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Gewalt in Partner-Beziehungen


Gewalt in der erwachsenen Beziehung zwischen Mann und Frau - weshalb hier auf unseren Seiten?
Weil wir diese destruktive Art der Beziehung als Folgeerscheinung der Kindheitsgewalt betrachten!

Partner in gewalttätigen Beziehungen finden sich nicht einfach so - durch Zufall.
In solchen Beziehungen tanzen zwei Menschen einen tragisch-magischen Tanz, dessen Tanzschritte beide bereits in ihrer Kindheit gelernt haben.
Egal, ob sie später Täter oder Opfer in der Partnerschaft werden.

Beide wurden – fast immer - bereits in der Kindheit mit Gewalt in irgendeiner Form konfrontiert und geraten später in den Sog.
Wiederholungszwang nach dem Motto:
„Lieber das bekannte Unglück als das unbekannte Glück“




  1. Zusammenfassung zum Thema Gewalt
  2. Gewalt ist gewollt !
  3. Beziehungsgewalt ist männlich und weiblich
  4. Gewaltspirale
  5. Für geprügelte Partner
  6. Für prügelnde Partner
  7. Gefahren bei der Trennung
  8. Bücher zum Thema
  9. Gewaltschutzgesetz



Der gefährlichste Ort ist die Familie,
nicht der dunkle Park!



1. Zusammenfassung zum Thema Gewalt


Gewalt ist NICHT automatisch männlich.
In der Beziehung prügeln genauso viele Frauen wie es Männer tun!!!

Es geht dabei in beiden Fällen nicht wirklich um Ausübung von Macht, sondern um Abwehr von Ohnmacht.

Mann und Frau können sich nicht gewollte Gefühle vom Hals schlagen...
Ich bin nicht der schwache Teil, sondern Du. Ich bin Herr/Frau der Situation, nicht Du.

Gewalt ist ein Angstproblem

Es gibt nicht nur Männer, sondern auch viele Frauen, die keinen kleinsten Funken von Schwäche zugeben wollen und können - davor haben sie entsetzliche Panik.

Gewalt bedeutet: Macht gegen Ohnmacht.

Gewalt-Täter/innen sind NICHT mächtig.

Ich schlage, weil ich mich als Versager, als Versagerin fühle.

Die Ursache der Gewalt liegt in inneren und äußeren Faktoren.

In der Gewalt zeigt sich die Problematik eines beschädigten Selbstbewusstseins, eines negativen Selbstbilds (durchzieht die Gewaltforschung wie ein roter Faden).

Dieses beschädigte Selbst entsteht durch Traumata – Trennungssituationen und ganz besonders durch Kindheits-Defizite in sehr frühen Jahren.

Gewalt ist EINE Möglichkeit, wie sich ein beschädigtes Selbst ausdrücken kann.
Eine andere Möglichkeit ist psychosomatische Reaktionsbildung (Depression usw.)

Gewalt ist nicht vererbt, sondern erlernt

Verbindung zur erlittenen oder miterlebten Gewalt in der Kindheit:
spätere Gewalt hat, wie gesagt, nichts mit Vererbung zu tun, sondern mit Weitergeben der nicht erlösten alten Qual, mit Reinszenieren, um einen anderen Ausgang zu finden als damals, um einen Verarbeitungsversuch als Kind erlittener Gewalt.

Sozialisation beeinflusst das Erlernte.

das soziale Umfeld, das lehrt, dass Aggression in Form von Gewalt ausgelebt wird, ist doch bei Schwesterchen genau das gleiche wie bei Brüderchen...


Gewalt kommt nicht aus heiterem Himmel.

Gewalt und Alkohol stehen in keinem direkten Zusammenhang.
Nicht der Geist aus der Flasche hat zugeschlagen.
Männer und Frauen trinken, um hinterher dem Alkohol die Schuld geben zu können.

Nicht soziale Indikatoren (beengte Wohnverhältnisse, finanzielle Probleme) sind die ursprüngliche Ursache der Gewalt.

Gewalt sind keine eskalierten Aggressionen.

Aggressionen werden verbal ausgetragen - bei der Gewalthandlung redet der Täter/die Täterin nicht, er/sie schlägt.

Täter/innen sind meist eher aggressions-gehemmt, haben nicht gelernt, mit Frustrationen umzugehen, nicht gelernt, über Gefühle zu reden.

Auch verbale Gewalt ist ernstzunehmende Gewalt!

Stalking, häufige Folge einer Trennung, ist Psychische Gewalt, ist Psychoterror.

