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Es ist zu schaffen

Wir möchten an dieser Stelle Eure Berichte über Fortschritte bei der Heilung veröffentlichen, um anderen Mut zu machen und zu zeigen, daß Heilung möglich ist.
Auch wenn es im Einzelfall nur kleine Schritte sein sollten, so sind es doch wichtige Schritte und wir bitten Euch, sie uns zu schicken.

Bitte gebt hier Eure Berichte ein. Diese werden dann innerhalb weniger Tage von uns freigeschaltet.
Falls dies einmal nicht klappen sollte, wendet Euch bitte an Webmaster Eric.
Habt bitte Verständnis dafür, daß wir an dieser Stelle nur Berichte veröffentlichen, die zum Thema "Es ist zu schaffen" passen.



Titel
Zur Person (nicht notwendig, nur wenn Ihr wollt!)
Name
E-Mail
Website
Text

Tagebuch Traumaheilung30.05.2017 10:51
Name Birgit
E-Mail birgit.berkenbrueckweb.de
Website www.tagebuchtraumaheilung.wordpress.com
Hallo ihr Lieben,

ich hab 2008/9 viel hier gelesen, geschrieben, gesurft, gechattet und es tat mir so gut. Damals war meine akute Krise, wo alles hochkam (mit 41 Jahren!). Ich habe jetzt (unter einem Pseudonym natürlich) meine Tagebücher von damals als Blog veröffentlicht. Meine Träume, meine Therapiestunden, meine Arbeit mit dem inneren Kind...

Und Vorsicht, natürlich können die Texte triggern. Lies sie nur, wenn du stabil bist.

Ich hatte damals verzweifelt nach Literatur gesucht von Frauen, wo es im hohen Erwachsenenalter plötzlich hochkommt, und außer "Durch dichte Dornen" nichts gefunden.

Vielleicht interessiert die eine oder den anderen meine Geschichte. Ich möchte euch sagen, dass ich heute kaum noch Trigger habe, wieder zuverlässig arbeiten gehen kann, keine Selbstmordgedanken mehr habe, keine tiefen Depressionen mehr. Natürlich geht es mir auch heute nicht immer gut, das ist klar. Aber im Vergleich zu damals ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich hoffe, das macht Mut?

Liebe Grüße von Birgit


Schritt für Schritt wird es besser19.03.2016 18:30
Name Kath
E-Mail specialdrumgmx.de
Hallo zusammen,

ich bin vor Kurzem auf diese Seite gestoßen und bin dankbar dafür. Durch meine Mutter habe ich emotionalen, körperlichen und sexuellen Missbrauch erlebt. Der körperliche Missbrauch war für mich immer sehr bewusst, so dass ich mit 16 Jahren das erste Mal in Therapie ging, um einen Umgang damit zu finden. Den emotionalen Missbrauch habe ich bis vor 2 Jahren emotional abgespalten. Ich konnte darüber reden, aber gespürt habe ich die Wunden nicht. Zum sexuellen Missbrauch konnte ich erst vor vier Monaten wieder Zugang bekommen. Ich bin heute 29 Jahre alt, befinde mich in meiner vierten Therapie und habe es vor einem halben Jahr geschafft, mich aus dem familiären System zu lösen. Daher habe ich keinen Kontakt mehr zu meiner Familie. Seitdem ich mich mit meinen seelischen Wunden auseinandersetzen, besteht ein großer Wunsch danach, irgendwann endlich gesund zu werden. Die drei Formen des Missbrauchs haben schwerwiegende Konsequenzen mit sich gebracht (Magersucht, Bulimie, Depressionen, Suizidgedanken, Sportsucht, Beziehungsängste/-schwierigkeiten). Jeder Tag gestaltet sich für mich anders. An den Einen bin ich zuversichtlich und positiv gestimmt. An anderen spüre ich die Wunden wieder und muss viel Kraft für die Versorgung dieser aufbringen und Mut fassen, weiter zu machen. Und dennoch spüre ich mit jedem Schritt, den ich weiter gehe und mich damit auseinandersetze, wie ich mich verändere. Ich schaffe es mittlerweile mich vielen Menschen anzuvertrauen - versuche so offen, wie es mir möglich ist, darüber zu reden. Was mich bis heute überrascht ist, dass ich nach Selbstöffnungen so große Unterstützung bekomme und mir andere dabei helfen, Positiverfahrungen mit Menschen zu machen. Ich vertraue mittlerweile aus meiner Tiefe heraus, früher habe ich \"Raster\" entwickelt, Verhaltensweisen beobachtet, um eine Einstufung darüber zu bekommen, ob ich Menschen vertrauen kann. Ich spalte deutlich weniger Emotionen ab, habe gelernt, Wut und Trauer zuzulassen und mich nicht mehr zu bestrafen. Die Wut und Trauer werden wohl noch länger bleiben. Es gibt Zeiten im Jahr (Geburtstag, Ostern, Weihnachten), da brauche ich viel Kraft und Ressourcen, da ich sehr emotional aufgewühlt werde. Ich habe dafür das Bild einer Schneekugel: Wird sie geschüttelt, wirbelt der Schnee umher. Wie unsere Gefühle. Es braucht Ruhe und Zeit, bis es wieder klar wird. Aber Klarheit kommt!

