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Es ist zu schaffen

Wir möchten an dieser Stelle Eure Berichte über Fortschritte bei der Heilung veröffentlichen, um anderen Mut zu machen und zu zeigen, daß Heilung möglich ist.
Auch wenn es im Einzelfall nur kleine Schritte sein sollten, so sind es doch wichtige Schritte und wir bitten Euch, sie uns zu schicken.

Bitte gebt hier Eure Berichte ein. Diese werden dann innerhalb weniger Tage von uns freigeschaltet.
Falls dies einmal nicht klappen sollte, wendet Euch bitte an Webmaster Eric.
Habt bitte Verständnis dafür, daß wir an dieser Stelle nur Berichte veröffentlichen, die zum Thema "Es ist zu schaffen" passen.



Titel
Zur Person (nicht notwendig, nur wenn Ihr wollt!)
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Mißbrauch + 37 Jahre15.03.2003 23:26
Name Lilly Marlen
E-Mail Katinka164hotmail.com

Bei mir fing es an, als ich etwa 9 J. alt war, endete, als ich ca. 18 - 19 J. war. Ich weiss es nicht mehr genau das Ende. Es können Monate oder Tage gewesen sein. Ich hatte dann einen Filmriss bis ich etwa 50 wurde. Viele nennen es Verdrängung, aber ich wollte nicht mehr von der ganzen Geschichte eingeholt werden. Für mich war es vorbei, dass ich dem entronnen bin. Vor etwa 4 J. sagte die Tochter, dass "er" es genauso mit ihr gemacht hätte, d.h. vom etwa 6 oder 7. Lj. an. bis zum 14 oder 15. Lj. Dieses alte Drecksau. Wenn ich mich daran erinnert hätte, hätte ich meine Kinder damals nie am Wochenende dort hin gebracht. Ich fühle mich schuldig. Tochter, inzwischen 30 J. leidet sehr darunter. Es wurde auch damals ein Strafverfahren eingeleitet gegen den Täter. Dieser war zu dem Zeitpunkt schon etwa 80 Jahre, querschnittgelähmt, konnte kaum sprechen. Verfahren wurde dann eingestellt aufgrund des Gesundheitszustandes. Vorher: Verhöre bei der Polizei von mir. Später Einstellung Verfahren. Da bei der Anzeige auch das Formblatt des Versorgungsamts beigefügt wurde nach OEG (Opferentschädigungsgesetz) wurde automatisch auch das Versorgungsamt informiert und ab dem Zeitpunkt der Strafanzeige (1997) erfolgte eine Aufnahme dort. Dann kam die Akte später an das Versorgungsamt und - obwohl von der Tochter noch Tagebuchaufzeichnungen, Originale ab etwa 1980 vorhanden waren und diese auch vorgelegt wurden - zweifelte dieses Amt an dieser Aussage, obwohl alles schon für eine Gerichtsprozeß vorbereitet war. Ich sagte unter Eides Statt aus, dass auch ich Opfer gewesen sei, eine Tochter reiste aus dem außereuropäischen Ausland extra an, um ihre Aussage zu machen und erst dann wurde vom Versorgungsamt (vorher amtsärztliche Untersuchung, Arztberichte über Krankenhausaufenthalte durch mehrfache Suizidversuche, Therapien usw) festgestellt, dass sie Anspruch nach dem OEG hat. Dies wurde dann im Jahre 2001 mitgeteilt. Es folgte eine Grundrente (Grad der Behinderung 80) und dann musste noch nachgewiesen werden, wie der berufliche Werdegang durch diese Tat beeinflusst wurde. Das hieß, gesamten Lebenslauf, alle Arbeitszeugnisse usw. Es war damals im Jahre 2000 der Studienabbruch usw. Hieraus erfolgte die Anrechnung des Berufsschadenausgleichs. Ein sehr kompliziertes Verfahren und wiederum nach 1/2 Jahr waren endlich alle Berechnungen beendet. Daraus folgte dann die "Endabrechnung",
- Grad der Behinderung beruflich 90,
- Grad der körperlichen Behinderung 80
für die nächsten 12 Jahre mit Behindertenausweis. Also ich wollte damit sagen, dass der Amtsschimmel voll zuschlägt. Aber wenn die Hürde mit dem Versorgungsamt erst mal überwunden ist, sind erst einmal die finanziellen Dinge und die Lebensgrundlage gesichert. Ich weiß, bei vielen ist es nicht so und sie werden nicht als "Überlebende" anerkannt.

Jetzt heißt es, was draus zu machen. Die Lebensgrundlage ist da und jetzt musst du dich sputen, wenn du gerade mal 28 Jahre bist, gesund zu werden und das bis zum 40.Lebensjahr, (Ausweis auf 12 Jahre), beruflich was zu machen, soweit belastbar zu werden, dass du damm it 40 Jahren, wenn alles mit dem Versorgungsamt vorüber ist, nicht da stehst, die geben Dir einen geringen GdB und du fällst in die Sozialhilfe.
Das nur zum Rechtlichen Aspekt.

Der Gesundheitliche: festgestellte Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis, Paranoia. Die letzten 2 1/2 Jahre mindestens 6 Aufenthalte in der Psychiatrie. Vollgepumpt mit Psychopharmaka, Kurzzeitgedächtnis lässt nach, ab und zu Drogen und Alkohol, Borderline-Struktur. Inzwischen unter rechtlicher Betreuung (Betreuerin), wie Entmündigung, Führerschein weg, Studium weg, Freunde weg. Wie kommt sie da wieder heraus?