Vergewaltigung ist sexualisierte Gewalt, meist mit dem Penis als Tatwaffe.

Eine Vergewaltigung bezweckt einzig und allein die Erniedrigung der Frau.
Die Dampfkessel-Theorie, in dem „es“ sich aufstaut dient oft als Entschuldigung.
Für Täter und Opfer steht die Verletzung der Würde an erster Stelle.



2. Gewalt ist gewollt !


Gewalt ist ein willentlicher selbst zu verantwortender Akt!

Gewalt ist eine bewusste vorsätzliche Entscheidung. In dem Moment, in dem der gewalttätige Mensch schlägt, muss er ausholen und dann entscheidet er bewusst, zuzuschlagen. Es kommt nicht einfach über ihn, es passiert nicht einfach so.

Eine Hand rutscht nicht von alleine aus!

Niemand schlägt ohne Absicht zu.
Gewalthandlungen als Kurzschlusshandlungen zu beschreiben ist eine Verharmlosung der Gewalt. NACH der Entscheidung kommt es u.U. zu affekthaftem und unkontrolliertem Verhalten, in dem jegliche Beherrschung ausgeschaltet war. Aber VORHER hatte er die Wahl.

Menschen, die ihren Partner prügeln, sind außerhalb des Hauses in der Regel nicht gewalttätig.
Gewalt hängt häufig mit dem Anforderungen an sich und den Partner zusammen.
Deshalb wird der Mensch geschlagen, den man am meisten liebt, aber dem man deswegen auch am meisten zumutet.
Sie sind auch nicht unbedingt nur gewalttätig oder gewalttätiger unter Alkoholeinfluss.
Dieses Vorurteil hat nicht selten fatale Konsequenzen. Besonders Männer betrinken sich dann, UM enthemmter zuschlagen zu können und gröber zu misshandeln.
Sie wissen, dass sie alkoholisiert nicht im selben Maße zur Verantwortung gezogen werden. Sogar vor Gericht dürfen sie auf Strafminderung hoffen.
Frauen brauchen den Alkohol nicht vorzuschieben, sie wissen genau, der geprügelte Mann wird sich kaum jemandem anvertrauen, aus Scham - und wenn doch, wird ihm in aller Regel sowieso niemand glauben.

Sie wird durch das Klischee geschützt: Mann Täter – Frau Opfer.

Der gewalttätige Mensch WILL zwar schlagen, aber weshalb er es wirklich tut, weiß er eigentlich nicht, über die Absicht ist er sich nicht im Klaren.
Egal was vorher war, es ist SEINE Hand, die zugeschlagen hat.
Die Ursache aber wird bei anderen gesucht. Er hat sich nur gewehrt.

Körperverletzung wird immer noch geringer bestraft als Eigentumsdelikte!



3. Beziehungsgewalt ist männlich und weiblich


Und er kam zu dem Ergebnis:
Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil, so schließt er messerscharf,
nicht sein kann, was nicht sein darf.
(Christian Morgenstern)


Beziehungsgewalt ist sowohl männlich wie weiblich. Alleine die Ursachen zu kennen, ändert nichts daran. Nur mit fachlicher Hilfe können diese tiefverwurzelten Verhaltensmuster aufgelöst werden.

Mehrere Umfragen haben es an den Tag gebracht, Männer sind genauso häufig Opfer von Beziehungsgewalt wie es Frauen sind.

