Deutsche Bürokratie ist gründlich und sehr langsam, der deutsche Amtschimmel schleicht auf verschlungenen Pfaden. Heute habe ich mich erdreistet, nach dem Verbleib und dem Fortschreiten meines Antrages zur Rehabilitation zu fragen und wurde vermittelt und weiterverbunden, habe quer durch D.land telephoniert. Keiner wußte etwas, niemand war zuständig und überhaupt.Wäre ich, sagen wir mal, suizidal oder sowas, wäre es über diese Schleichwege leicht möglich, Therapiekosten zu sparen. Und wie immer, wenn sowas geschieht, denke ich mir, daß alles, worüber man nicht selbst bestimmen kann, immer, wenn man von anderen abhängig ist, die Sachen ( bzw. ich, wäre ich suizidal und besäße ein auto) gegen den Baum fahren. Nachdem ich dem im November gestellten Antrag heute wiedereinmal etwa 45 Minuten hinterher telephoniert hatte, geriet ich an einen pragmatischen Sachbearbeiter an meinem Wohnort, der mir sagte, daß es zwei Möglichkeiten gebe : weitere Wochen zu warten oder einen neuen Antrag zu stellen. Natürlich ist psydoc im Urlaub (er hätte mir irgendein Attest ausstellen sollen damit ich um die möglicherweise drohenden Untersuchungen bei einem Amtsarzt herumkomme) und ich überlegte, ob ein 5 Liter Kanister Benzin (bleifrei) und eine Packung Streichhölzer meinem Begehren den notwendigen Nachdruck zu verleihen im Stande sein würden. Schließlich geht es doch darum, den Sachbearbeitern in einer für sie verständlichen Form die Wünsche des königlichen Kunden näherzubringen.Gerade als ich mich entschieden hatte, welchem multinationalen Konzern ich mein weniges Geld (Euro) in den Rachen stopfen würde, erreichte mich der schicksalhafte Ruf des für mich zuständigen Sachbearbeiters via Telephon. Diese Frohnatur teilte mir mit, sie habe gerade die just in diesem Moment zugestellte Post durchgesehen und meinen Antrag darinnen vorgefunden und mich flugs angerufen, um mir mitzuteilen, daß die Welt wieder in Ordnung sei und ich alsbald voller Vertrauen in eine glückverheißende Zukunft schreiten werde. Vor lauter Freude darüber, mich nicht in einer akuten Notsituation zu befinden, habe ich, König Kunde, beschlossen, dem für mich zuständigen Sachbearbeiter gegenüber Gnade walten zu lassen und mich in den Rang eines Gottes zu erheben, denn vergeben ist göttlich. |