Danke fürs Lesen.

Die Realität nicht aus den Augen verloren02.03.2003 15:27
Name Sabrina
E-Mail KaolinShotmail.com
Website http://anders-leben.piranho.ch
Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der mir einfach alles egal war, mein Leben, die Zukunft, Freunde und Familie einfach alles. Die Gefahr um mich herum und die Angst haben mich weggeschlossen, weg von der Realität. Ich habe funktioniert und nicht gelebt. Plötzlich gab es Hilfe, Menschen, die wussten, wovon ich sprach, Menschen in deren Gegenwart ich keine Angst haben musste, Menschen, die mir wieder gezeigt haben, was Leben eigentlich bedeutet.

Ich habe mich von allem alten getrennt und mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Ich habe wieder Liebe in mein Leben lassen können. Ich empfinde Liebe für meine Frau und meine Tochter. Die Frau, die mich damals an die Hand genommen hat, um mich aus dem Loch zu ziehen und mich auf die Beine zu stellen. Trotz der schon bestehenden Schwangerschaft hat sie sich für mich entschieden. Wir haben uns im August letzten Jahres vors Standesamt getraut. Wir leben zusammen mit meiner kleinen Tochter, die hier alles auf den Kopf stellt :o) Es wird in jedem Fall nie langweilig!

Der Kontakt zu meiner Familie ist richtig gut, mit meinen Eltern verstehe ich mich besser denn jeh. Der Kontakt zu T*tern ist komplett abgebrochen, jetzt seit ca. 2 Jahren. Ich habe meine Ausbildung fast zu Ende gebracht (die mündliche Prüfung steht noch aus), 2 Prüfungsteile sind schon bestanden. Ich traue mich wieder nach draussen. Ich habe gefunden und erkannt, was sich noch in mir befindet. Ich lebe in einem "Wir", d. h. ich bin nicht allein in diesem Körper. Ich habe Selbstbewusstsein (etwas völlig neues für mich ;-)) Ich habe kaum noch Albträume und ich flashe nicht mehr so viel, wie noch vor nicht so langer Zeit.

Von "Heilung" kann sicher noch nicht gesprochen werden, aber ich weiss, was schon alles geschafft ist und ebenso, was noch zu schaffen ist! Und ich bin glücklich und will es auch bleiben!

Danke fürs Lesen ;-)
Sabrina (Kaolin)

Der Kleine Stern wird wieder leuchten26.02.2003 12:20
Name fallingstar
Website www.beepworld.de/members38/fallingstar08
Um den Titel zu verstehen, muss man, glaube ich, die Geschichte vom Kleinen Stern auf meiner Homepage lesen, aber sie könnte triggern!!!

Ich werde nichts spoilern, weil ich es satt habe, um den heißen Brei zu reden. Ich möchte die Dinge beim Namen nennen.

Tief in mir habe ich das sichere Gefühl, dass ich es schaffen werde. Auch wenn ich sehr oft glaube in der Verzweiflung unterzugehen, sagt in mir immer eine Stimme: "Du schaffst das". Dieser Satz drängt sich immer in meine Gedanken, wenn ich denke es geht nicht mehr und darüber bin ich wahnsinnig froh.
Es geht mir noch nicht so sehr gut, aber es wird besser. Ich bekomme Unterstützung und ich fühle mich selbst immer stärker.
Ich konzentriere mich mehr auf meine Fortschritte und versuche stolz darauf zu sein.
Zwar kann ich (noch) nicht über den Missbrauch an sich sprechen, aber ich kann über meine Ängste und meine Wut sprechen. Zwar geht das nur mit einer Person, aber das ist schon mal ein riesiger Fortschritt. Bis vor kurzem ging das noch überhaupt nicht.
Meine Geschwister und meine Mutter wissen es auch endlich, auch wenn es nur per Zufall ans Licht kam. Trotzdem bin ich froh darüber. Ich bin auch stolz, dass ich die Schuldgefühle meiner Mutter nicht zu meinen Schuldgefühlen werden lasse.
Jetzt denke ich darüber nach den Rest meiner Familie und somit auch den Täter damit zu konfrontieren, aber das ist im Moment noch ein Gedanke und mehr auch nicht.
Eine liebe Freundin hat mir geraten: Schritt für Schritt und nichts überstürzen.

Liebe Grüße
fallingstar

Fast keine Albträume mehr :)24.02.2003 23:29

Seit vielen Jahren ist es das erste Mal, dass ich seit so langer zeit fast keine Albträume mehr hatte!
Seit ca. einem halben Jahr wurden sie immer weniger und weniger und sind momentan so selten, dass ich gar keine Angst mehr habe schlafen zu gehen!
Und wenn ich dann mal träume, ist es nicht mehr so, dass ich dan den ganzen tag fix und alle bin, sondern es ist dann "nur noch" im Moment schlimm.

Ich fühle mich seit dem viel wacher, da ich einfach besser schlafen kann!

Ich weiss nicht WIESO die Albträume selten werden, ob es an der Therapie liegt?
Mein Freund gibt mir auch sehr viel Kraft und zeigt mir, dass ich keine Angst mehr haben muss.
Ich glaube auch, dass es damit zusammenhängt, dass mein Freund mir jeden Abend vor dem Einschlafen sagt , dass er nachts auf mich aufpasst.

Jedendfalls tut es gut wieder durchzuschlafen :)
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