Es wird behauptet, dass das Selbstbestätigungs- und Gleichberechtigungsstreben von Frauen einen wesentlichen Stellenwert für deren Gewaltbereitschaft habe.
Anlass empirischer Untersuchungen zur Frauenkriminalität war z.B. auch, dass man sich durch ihre Erklärung Aufschluss erhoffte über die Entstehung von männlicher Kriminalität. Diese Hoffnung hat sich bis heute allerdings nicht erfüllt. Kriminalität als soziales Phänomen, sowohl in der männlichen als auch in der weiblichen Ausprägung, ist noch immer erst in Ansätzen erklärbar.
In der Gewaltbereitschaft weiblicher und männlicher Jugendlicher zeigen sich bei den untersuchten gewaltauffälligen Gruppen keine Unterschiede - Mädchen und junge Frauen äußern sich zu Konfliktsituationen nicht nachsichtiger oder vermittelnder als Jungen und junge Männer. Aber auch Aussagen zu geschlechtsspezifischen Unterschieden beim konkreten Vorgehen in Auseinandersetzungen, z.B. „Mädchen (oder Jungen) sind in Schlägereien brutaler", lassen sich auf der Basis der Untersuchungsergebnisse in dieser Einfachheit nicht treffen: zum einen wegen der ungleichgewichtigen Informationen bei weiblichen und männlichen Jugendlichen zu Gewaltsituationen, zum anderen, weil die Jugendlichen nicht immer gleich, sondern situations- und personendifferent agieren. Beispiele für ein brutales Vorgehen und für schwere Verletzungen der Opfer finden sich bei beiden Geschlechtern, so dass - unabhängig von Häufigkeitsverteilungen - der Schluss gezogen werden kann, dass es nicht ausschließlich Jungen, sondern auch Mädchen gibt, die außerordentlich aggressiv auftreten. Diese Aussage gewinnt vor allem vor dem Hintergrund von Tabuisierungen und Geschlechtsrollenstereotypisierungen an Aussagekraft, die am Bild des „friedlichen" Mädchens festhalten, und stellt darüber hinaus die „Legendenbildung" durch eine mediale Berichterstattung in Frage, nach der Mädchen, wenn sie zuschlagen, brutaler zuschlagen als Jungen.
Gewalttätige Frauen stellen in unserer Gesellschaft ein Tabu dar, weil sie nebst Recht und Moral auch Geschlechterrollenmuster verletzen und dem Bild der braven, angepassten, friedliebenden und vor allem häuslichen Frau widersprechen.
Theorien über die spezifisch weibliche Delinquenz von Mädchen und Frauen aus einer geschlechtsspezifischen Sichtweise fehlen im deutschen Sprachraum.

Erklärungsansätze richteten sich bisher primär auf die Herausarbeitung typisch weiblicher und männlicher Sozialisations- und Lebensbedingungen.
Im Mittelpunkt steht die Annahme, dass Gewalttätigkeit einhergeht mit Gefühlen der Überforderung angesichts zunehmender Handlungsoptionen bei gleichzeitigem Verlust emotionaler Unterstützung und fehlenden Ressourcen zur Realisierung sozialer Chancen. Aus einer geschlechterdifferenzierten Sicht leiten sich Desintegrationserfahrungen und Verunsicherungsgefühle bei Mädchen und Frauen aus Beschränkungen bei der Realisierung von Lebenschancen ab, denen Ungleichzeitigkeiten in den gesellschaftlichen Entwicklungen und geschlechtsspezifische Diskriminierungen im Produktions- wie Reproduktionsbereich zugrunde liegen. Es gibt die Hypothese, dass derartige Desintegrationserfahrungen und Verunsicherungsgefühle eng mit gewalttätigem Verhalten sowie gewaltaffinen und gewaltbereiten Einstellungen verknüpft sind.
Nie mehr Opfer: Man kann vermuten, dass das Anstreben von Respekt durch eine abschreckende Wirkung als Schutzmechanismus vor Angriffen eingesetzt wird. Um dem Risiko zu begegnen, Opfer von Übergriffen von fremden oder bekannten – bzw. verwandten – Männern zu werden, wenden die Frauen eine Einschüchterungsstrategie an.

Warum gehen geschlagene Männer nicht?
Auf die Frage, warum es den Männern so schwer falle, die Gewaltbeziehung zu beenden: „Männer sind oft emotional stark abhängig von ihren Partnerinnen. Sie können sich als Mann gegen die Partnerin genauso wenig wehren wie als Junge gegen die Mutter. Sie kommen viel schlechter allein zurecht, weshalb sie bei einer Trennung viel häufiger zu trinken anfangen oder sich umbringen. Aber immer wieder muss man daran denken: Niemand glaubt diesen Männern, sie werden ausgelacht."
Auch in meiner Praxis gaben die Männer an, sie verlassen ihre gewalttätige Partnerin nicht, weil sie nicht alleine sein wollen und Verlustängste haben, weil sie sich abhängig fühlen, die Partnerin brauchen und trotz allem lieben.
Ein wichtiger Grund sind oft auch die Kinder. Männer ahnen, dass sie schlechte Karten haben bei späteren Sorgerechts-Streitigkeiten. Bisher kenne ich noch keinen Richter, der einem Mann das Sorgerecht für die Kinder zugesprochen hat, weil er von seiner Frau geprügelt wurde.
Umgekehrt schon – und das auch, ohne dass ein Beweis erbracht werden musste.
Das verstehe ICH nicht unter Emanzipation!

