Prolog Ich halte mich an meinem Wein fest, an meiner Zigarette und wünschte, ich hätte genügend Benzos (oder überhaupt welche ) um ein ganzes Leben lang schlafen zu können. Es ist endlich Frühling im Schattenland. Schwarze Schmetterlinge sitzen auf grauen Blüten die den Lebensmüden mit ihrem schweren Patchoulieduft einladen zu schlafen. Buntschillernde Rasierklingenflügel streicheln mich sanft. Die Insekten trinken roten Nektar. In meinem Weinglas erblühen Blutstropfen zu goldfarbenen Narzissen und welken zu früh damit sie einen goldfarbenen See bilden können in dessen Schilf man Echo mit ihrem Geliebten flüstern hören kann. * +++ Du weißt nicht, wie es ist, wie es war. Du weißt nicht, wie es sich anfühlte, wenn ich mich verletzte, schlimmer noch, wie der ewige Moment vor dem verletzen sich für mich anfühlte. Du weißt nicht, wie schwer MEINE Müdigkeit wiegt, schwafelst vom Sinn des Lebens. Nein, ich will dir nicht zuhören, du langweilst mich denn du hast viele Münder die alle denselben Schwachsinn von sich geben. Ich denke, du gehst jetzt besser und ersparst dir den Anblick dessen, das du für keine Lösung hältst und zu verstehen verweigerst. Du kennst das Warten nicht, die vergeblichen Versuche gegen "das Damals" und gegen die Schatten zu gewinnen. Ich habe es versucht und es kostete mich viel Kraft und jetzt bin ich müde und ich will schlafen für den Rest ..... - nein. Ich will nicht weitermachen und spar dir deine Hausfrauenpsychologie. UND LASS ENDLICH MEINE HAND LOS ! Du wirst triumphierend und selbstgefällig lächeln, sollten wir uns morgen doch begegnen. Du wirst dich gut fühlen, weil du so ein "armes Schwein" aus einer "schlimmen Krise" geholt hast, du kannst damit angeben auf Familiengeburtstagsfeiern, und wirst es nicht respektieren, daß es mir peinlich ist, deswegen angestarrt zu werden. Du wirst wohl sagen, das man "vorsichtig" mit mir "umgehen" muß, mich "nicht belasten" darf, weil ich doch "so labil" bin und du "nicht immer" für mich "da sein" kannst. Ich kenne dich und deine Münder in den vielen Gesichtern die immer dieselbe Zuversicht ausstrahlen und für die es "immer eine Lösung" gibt. Nun, das hier ist meine. Sieh genau hin. Ich weiß, daß "wir alle" schon "solche Gedanken" hatten, ich weiß auch, daß "es" vorüber geht, was du nicht weißt ist, daß es manchmal wiederkehrt und nicht mehr verschwindet, daß du unrecht hast, wenn du sagst, daß es "irgendwie weitergehen muß". Ich leide nicht darunter, daß ich sterben will, ich kranke am Leben, und an Menschen wie dir. * +++ Prolog * / Fragment Von deinen Lippen spritzen Scheinargumente wie Eiter. Satzkonstruktionen, Wortungetüme so zahlreich. Immer dasselbe, ohne Sinn. Kantige Satzsplitter teilen den Raum in kleine Zellen ein. In einer sitze ich, treibe davon. Durch Sprachregen, Wort/Nebel/Bänke. Meine Kleidung rubinrot durchnässend. Es soll still sein. Du sollst deinen Mund schließen, das schwarze Loch in deinem Gesicht. Bevor ich es verschließe. Glaub mir, es ist besser, DU tust es, dann ist es auch weniger schmerzhaft. Für dich. * +++ Prolog ** Die Uhr zeigt, es ist spät geworden. Die Spuren in meiner Haut fragen, zu spät ? Wieviel Zeit willst du noch sterben lassen? Und die Schatten sagen, wärest Du unseren Gesängen gefolgt... Was hätte ich anderes tun sollen, als abzuwarten bis ich wissen konnte, wie spät es tatsächlich ist? Die Sonne wird mich nicht mehr blenden durch Lügen über einen neuen Morgen mit weiteren neuen Chancen. * * +++ Epilog / was zurückbleibt
ein paar stiefel mit schiefgetretener sohle ( aber durchaus noch flohmarkttauglich ), achtzig liter gelb-rotes wasser, fünfundsiebzig kilogramm entseelte körperlichkeit, ein leeres glas mit bodensatz plus dazugehörigen leeren blistern, das leere fläschchen des antiemetikums, einige verblassende erinnerungen in den köpfen bedeutungsloser menschen, ein arbeitsplatz, eine katze, diverse bücher, verschiedene cd's, ein paar disketten, die sätze " er war immer so nett" und "ich kann das gar nicht verstehen" ( vielleicht ergänzt durch " noch gestern habe ich mit ihm gesprochen" ), die obligatorische frage nach dem "warum" ( die , als ausdruck tröstender anteilnahme, wohl rhetorisch gemeint sein wird ) und das größte mädchen der welt. bis auf eines, dinge ohne wert. * +++ lange her, noch immer voller wahrheit, oder wieder? |