Liebe zu mir selbst25.09.2015 21:17
Name Alex
E-Mail wangerin69web.de
Ich habe schon vor 13 Jahren den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen und keinen Tag davon bereut. Das Leid, das sie mir während meiner gesamten Kindheit und Jugend angetan haben, trage ich trotzdem in mir. Aber ich weiß, dass ich nicht schuld bin!!! Sie waren damals erwachsen und ich ein Kind, ihr Kind!
Ich war und bin viel in Therapie, nehme auch Medikamente, die mir sehr helfen.
Alles im Alltag gleicht manchmal einer der größten Herausforderungen, aber ich lebe noch!!! Und darauf bin ich auch stolz!
Ich glaube, dass Gott will, dass ich da bin, dass er mich liebt und mir hilft.
Jedes graue Haar (ich bin jetzt 45 Jahre) entfernt mich mehr von meiner Vergangenheit, und wenn es stimmt, dass es zu schaffen ist, dann bin ich einer der Beweise.
Ich will meine Eltern überleben!!

Heute bin ich frei28.05.2015 17:40
Name Kolja
E-Mail Koljateppainenweb.de
Hallo,

ich bin Kolja, 21 Jahre alt, studiere.
Ich hatte einen großen Bruder, der mit ADHS diagnostiziert wurde- meine Eltern waren überfordert und ich lernte früh, dass überforderte Menschen schlimme Dinge tun können- und dass man darüber nicht redet.
Deswegen redete ich nicht und wurde am Gymnasium dann die komische Dicke, die immer zu spät zu Verabredungen kam und die aber auch keiner besuchen durfte. Ich zog mich zurück, ich lernte die Welt zu hassen, insbesondere die Menschen, und wollte mit ihnen nichts zu tun haben.
Mein Bruder benutzte mich für seine ersten sexuellen Gehversuche, ein Freund akzeptierte ein Nein nicht- eins kam zum anderen. Eine Abwärtsspirale, könnte man meinen. Ich machte Abi, begann eine Ausbildung, brach im Zug heulend zusammen, die Ausbildung ab- und siehe da, was eigentlich ziemlich scheisse klingt, war das Beste, was mir passieren konnte.

Ich machte einen BFD im Altenheim, weil ich Panik vor der Vorstellung hatte, ein Jahr lang nichts zu tun. Ich merkte, dass ich gerne mit Menschen arbeite, aber Defizite im Bereich soziale Interaktion hatte, weil ich manchmal das Gefühl hatte, auf einmal wegrennen zu müssen.
Ich beschloss, trotzdem auf Lehramt zu studieren (ich wechsel zum Wintersemester, aber nur, weil ich das Drumherum nicht mag- ich bleibe aber im sozialen Bereich), ich ging raus- begann einen Job in einer Kneipe, überwand mich, zu Veranstaltungen zu gehen, die mich interessieren, und nicht aus Angst vor komischen Blicken wegzubleiben.
Ich riskierte, Fehler zu machen- teils, um zu erleben, dass einem deswegen nicht der Kopf abgerissen wird, teils, weil ich mir nicht sicher war, ob es wirklich ein Fehler wird.
Ich begann mit Kampfsport- etwas, was ich immer machen wollte. Ich lernte Menschen kennen, überwand meine eingeredete Überheblichkeit, in dem ich explizit darauf achtete, was andere Menschen wertvoll macht. Ich traute mich, Gefühle zuzulassen- erst nur in der Musik, dann Stück für Stück immer öffentlicher. Ich meine damit nicht, dass man alles herausposaunen muss- aber es gibt Menschen, bei denen man sich Vertrauen leisten darf. Auch wenns schwer fällt, auch wenn man am Anfang eine Wahnsinnsangst hat.
Ich brachte mich gewollt in Situationen, in denen ich mich unwohl fühlte- Menschen ansprechen, mit Menschen sprechen, Menschen Kunst von mir zeigen, ihnen was über mich erzählen.
Mich berühren lassen, körperlich wie emotional (nicht sexuell, sondern überhaupt).

Heute... ich bin nicht fertig. Ich bin noch lange nicht da, wo ich hin will, und manchmal gibt es Rückschläge, bei denen ich mir denke \"Hab ich das nicht hinter mir?\". Aber dadurch, mich an Dinge gewagt zu haben, die ich nie tun wollte, bin ich freier geworden- die Angst ist ein Stück weit weg.
Ich weiss wer ich bin und ich weiss, was ich kann- und ich kann auf eine Entwicklung zurückblicken, die mir bestätigt \"Hey, du kannst es schaffen\".


Loslassen09.02.2015 22:52
Name Serafina
Eine Frau steht
stark
auf einem Felsen allein bei sich
sie lächelt die Wellen wie ihr Leben
voller Tiefe und Verwundung und doch
auch voller Wunder
voller Freundschaft und Liebe und
guter Nähe
sie strahlt
die Steine, die sie belastet haben,
sie sind weg
ins Meer geworfen
losgelassen

sie ist frei
endlich endlich
frei
der Schmerz ist noch da
die Trauer
auch
aber die Steine, die nicht
ihr gehören
sie sind weg
und sie kann wieder atmen
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