Und dennoch...

auch wenn Männer u n d Frauen ihre Partner prügeln, so tun sie es doch beide in der Regel „anders“.
Vor Gericht wurde vor einiger Zeit z.B. eine schwere Körperverletzung in der Beziehung verhandelt, bei der ein Bär von Mann viele Stunden auf dem Brustkorb seiner Frau kniete. Ihre Arme hatte er wie in einem Schraubstock eingeklemmt. Er schlug der vollkommen bewegungsunfähigen Frau immer und immer wieder seine Fäuste ins Gesicht und auf den Kopf, wie gesagt - stundenlang... bis sie nicht mehr aussah wie ein menschliches Wesen.
Da die Schreie der Frau gehört wurden, konnte sie gerettet werden. Sie würde sonst heute vermutlich nicht mehr leben. Der Mann selbst sagte später „ich habe sie nicht geprügelt, ich habe sie gefoltert“. Wenn er eines richtig erkannt hat, dann das.

Und hier erlebe ich auch immer wieder den Unterschied. „So“ prügelt keine Frau!
Zumindest ist mir noch kein solcher oder ähnlicher Fall wie der oben geschilderte begegnet.



4. Gewaltspirale


„Du sollst so werden, wie ich Dich will,
vergessen, wer Du wirklich bist,
und Du darfst vor allem nicht merken,
wer ich bin.“



Folter

Das Gesicht im Spiegel kann unmöglich das meine sein.
ich möchte vor grauenhaftem Entsetzen laut schrei'n.
Doch kein Ton traut sich aus meiner geschockten Seele raus.
Sie will das nicht fassen, will nicht versteh'n.
Wie kann dieses unkenntliche Wesen jemals wieder wie früher ausseh'n?
Aus einem unförmigen Fleischklumpen starren mich blauunterlaufene,
blutig verschwollene Augen ohne jedes Leben ungläubig an,
denn mich folterte nicht irgendein fremder Mann.
Ausgerechnet der, der behauptet, mich zu lieben, hat mir das angetan.


Nüchterne Statistik:


Ich spreche hier in diesem Artikel speziell von der Gewalt gegen Frauen, möchte aber noch mal betonen, dass bei der sog. häusliche Gewalt auch der Mann das Opfer sein kann und die Hintergründe und Verknüpfungen ganz ähnlich sind.

4 mal mehr läuft eine Frau Gefahr, von ihrem Lebensgefährten zusammengeschlagen zu werden, als von einem Fremden und 6 von 10 getöteten Frauen fallen ihrem Lebensgefährten zum Opfer, nicht einem Fremden.
Jede dritte Frau begegnet in ihrem Leben einem Mann, der sie klein kriegen will, mit allen Mitteln.
Nach Schätzungen werden pro Jahr 4 Millionen Frauen von ihren Partnern misshandelt. Alle 17 Sekunden schlägt in unserem Land ein Mann seine Partnerin und spätestens alle 2 Minuten wird eine Frau darüber hinaus getreten, geboxt, gewürgt, an den Haaren gezogen, durchs Zimmer geschleift, mit Gegenständen beworfen, mit dem Kopf gegen Wände geschlagen, Treppen hinuntergetreten, genötigt zu diesem oder jenem, mit Waffen bedroht - und das oft genug vor den Augen von Kindern - die diese miterlebte, passive Gewalt nicht selten später weitergeben. Gelernt ist schließlich gelernt!
Diese sogenannte häusliche Gewalt ist eine Straftat, keine Privatangelegenheit!


Gewalt in der Beziehung – ein grausamer Tanz?


Partner in gewalttätigen Beziehungen finden sich nicht einfach so - durch Zufall.
In solchen Beziehungen tanzen zwei Partner einen tragisch-magischen Tanz, dessen Tanzschritte beide bereits in ihrer Kindheit gelernt haben. Es handelt sich um eine unbewusste (!!!) Anziehung zwischen Männern, denen schon früh beigebracht wurde, Frauen nicht zu achten, und Frauen, die als Mädchen schon lernten, dass sie keine Achtung verdienen.
Beziehungsmuster,aus dem es kein schnelles Entrinnen gibt und auch selten ohne therapeutische Hilfe gelingt.
Therapie aber ist ,meist jahrelange, Arbeit und Frau muß sich erst selbst genug lieben, um dem Schmerz ein Ende zu setzen und aus der Gewaltspirale auszusteigen.

