Und der „einfache“ Weg ist doch der falsche
Seid Tagen lese ich mich durch das Forum, lese meine Einträge von vor zwei Jahren und frage mich wie viel kann ein Mensch ertragen.
Ich habe die scheinbare Sicherheit eines Jobs mit vielen Erniedrigungen und auf Tagelöhnerbasis bis zum bitteren Ende und weiter ausgehalten, so weit dass sich meine Chefin wie immer von aller Schuld rein waschen konnte. Ich war nicht die erste, die so gegangen wurde, weil Sie, ihre Probleme auch nach mehreren Therapien nicht in Griff kriegt.
Aber ich bin wieder aufgestanden, hab Hilfe gesucht, ausgerechnet oder glücklicherweise bei der Kirche, nicht denen die mir damals vor bald 49 Jahren mit der Taufe Ihr Kreuz aufgezwungen hatten, sondern bei der Konkurrenz. Glücklicherweise deshalb weil ich auf einen Pfarrer traf, der mehr Psychologe ist, zuhören, leiten konnte, ohne Pfarrer zu sein. Die Kirche habe ich immer ausgeklammert. Ich fing an mit dem wenigen was noch da war zu suchen, die Kindergartenzeit, Bilder, ein Namen, Sr. Lucia, für mich die direkte Verbindung mit Luzifer, und fand in einem Festbuch meines „Kindheitsdorfes“ von 1993 einen Eintrag,
„die meisten Schwestern führten aber ein hartes Regiment und disziplinierten Kinder, die heute als lebendig bezeichnet würden, ohne Umschweife“
Diszipliniert, ich würde es Misshandeln, den Willen, das Selbstbewusstsein brechen nennen.
Und das ganze Dorf schaute zu, keiner sagt etwas, keiner half, wo fängt man jetzt an den Täter, die Täterin zu suchen,zu verurteilen.
Aber es ging noch weiter, es gab noch einmal ein Telefongespräch mit dem Pfarrer, am gleichen Abend stellte ich mir dann die Frage,
können Ordensschwestern Mädchen missbrauchen, was ist so abwegig daran Pfarrer missbrauchen auch Jungs.
Und ich weiß, diese schwarze Wand, diese Ordenschwester, mit Ihrer großen weißen Haube, damals 1973 in diesem Kinderkurheim in der Pfalz, die muss ich beiseite schieben, bereit sein mir das was dahinter ist anzuschauen. Das Hoffentlich letzte Teil meines Puzzles, von meiner Kindheit die keine war.
Also, wie immer, weitergehen, bzw. erst mal noch etwas durchschnaufen, aber dieses mal wohl mit Hilfe, eine Therapeutin/Therapeuten suchen und schauen wohin dieser Weg führt, der sich nicht gut anfühlt. Was bleibt, was werde ich zurücklassen, was kommt danach.
Und es hilft, macht Mut, weiter zugehen, wenn ich hier immer wieder lese dass ich nicht alleine bin. Danke an alle Schotterblumen
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