| Ehrenwallsche Klinik (geschützte Frauenstation) | 20.03.2003 10:26 | | Name | Cappuchino | So habe mich nun mal dazu entschlossen, hier auch mal reinzuschreiben, allerdings werde ich meinen Erfahrungsbericht splitten, Für mich ist dies momentan alles ein erster schritt, das heist, einen heilungsbericht zu schreiben, wäre in meinen augen noch zu früh. Da ich aber mehrmals im chat angesprochen wurde, wie es denn da in der Klinik ist, wie es mir geht, was man dort machen kann, und und und, denke ich, das es doch hilfreich ist, das hier einmal reinzuschreiben, als 20 mal in den chat. :o) Meine Aufnahme in die Ehrenwallschen Klinik, habe ich mir sehr schlimm vorgestellt, da mein Weltbild von Psychatrischen Kliniken sehr stark negativ geprägt war. Doch schon bim betreten, entstand bei mir nicht die angst die ich sonst hatte, wenn ich eine klinik betrat. Mein innerliches gefühl signalisierte mir ein stück sicherheit, das auch durch das ruhige auftreten von schwestern und ärtzten nur wiedergespiegelt wurde. Es wurden dort auf meine Grenzen geachtet. Nichts wurde Übertreten. Ich wurde als "Mensch"aufgenommen. Nicht als Nummer oder ein Stück papier. Bei der Aufnahme wurde mir mein Zimmer gezeigt, das, wie sich rausstellte bald ein sehr guter ort war, um sich zurückzuziehen. Ich muste niemanden dort von anfang an erzählen, warum ich in die klinik kam, was mich belastet. Ich durfte mich in ruhe erst mal an das gewöhnen, was nun erst mal auf mich zukam. Meine ersten Ängste kamen auf, als es abends Abendessen kam. Dazu muste man sich in einen Speisesaal setzten, mit vielen anderen Frauen. Ich hatte panische angst davor. Aber anstatt mich dazu zu zwingen, oder auf mich einzureden, brachte man mir das essen in den Aufenthaltsraum. Das hatte mich echt umgehauen. Wieder fragte niemand, oder ging mir auf den kecks, ich muste mich nicht rechtfertigen. Man gab mir zeit, schwieg und verstand. Das gab mir das erste bischen vertrauen in die klinik. Man hatte hier also keinen handlungs-und Zugzwang. Meine Ängste wurden in vielen sachen angenommen. Aber apropo essen....:o).....das ist dort wirklich "erste Sahne". es wird von einem 3 sterne Koch gepruzelt, und die auswahl ist auch nicht gerade klein. Kann man also nur empfehlen. In der Ehrenwallschen Klinik giebt es...(aber nur wenn man selber möchte) ein umpfangreiches Angebot an Therapien. Man Kann sachen machen, die der Körper einfach nur vermisst hat und vielleicht nicht nur der. Aber das hier alles aufzuzählen ist wohl doch etwas viel. Aber zwischen, ADL, schwimmen, Fango, Massage, Sport und spielegruppe, und und und, möchte ich gleich sagen, das es dort KEINE Gesprächstherapie giebt, das heist geben tut sie sie schon, aber nicht auf der geschützen. Was auf jeden fall super ist, das man dort immer jemanden zum reden hat wenn man einen braucht. Man braucht eigentlich nur den mut mal jemanden zu fragen, ob dieser gerade zeit hat. Das ist die einzigste Hürde. War sie für mich zumindestens. Ich kann sagen, das man in der Ehrenwallschen klinik, keinem "Psychoartzt" begegnet, sondern das unter diesen Kittel tragenden Wesen, auch Menschen sind, die nicht auf der Seele des einzelnden rumtrampeln. Ich denke einfach mal, das für mich es am allerwichstigsten war, das meine grenzen nicht übertreten oder übersehen würden. Sondern sie aktzeptiert wurden. naja denke mal genug vorteile von der klinik geschrieben habe, so jetzt mal zu den Negativen, die ja eigentlich normal sind. Also ..rauchen auf den Zimmer nicht erlaubt :o), jeden Früh um 7.00 uhr wecken, und zwar durchgehend, von Montag bis sonntag. Um 22.30 ist bettruhe. Rauchen im Raucherzimmer auch nur bis 22.30. Aber ich denke mal, das man ziemlich leicht, in die tasche stecken kann, wenn man sieht, wie man in der klinik behandelt wird. Was mir allerdings noch einfällt ist, das die Station auf der ich war, Verlegt wird, Die heimische Atmosphäre wird dort nicht mehr so gegeben sein. Die Räume sind dann dort alle weis, auch die Gänge. Es wird dort dann aussehen wie in einem Krankenhaus. Aber die Ärtzte werden die selben bleiben, und denke anderster sollte das nicht sein. Im Übrigen rennen dort nicht nur "verrückte" rum, wie in was-weis-ich für anderen kliniken. Das kann teilweise auch richtig angenehm sein. Das wichtigste ist, "ihr könnt-müßt aber nichts machen"! Allerdings würde ich an eurer stelle so ziemlich alle angebote annehmen, die ihr bekommen könnt. Sonst verpasst ihr noch was. :o) Im Großen und ganzen kann ich mal einfach so sagen, das mich der Aufenthalt in der Ehrenwallschen kLinik weiter gebracht hat. In dieser Zeit habe ich vieles gelernt, und habe auch dort Entscheidungen treffen können, die begonnen haben mein Leben zu verändern. |
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