Diese Spirale beginnt meist "harmlos", mit

Phase 1
Eifersucht, Isolation, Kontrolle.
Die Frau fühlt sich anfangs genau dadurch noch geschmeichelt, besonders begehrt, geliebt, wichtig - und ist plötzlich "mittendrin".
Endlich mal ein Mann, der scheinbar keine Angst vor zuviel Nähe hat, sich nicht erdrückt fühlt, im Gegenteil. Er wünscht sich nichts mehr als geliebt zu werden, und genau das auf Schritt und Tritt demonstriert zu bekommen. Auch, oder gerade, wenn es der Situation oder Stimmung ganz und gar nicht entspricht.
Und das wird ganz schön anstrengend! Wenn da nicht immer wieder diese phasenweise Weichheit wäre ...wenn Dr. Jekyll sanfte Liebesworte säuselt.
Er hat grundsätzlich keine Freunde, gestattet auch ihr bald schon kaum noch Kontakte, besonders nicht zu Männern. Er fühlt sich ganz schnell ausgegrenzt . Sie darf ihn um Himmels Willen nicht links liegen lassen. Er reagiert darauf äußerst empfindlich.
Eine andere Meinung als er sollte Sie auch besser nicht haben. Auch nichts besser "können" als er. Das ist ein Drama.
Doch er ist ein perfekter Schauspieler - er hat zwei Gesichter, und eins davon ist äußerst charmant.
Weiter geht's mit System - mit

Phase 2
Er beginnt, sie ständig zu kritisieren, sie zu verspotten, ihre Worte zu sezieren, ihr Äußeres zu bemängeln, sie auf jede erdenkliche Art kleinzumachen - bis sie sich selbst nicht mehr leiden kann. Ihr Selbstwertgefühl wird erschüttert und ihre Abhängigkeit verstärkt sich dadurch. Sie will aber seine "anfängliche" Liebe zurückhaben, um jeden Preis. Sie verbiegt sich, und je mehr sie sich verbiegt, umso weniger respektiert er sie. Seine weiche Seite ist in der Versenkung verschwunden. Sie hat ihren Zweck erfüllt. Er ist nur noch Mr. Hyde.
Die bisher gewohnte Belohnung nach dem Schmerz, in Form von Streicheleinheiten, entfällt plötzlich und die Frau ist verwirrt.

Phase 3
beginnt- mit der ersten Ohrfeige aus irgendeinem absurden Grund.
Wenn sie ihn nicht spätestens jetzt sofort verlässt, wird sie eine zweite und eine dritte Ohrfeige einfangen und dann, und das ist so gut wie sicher, unzählige, immer heftigere und immer schneller aufeinanderfolgende Prügel erleiden. Und ist die Schwelle von "normaler" zu brutalster Gewalt erst einmal überschritten, hält er sich erst recht nicht mehr zurück. Die Anlässe für seine Misshandlungen sind wahllos austauschbar.

Phase 4
Doch dann hat er so viele Rechtfertigungen für sein Tun - und wenn er selbst keine hat, dann hat sie welche für ihn, weil sie lieber blind sein möchte.
Und dann hat er ja noch seine Tränen und sein tiefes Mitleid - mit sich selbst .Wirkliche Reue scheint ihm fremd. Wenn es unbedingt sein muß, macht er sie wieder "groß" - bis sie ihm verzeiht.
Und sie verzeiht ihm, immer und immer wieder - und das weiß er und dann kann er sie ja wieder kleinprügeln.

Warum, um Himmels Willen, dreht sie sich nicht einfach um und geht?

