ist wie eine Lawine ... immer mehr, immer schneller, nicht zu kontrollieren ... Unglaublich! Ich kann diesen Prozess nicht anhalten, geschweige denn umkehren.
Ihr Lieben, ich wünsche euch eine schöne Woche, gutes Wetter und die Kraft, immmer wieder weiter zu machen. Das bleibt einem/uns wohl nicht erspart.
Ganz liebe Grüße! |
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