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Eric an Miriam
2000-08-04 23:59
147
Liebe Miriam,
Angst vor Nähe, das kommt mir sehr bekannt vor. Es gab eine Zeit, da hatte ich sogar Angst vor Hoffnung, weil mich jede enttäuschte Hoffnung in Depressionen stürzte. Auch ich habe mir viele Gedanken gemacht. Vielleicht war für mich der Schlüssel, daß es mir gelungen ist, aus dieser Opferrolle herauszukommen. Wenn ich mich selbst als Opfer sehe, verbinde ich doch damit Passivität, lasse Dinge mir mir geschehen, statt diese selbst anzupacken.
Nein, ich bin keine Opfer. Nicht mehr!
Nachdem ich diesen Entschluß gefaßt hatte, konnte ich auch wieder meine Umgebung wahrnehmen, konnte wieder die Sonne sehen, konnte wieder in die Herzen der Mitmenschen sehen. Konnte erkennen, daß auch diese nur sehr verletzliche Seelen sind, wie ich selbst. Konnte wieder Nächstenliebe empfinden.
Natürlich brauchte ich auch einen guten Freund, der mir durch sein Vertrauen geholfen hat.

" Britta " an Joruus
2000-08-04 23:41
146
na ,hatte schon früher mit Dir hier gerechnet
( siehe Nr. 132 )
aber, der Kanditat hat 100 Punkte. !
Verzeih das Verwirr-Spiel ;-))

Miriam Wolf
2000-08-04 22:07
145
Liebe Menschen,
tausend Tränen tief zu lesen...
Ich kann kaum ausdrücken, was ich Euch doch sagen möchte...
Es ist so ungerecht und so zerstörerisch. Und das Opfer lernt Menschen kennen, die dem Opfer wirklich und wahrhaftig in sich gut tun könnten, aber es kann es nicht annehmen. Es ist schon so alt und hat viele Therapieversuche hinter sich, es ist nicht dumm, es kann denken und ist schlau...und trotz alledem...es will so leben, aber es kann nicht, egal was es weiß...es hat dennoch Angst vor Nähe.
Das ist so ungerecht. Dieser Mensch "lebt", aber nicht so wie er es vermag. Man selbst ist dieser "Macht" gegenüber hilflos, was man auch immer versucht... Das darf einfach nicht sein. Das Handeln des Täters zerstört auch immer noch in der Gegenwart weitere Menschenleben.
Wo ist der Schlüssel neben all den Handlungen wie Zuhören, Geduld, Respekt, Annahme, Zärtlichkeit,..?
Wo?
So sehe ich es heute.

Lisa an Daniela
2000-08-04 20:55
144
Das mit der Anzeige ist mit Sicherheit der richtige
Weg, auch wenn er alles andere als einfach ist.
Auch ich bin ihn bereits gegangen und hatte viel Angst dabei, aber zum Glück Menschen ,die mir zur Seite standen. Ich habe "meinen "
Vergewaltiger angezeigt. Er war Wiederholungstäter.
So konnte ich wenigstens noch weitere Taten
verhindern. hat 4 Jahre Gefängnis bekommen, ohne Bewährung !
Niemand hat an meiner Aussage gezweifelt.Auch ich hatte Arzt - Fotos !
Ich weiß heute, ich habe das richtige getan.
Überleg es Dir, durch Deine Ärztin hast Du ja Beweise in der Hand. Welcher Meinung ist sie denn eigentlich?
Tränengas oder Pfeffergas ( auch gut ) solltest Du tatsächlich immer bei Dir tragen.
Das tue ich auch ! Habe auch einen Selbstbehauptungskurs absolviert, gibt auch ein sichereres Gefühl.
Gruß Lisa

Daniela
2000-08-04 20:13
143
So, nun werde ich mal versuchen zu schlafen. Werde aber morgen wieder schreiben. Dankeschön.

Eric an Daniela
2000-08-04 20:09
142
Oh ja, ich kenne das Gefühl, die Welt sei stehengeblieben! Seit 25 Jahren!
Ich bin jetzt 37.
Glückwunsch zu Deinem Entschluß. Er wird Dir nicht nur zusätzliche Sicherheit geben, sondern Du hast damit auch gezeigt, daß Du die Initiative übernommen hast, daß Du nicht mehr andere über Dein Leben bestimmen läßt! Schon deshalb wirst Du Dich besser fühlen.

Liebe Grüße

Eric

Daniela an Lisa
2000-08-04 20:06
141
Hy Lisa.
Habe das Gefühl das Du im Moment nicht mehr da bist. Schade.
Aber ich wollte noch DANKE sagen.Vielleicht magst Du mir ja mal wieder schreiben.
Liebe Grüße Daniela

Daniela
2000-08-04 20:03
140
Werde versuchen gleich morgen mir diese Tränengas-Spray zu besorgen. Wahrscheinlich werde ich mich damit ein bisschen sicherer fühlen. Kennst Du das Gefühl das die Welt stehen geblieben ist? Wie alt bist Du Eric?

Eric an Daniela
2000-08-04 19:54
139
Ja, auch ich kenne das. Mein Freund hatte zum Glück eine E-Mail Adresse, so daß ich ihm die ganze Geschichte per Mail schreiben konnte. Persönlich hätte ich es nicht geschafft! Aber er hat mich sofort angerufen und wir haben noch am selben Tag gesprochen.
Auch ich hatte Angst, verurteilt zu werden, aber er reagierte sehr verständnisvoll. Keine Spur von verurteilung. Das hat mir sehr geholfen!
Bei dem neuen Fall würde ich Dir raten, ihn anzuzeigen, denn sonst wird es immer so weiter gehen!
Ich an Deiner Stelle würde mir ein Tränengas- Spray anschaffe, so daß Du dich auch wehren kannst.
Das ist zumindest meine Meinung.
Mal sehen, was Lisa dazu sagt.