Anfang der 60iger Jahre wurden bedeutende Forschungsarbeiten geleistet, die Aufschluss über die Gründe für den Verlust des Selbstschutzinstinktes bei Frauen liefern.
Anhand von Tierversuchen, u.a. mit Hunden,, sollte wissenschaftlich untersucht werden, wie sich der Fluchtinstinkt eines Lebewesens bemerkbar macht.
Bei einem Experiment wurde die rechte Hälfte des Fußbodens eines geräumigen Käfigs elektrisch geladen, so dass der im Käfig gefangene Hund einen leichten Elektroschock erhielt, sobald er die rechte Seite des Käfigs betrat.. Der Hund lernte sehr schnell, sich nur in der linken Käfighälfte aufzuhalten. (Dr.Jekyll - Mr. Hyde - auch er sperrt die Frau in genau solch einen Käfig. Auf der einen Seite bekommt sie, zumindest am Anfang noch, lauter leckere Bröckchen, auf der anderen Seite Stromstöße...)
Als nächstes wurden die Stromkabel auf die linke Seite verlegt, während die rechte Hälfte freiblieb. Wieder passte der Hund sich rasch an die veränderten Umstände an und hielt sich nur noch auf der rechten Käfigseite auf.
Dann aber wurde der gesamte Käfigboden verkabelt, so dass der Hund in unregelmäßigen Abständen Schocks erhielt, ganz gleich, wo er hintrat oder sich hinlegte.
Zuerst zeigte der Hund sich verwirrt, dann geriet er in Panik. Am Ende gab der Hund auf und erduldete die Schocks, wann und wo sie ihn trafen, ohne je wieder zu versuchen, ihnen zu entkommen oder sie durch Geschicklichkeit zu vermeiden.
Aber damit war die Studie noch nicht beendet. Als nächstes wurde die Tür des Käfigs geöffnet, in der Erwartung, dass der Hund sofort herauslaufen würde. Aber er blieb liegen und ließ die unberechenbaren Elektroschocks weiterhin über sich ergehen..
Daraus schlossen die beteiligten Wissenschaftler, dass ein Lebewesen sich an Gewalttätigkeiten gewöhnen und soweit anpassen kann, dass es seinen natürlichen Fluchtinstinkt nahezu vollauf verliert.
Diese ( meist bereits in der Kindheit) angelernte Hilflosigkeit führt zu einer Gewöhnung an das tagtägliche Entsetzen ! - Normalisierung des Abnormen –

Doch auch wenn eine Befreiung gelingt, haben die meisten Frauen mindestens 6 Anläufe hinter sich, bevor sie es endgültig schaffen, auszubrechen. Dem muss eine Entwicklung vorausgehen, ein verändertes Denken.
Natürlich soll nicht verschwiegen werden, dass es durchaus auch gewalttätige Frauen gibt, die ihre Partner körperlich misshandeln. Das es sich hier um ein besonders großes Tabu handelt, versteht sich beinahe von selbst. Tiefe Scham und Angst, sich der Lächerlichkeit preiszugeben, verschließt den Männern in der Regel den Mund. Lieber würden die meisten sterben, als "darüber" zu reden .

Der verletzte Mensch - Täter, wie Opfer - ist nämlich durchaus in der Lage, die Geschichte seiner Verletzungen aufzusuchen und deren Folgen aufzulösen

Eine andere Chance gibt es nicht

.


5. Für geprügelte Partner


Menschen, die als Kinder die Sprache der Gewalt gelernt haben,
akzeptieren sie„irgendwie als normal“,
ob sie nun später Tätern oder zu Opfern dieses Systems werden


Finde Dich nicht mehr ab mit der Opferrolle, komm raus aus der Opferhaltung!
Dein gewalttätiger Partner schafft es, dass Du glaubst, schuld zu sein, dass er Dich geprügelt hat. Du glaubst, die Gewalt verursacht zu haben.
Du glaubst, wenn Du Dich nur anders benommen hättest, hätte Dein Partner nicht schlagen müssen... Du glaubst, Du müsstest und könntest weitere Gewalthandlungen Deines Partners verhindern, was Du natürlich nicht kannst.
Was glaubst Du, wieso nimmst Du diese Mit-Schuld auf Dich?
Während der Tat warst Du ohnmächtig ausgeliefert - hast nur erlitten.
Ein schreckliches Gefühl.
Wenn Du Schuld übernimmst. bekommst Du so die Vorstellung, Einfluss nehmen zu können oder mit beteiligt gewesen zu sein. Also Mitschuld übernehmen hilft Dir gegen das Ohnmachtsgefühl. Alleine schaffst Du es vermutlich nicht, Dich aus diesen komplizierten Mustern zu befreien.
Such Dir dingend therapeutische Unterstützung!

Nur mit fachlicher Hilfe können diese tiefverwurzelten Verhaltensmuster aufgelöst werden.



6. Für prügelnde Partner


Trotz Scham – redet darüber!

Denn Geheimhaltung fördert die Gewalt. Redet über Eure Männer/Frauenrolle, eure Selbstansprüche, eure Überforderungen. Sprachlosigkeit fördert Gewalt.
Prügelnde und geprügelte Partner denken, wenn sie es totschweigen, passiert es nicht wieder.
Gewalt zeugt von Sprachlosigkeit.
„Ich kann den Partner mit einem Schlag zum Schweigen bringen“
Der gewalttätige Mensch muss Verantwortung für sein Handeln übernehmen.

Nicht „es ist über mich gekommen“, sondern „ICH habe zugeschlagen“!

Nur mit fachlicher Hilfe können diese tiefverwurzelten Verhaltensmuster aufgelöst werden.

