TTRAUMA-Therapie und Kostenübernahme
| 2008-05-01 22:15 3823 | Aufgrund einiger interessierter Nachfragen und zur besseren Erklärung einer unserer Petitions-Punkte:
Die Kasse zahlt Psychoanalytisch begründete Verfahren und Verhaltenstherapie, Punkt.
Alle anderen Therapiemethoden wie z.b.
• Gesprächspsychotherapie • Gestalttherapie • Psychodrama • Paartherapie • Sexualtherapie • Körperbezogene Therapien • Neuropsychologische Behandlung • Transaktionsanalyse • Systemische Therapie • Traumatherapie
sind derzeit nicht als Kassenleistung anerkannt und die Kosten werden nicht,zumindest nicht nicht ohne weiteres,übernommen.
Natürlich, jede der beiden „anerkannten“ Formen der Psychotherapie enthält ein gewisses grundlegendes Handwerkszeug zur Behandlung posttraumatischer Störungen, dennoch hat nicht „automatisch“ jeder dieser, sicherlich hochkompetenten Fachleute spezielle Traumafachkenntnisse oder arbeitet mit speziellen Traumamethoden, besonders nicht für komplex Traumatisierte - obwohl viele Patienten und vielleicht sogar auch Krankenkassen das offensichtlich annehmen. Schön wär's ja,wenn viele, wenn vorallem genügend (!!!) psychologische oder ärztliche Psychotherapeuten mit Approbation eine Spezialisierung in Psychotraumatologie hätten.Darüber wären gerade wir wir mehr als froh,denn dann wüßten wir,wohin wir die vielen verzweifelt Nachfragenden vermitteln könnten.
Es gibt sie ja nicht ohne Grund, die freiwilligen und auch teuren Z U S A T Z - Ausbildungen , die alle namhaften Traumainstitute anbieten – und zwar für : Dipl.-Psychologe/in, Arzt/Ärztin, ap-prob. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in, jeweils mit einer Ausbildung in Psychotherapie mit Selbsterfahrung und der Möglichkeit, eigenständige Traumatherapien durchzuführen (z.B. Approbation oder Heilerlaubnis) Es gibt die Zertifikate: »Psychotraumatologie u. Traumazentrierte Psychotherapie« für approbierte Psychotherapeuten »Psychotraumatologie und Traumatherapie« für nicht-approbierte, jedoch mit Nachweis einer mehrjährigen abgeschlossenen Fortbildung in einem anerkannten Therapie-verfahren mit nachweislicher Selbsterfahrung
-und auch »Psychotraumatologie, Traumaberatung und -Pädagogik« für Sozialpädagogen und andere helfende Berufsgruppen !
Aber wenn Patienten eine spezielle Traumabehandlung suchen,die Liste der von der Kasse vorgeschlagenen zugelassenen Behandler abtelefonieren, dabei gezielt und eigenverantwortlich nach den oben genannten Traumazusatzausbildungen fragen, erhalten sie ganz,ganz häufig ein „nein“. Zum Glück nicht immer , aber dann in der Regel lange...... lange Wartezeiten.....oder unzumutbare Entfernungen.
Es gibt einfach zu wenige, das ist die Tatsache !!!
Für Zusendung von Adressen von kassenzugelassenen Psychotherapeuten mit fundierten Traumazusatzausbildungen - am besten ohne unzumutbar lange Wartezeiten sind wir deshalb jederzeit wirklich mehr als dankbar !
Es gibt aber zusätzliche hervorragend ausgebildete (!) Therapeuten/innen der o.g. nicht zugelassenen Fachrichtungen, die all diese fundierten Traumazusatzausbildungen haben. Und ich rede hier nicht von Laientherapeuten ,die irgendwelche„Crash-Kurse" absolviert haben ...
Hier k ö n n e n die Kassen durchaus die Kosten übernehmen – und einige Kassen tun das auch – und zwar im sog. „Einzelfallentscheid“ und hin und wieder auch ohne großen unnötigen Bürokratismus, ohne mehrmalige Ablehnungen, Widersprüche, Wartezeiten usw. Es geht also !!!! Aber dennoch, die meisten Patienten müssen dafür erstmal kämpfen, richtig hart kämpfen. Nicht wenige fühlen sich durch diese Ohnmachts-Situation übrigens retraumatisiert. und zahlen die Kosten am Ende doch aus eigener Tasche und das müsste nicht unbedingt sein und genau das fordern wir. Wir wollen keinen Kompentenzkampf zwischen verschiedenen Therapierichtungen,wir wollen, dass Traumaopfer schnelle und unbürokratische Therapie oder Beratung bekommen ( evtl. in Form eines Therapie-Schecks von erstmal 25 Stunden) und bei der Wahl des/der Therapeutin oder der Beratungsstelle mitentscheiden dürfen. Immerhin wird ca 80 % der Therapieerfolges von der Wellenlänge zwischen Therapeut und Patient bestimmt.
Dagmar Minor-Püllen Fachberater-Team , Schotterblume |
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