Liebe Grüße Eric

Daniela an Eric
2000-08-04 19:47
138
Wie soll ich anderen davon erzählen können, wenn mir schon jetzt das Herz bis zum Hals schlägt, meine Hände zittern und ich weine?? Wie sollen jemals diese Worte über meine Lippen kommen,wenn ich mich so sehr dafür schäme? Wie kann ich mich wieder sauber fühlen. Ich will mich nicht mehr schneiden, doch es ist ein innerer Druck. Warum fühle ich mich bloß so schmutzig. Manchmal habe ich das Gefühl das alle Menschen es mir ansehen könnten. Habe Angst dewegen verurteilt zu werden. Verstehst Du???

Daniela an Lisa
2000-08-04 19:41
137
Da der Typ mir immer wieder auch nach der Arbeit aufgelauert hat, weiss ich mittlerweile sein Autokennzeichen. Er macht mir Angst. Er hat wartet manchmal auf mich und sagt mir das ich ja nie auf den Gedanken kommen sollte ihn anzuzeigen.Er schlägt mich, wenn ich sage das ich zur Polizei gehen werde. Er sagt das er mich lieben würde und das ich schon noch merke dasich zu ihm gehöre. er sagt das ich es doch auch wollte. Doch ich wollte es nicht. Er hatte mich bei der Vergewaltigung mit einem Messer im Gesicht verletzt. Ohne Make up sieht man es heute noch. Damals habe ich gesagt das mich unser Hund gekratzt hat. Nur meine Ärztin weiß es. Sie hat meine blauen Flecken u.s.w. fotographiert. Jetzt hätte ich also was gegen ihn in der Hand. Doch er droht an schlimmeres zu machen. Ich habe Angst. Und ich traue mich auch nicht meiner Mama davon zu erzählen, sie ist froh das ich die Sache mit meinem Großvater verdaut habe. Ausserdem sprechen wir über so etwas nicht.

Eric an Daniela
2000-08-04 19:40
136
Liebe Daniela,
ich bin zwar männlicher Betroffener (das Wort Opfer mag ich nicht), aber ich kann Lisa nur zustimmen. Auch ich konnte mit meiner Mißbrauchserfahrung erst fertig werden, als ich mit einem guten Freund darüber geredet habe.
Immer alles nur für sich behalten (müssen), zerstört auf Dauer die Seele!
Auch und besonders für mich als Mann war es zwar schwierig darüber zu reden, aber Du schaffst es, denn Du hast ja bereits hier damit angefangen!

Liebe Grüße Eric

Lisa an Daniela
2000-08-04 19:27
135
Liebe Daniela,
o ja, ich kann Dir das, was Du da Schlimmes schilderst ganz genau nachfühlen. Ich bin zwar bereits 10 Jahre älter als Du, habe aber ganz Ähnliche Dinge erleben müssen. Mich hat mein Vater und mein Großvater mißbraucht bis ich 12 war und als erwachsene Frau wurde ich mehrmals erneut Opfer
von prügelnden, vergewaltigenden Männern.
Ich habe mal gelesen, man müsse sich erst aus der alten Opferrolle der Kindheit befreien, sonst sei die Gefahr groß, später immer wieder als Opfer regelrecht ausgewählt zu werden.
Wer weiß von Deiner Vergewaltigung
hinter der Disko ? kennst Du den Täter ?
Rede mit jemandem darüber, auch wenn Du keine Anzeige machen willst.
Ich habe auch sehr spät angefangen, über alles zu reden. Zuerst mit meiner besten Freundin, später mit einer sehr guten Therapeutin, dann in einer Selbsthilfegruppe. Es wurde immer besser, ehrlich !
Es muß ausgesprochen werden, anders geht es nicht,
es muß raus aus der Seele, alles !
Das ist mein Rat an Dich, rede, rede, rede !
Such Dir Menschen , wenigstens einen, die Dir zuhören, Dir glauben und die Dich verstehen.
Sei stark !
Laß es nicht zu, daß diese Monster Dein Leben weiterhin zerstören !Tu's für Dich !

Liebe Grüße Lisa

Daniela
2000-08-04 19:18
134
Ist denn gerade niemand da mit dem ich ein bisschen reden kann? Niemand der vielleicht versteht warum ich mich schneide? Bisher habe ich es ganz gut verstecken können. Aber ich halte den Druck nicht mehr aus. Meine Eltern und mein Freund die wissen zwar das ich damals von meinem Großvater mißbraucht worden bin, doch das was im Winter passiert ist, das habe ich niemanden aus meiner Verwandschaft erzählt. Nur meine Hausärztin, und eine Lehrerin wissen davon. Doch ich kann nicht mehr schauspielern. Immer so tun als wenn es mir gut geht. Dabei geht es mir ziemlich scheisse. Doch wie soll ich es sagen? Und soll ich ihn anzeigen?? Ich habe Angst!!

Daniela
2000-08-04 19:09
133
Keine Ahnung warum ich eigentlich schreibe. Vielleicht weil ich Hilfe suche. Ich kann nicht mehr. Als ich klein war wurde ich zwischen dem vierten und dem siebten Lebensjahr von meinem Großvater missbraucht. Jetzt im letzten Winter bin ich hinter einer Disco vergewaltigt worden. Jetzt schneide ich mich um "sauber" zu sein. Kann nicht mehr schlafen und traue mich kaum noch raus. Mein Arbeit als Arzthelferin bringt mir auch kein Spass mehr. Ich bin vor vier Tagen 21 geworden. Wer mir helfen kann, oder wer vielleicht nachfühlen kann wie ich mich fühle, der kann mir gern schreiben.
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