Menschen, die als Kinder die Sprache der Gewalt gelernt haben,
akzeptieren sie„irgendwie als normal“,
ob sie nun später zu Opfern aber auch zu Tätern dieses Systems werden


- das musste ich in meiner über 6-jährigen Arbeit mit der Thematik Gewalt immer wieder erschüttert feststellen.
Sind diese destruktiven Muster einmal bewusst, können sie zwar niemals ausradiert, aber durchaus neu und positiv aufgebaut werden. Die verdrängte, berechtigte Wut des betrogenen, vernachlässigten, gedemütigten, geprügelten oder missbrauchten Kindes muss gefühlt und ausgedrückt werden. Das ist , meiner Meinung nach, die einzige Chance, sich davon zu befreien und nicht mehr zur Gefahr für andere zu werden. Verdrängter, unbewusster Hass wirkt immer zerstörerisch, wird an unschuldigen Ersatzpersonen abreagiert, verwandelt sich in gefährliche Macht..
Jeder Gewalttäter, jede Täterin, ist schuldig und hat die Konsequenzen zu tragen. Es sollte Pflicht sein

die Ursachen der Gewalttätigkeit aufzudecken
und ein anderes Verhalten zu erlernen.


Die Klage über die erlittenen Zumutungen in der Kinderzeit ändert nichts daran, dass Erwachsene für ihr Leben verantwortlich und keine unschuldigen Kinder mehr sind - gemein, aber wahr !!!

Gewalt ist eine Folgeerscheinung,
aber keine Krankheit – sondern ein Verbrechen !


Alleine die Ursachen der Gewalt zu kennen, ändert nichts daran.
Nur mit fachlicher Hilfe können tiefverwurzelten Verhaltensmuster aufgelöst werden. Sobald ein gewalttätiger Mensch lernt, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen, fühlt er sich auf eine Weise schuldig, die auch echte Reue zulässt.
Erst Schuld, die bereut wird, kann praktische Konsequenzen haben.

Alleine, das Wissen um die Hintergründe ändert noch gar nichts.
Das Symptom ist nicht gelöst, wenn wir die vermeintliche Ursache kennen.
Keiner hört mit dem Schlagen auf, nur weil er weiß, weshalb er schlägt.
Nicht zwangsläufig schlägt jeder, der als Kind geschlagen wurde später selbst wieder.
Doch eines ist klar: Jungen und Mädchen gehen anders mit frühen Gewalterfahrungen um - sie müssen anders damit umgehen - das schreibt ihnen das Rollenbild vor.
Der Junge, der auch heute noch nicht weinen darf und keine Angst zeigen und das Mädchen, das keine Aggression zeigen darf... da hat sich leider nicht viel geändert.

Junge/Mann darf kein Opfer sein - wenn er doch das endlich mal sein dürfte, gäbe es mit Sicherheit viel weniger Leid auf der Welt!!!

Männerbild:
ein Mann muss immer 100% sein. Das Männerbild widerspricht den wahren Wünschen und Sehnsüchten eines Jungen und auch eines Mannes.
Und was machen die unsicheren, die schwachen, in ihrer Angst ertappt zu werden?
Sie kompensieren nicht selten durch Inszenierungen von maßloser Überlegenheit.
Den geschlechtstypische Umgang mit allem was Mann oder Frau erlebt, sehen viele Experten als die wahre Ursache der Gewalt.
Das erklärt dann ja vielleicht, weshalb Männer schlagen?
Nun wissen wir aber, dass auch Frauen schlagen - wie erklärt sich dann das?
Ich persönlich sehe die wahren und allerfrühesten Ursachen der Gewalt nicht in der Sozialisation, die ich aber selbstverständlich als weitere Beeinflussung der frühen Prägung betrachte.
Ich hatte in meiner langjährigen Praxis noch keinen Menschen, der zum Täter oder zum Opfer geworden und nicht bereits als Kind in irgendeiner Form mit Gewalt konfrontiert worden war. Die Frauen, die später zu Täterinnen wurden, hatten meist gewalttätige, missbrauchende dominante Mütter.
Diese Frauen haben eben nicht das frauentypische getan, nämlich in der Opferrolle zu verharren, haben evtl. das Erlebte nachgemacht, oder haben den Weg gewählt:
„Angriff ist die beste Verteidigung“.
Nie mehr ohnmächtig fühlen - als geeignetes Gegenmittel erscheint auch Frauen die Gewalt.

