Insa
| 2002-12-22 18:03 2592 | Liebe Carla,
wenn ich mir die Gespräche rückblickend vor Augen führe, sind sie wohl wirklich nach dem Muster "um den heißen Brei". Wenn ich da bin, rede ich erstmal so von den aktuellen Ergeignissen und dergleichen. Also ich gebe kein Ziel vor. Weil ich es auch nicht kenne. Im tiefen Innerern will ich - glaube ich - auch gar nicht offener werden. So paradox das auch sein mag, denn dann könnte ich mir ja eigentlich das Geld und den Aufwand sparen. Aber dann soll das doch nicht so weiter gehen... Einen großen Entwicklungsschub hat es gebracht, als ich meinen Eltern DAVON erzählt habe - soviel ich selbst davon weiß. Vor etwa einem Jahr. Seitdem haben sie mehr Verständnis für mich, erscheinen für sie viele Dinge nun erklärbar und müssen nicht mehr vertuscht werden. "Zur Krönung" der ganzen Sch--- musste ich mir von ihnen z.B. häufig anhören, dass wohl Jura nichts für mich wäre, weil zu schwierig für mich, und ich doch besser eine Lehre hätte machen sollen und dergleichen. Und die unglaublich vielen Beziehungen die ich mit 34 jetzt hinter mir habe, haben mir in der nichtwissenden "Öffentlichkeit" auch einen etwas merkwürdigen Ruf eingebracht. Und so fühlte ich mich dann doppelt bestraft... Na ja, über das Ziel muss ich mir wirklich klar werden. Eigentlich weiß ich es, also fehlt mir wohl eher der Mut das Ganze dann auch wirklich anzupacken. Das, was ich will, kann ich unglaublich schwer in Worte fassen. Und wenn mein jetztiger Freund mich danach fragt, kann ich nichts sagen und dann wird er mittlerweile immer wütender. Für dich freue ich mich einerseits sehr, dass du diesen Erfolg erzielt hast. Und wie schön, dass du immer noch mit deinem Mann zusammen bist. Das muss eine sehr harte Zeit gewesen sein. - Bei mir ist bislang immer nach etwa 1-2 Jahren Schluss gewesen. Mit meinem Mann ging es nach dieser Zeit auch nicht mehr. Geheiratet haben wir nach einem 3/4 Jahr. Es sollte wohl endlich ´mal eine Beziehung halten. Ich wollte auch ein richtiges Zuhause haben. - Das sich das Problem auch bei deinen Kindern ausgewirkt hat, erschreckt mich. Ich habe keine Kinder und hätte das so nicht erwartet.Aber letzten Endes ist das ja auch eine Nähe- und Vertrauensbeziehung. - Ich möchte gerne ein Kind mit "einem Partner" (mein jetztiger?), aber ich hätte/habe Angst, dann nie mehr allein sein zu können. Den Stress hatte ich schon, als ich mir meinen jetzt über alles geliebten Kater, der leider bei meinem Mann geblieben ist, ins Haus geholt habe. Ich habe so geheult den ersten Tag, weil ich damals allein wohnte und auf einmal war da noch jemand. Ich wollte ihn haben und hätte ihn gleichzeitig aus dem Haus, sogar aus dem Fenster werfen können. Wie furchtbar eigentlich.
Ich stelle fast, unglaublich ins "labern" (?) zu kommen, wenn ich erstmal anfange.
Also jetzt noch: Wer einerseits sagt, will auch andererseits sagen. Du gibst mir Hoffnung, wenn das jetzt bei dir anders läuft. Aber du wirst hart "gearbeitet" haben. Ich habe Angst, nochmehr zu verlieren. Denn schon zu Beginn der Thera habe ich mich wohl verändert und mein Mann hat das dann bedauert. Er hätte der Thera nicht positiv gegenüber gestanden, hätte er gewusst, dass ich mich so verändern würde. Er wolle mich wieder so haben, wie ich war. - Ich bin wohl selbstbewußter geworden und so. Seine jetzige Freundin ist herzensgut und wissentlich die "Nr. 2". Die "Traumfrau" bin immer noch ich. Aber mit ihr geht´s in körperlicher Hinsicht eben problemlos. Irgendwie bitter. Und scheiden lassen mag ich mich nicht, auch wenn ich seine Einstellung überhaupt nicht gut finde.
Ich danke dir vielmals für deine Antworten und ich würde diesen Kontakt gerne halten. Aufdrängen will ich mich natürlich nicht.
Ich schliesse nun mit den besten Wünschen für das kommende Weihnachtsfest und ein hoffentlich gutes neues Jahr. Und nochmals "Vielen Dank"!!
Herzliche Grüße von Insa |
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