Welchen Gewinn verspricht die Gewalt?
  • Der Konflikt ist erstmal abgewehrt.
  • Gewalt ermöglich ein Herauskommen aus beengter Situation.
Welchen Verlust haben die Gewalthandlungen aber auch?
  • Verlust des Vertrauens,
  • Verlust des Partners, der Liebe, des Zuhauses, der Kinder...
Also Gewinn/Verlustrechnung aufstellen!!!

Du musst Dein Verhalten ändern - nicht begründen!
Damit versuchst Du es nur zu rechtfertigen.

Wenn Du auch Schwäche als Teil Deiner selbst akzeptierst,
brauchst Du keine Gewalt.
Um das zu können -

Such Dir professionelle Hilfe!!!

Es gibt Sozialtraining, Antiaggressions-Gruppen, Therapie...

Alleine ist es nicht zu schaffen!!!



Ich biete in meiner Praxis auch
Beratung und Therapie
für
Täter und Täterinnen
denn

Täter-Therapie ist Opferschutz !!!




7. Gefahren bei der Trennung


Der Mensch, der nicht vorher, sondern erst bei der Trennung schlägt.

Anstatt alles daranzusetzen, den anderen zu halten, prügelt der Partner auf ihn ein.
Er, der vorher nie gewalttätig war. Auch das dient als Gegenmittel zur Ohnmacht. So kann er sich wenigstens einreden, der andere hat ihn verlassen, weil er ihn geschlagen hat... und nicht weil er selbst „nicht gut genug war“.

Der gewalttätige Partner hat die Situation wieder in der Hand - er hat sie gemacht.
Narzisstische Wut entsteht immer, wenn sich ein angestrebtes Ideal, trotz intensivster Aufopferung, immer weiter entfernt, anstatt näher zu kommen.

Stalking betreiben zwar auch Frauen, aber es scheint, doch meist Männer, die ihre Partnerin nicht loslassen können, aus verletztem Stolz, Eifersucht o.ä., Männer, die einfach nicht wahrhaben wollen, dass die Beziehung beendet ist. Und oft ist es so, dass die Opfer sogar Mitleid mit ihm haben, weil er ja "so leidet". Das sollten sie aber nicht. Studien haben belegt, dass diese Männer nicht wirklich liebesfähig sind, in der Beziehung eher emotional kalt waren und sie stark kontrollieren wollten. Die meisten Opfer machen einen entscheidenden Fehler: Sie lassen es langsam ausklingen, geben ihm Zeit, die Sache zu verarbeiten und oft reden sie mit dem Stalker "noch ein letztes Mal" - ein fataler Fehler...

Stalking- Opfer erleben nackten Psychoterror, erleben die Hölle.
Auch wir von "Schotterblume" können ein grausames Lied davon singen, wenn wir hautnah miterleben, wie ein Mensch systematisch psychisch zerstört wird, bis die Nerven blankliegen. Telefonterror, Briefterror, Auflauern, Kinder aus der Schule entführen, Steine in die Fenster werfen, Stromkabel an der Türklinke, tote Tiere am Autospiegel, Morddrohungen...
Wir haben erlebt, wie Frauen mit ihren Kindern jahrelang sinnlos durch ganz Deutschland flüchten. Keiner hilf. Da reicht nämlich kein kurzer Platzverweis der Täter (es gibt, wie gesagt, natürlich auch weibliche Stalker).
Hintergründige und tief in der Kindheit/Jugend verwurzelte Ursachen dieser kranken Handlungsweisen müssen unbedingt aufgearbeitet werden, denn „aus diesem Holz sind nicht selten Mörder geschnitzt“.
Auch wenn die Polizei Stalking endlich ernster nimmt und höhere Strafen drohen, Stalker hören in der Regel „nicht einfach auf“.
Zwangs-Therapie, soziale Trainingskurse, diese Maßnahmen sind hier meiner Meinung nach angesagt!!!
Und bitte nicht wieder die Argumente: „Therapie nützt nur freiwillig“ und „Wer soll das bezahlen“?



8. Bücher zum Thema:


Ich werde oft von Freunden/Freundinnen oder Verwandten gefragt, die von einer gewalttätigen Beziehung wissen, zumindest davon ahnen, wie sie helfen können. Hier empfehle ich das Buch:

„Wie ein Anker im Strudel der Gewalt“ von Susan Brewster

Weitere Buchempfehlungen zum Thema finden Sie hier in unserer Datenbank.


Dagmar Minor


9. Gewaltschutzgesetz:


Informationen darüber finden Sie hier: http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/gewschg/



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