| Endlich reden | 20.12.2007 12:52 | Ich bin fast 48 Jahre und bin Betroffene. Ich wurde von meinem Bruder und von meinem Vater s*****l Miss******t. Meinen letzten Flashback, in Bezug auf meinen Vater, hatte ich vor 3 Jahren nach einer Hand-OP an meiner rechten Hand. Ich habe viele Jahre versucht mit meinen Eltern über das zu sprechen, was mein Bruder getan hat. Sie wollten nichts davon wissen. Dann habe ich all meinen Mut zusammengenommen und meinen Bruder damit konfrontiert. Er wusste von nichts, konnte sich nicht daran erinnern. Er meinte nur, "weiß du wie schlecht es mir jetzt geht und ich mich fühle". Ich war wütend und sagte zu ihm "weißt du was, dass ist mir scheissegal, das ist dein Problem" und bin gegangen. Es ist jetzt kein Geheimnis mehr, er weiß jetzt, dass ich es weiß. Damit geht es mir gut und ich habe keinen Kontakt mehr zu ihm.
Mein Vater ist vor 4 Jahren verstorben. Ihn konnte ich nicht mehr konfrontieren. Weider habe ich versucht mit meiner Mutter darüber zu sprechen (sie ist Alkohlikerin). Ich wusste sie war dabei. Ich wollte wissen, warum sie mir nicht geholfen hat. Sie lieferte mir Erklärungen, warum mein Vater das getan hat, sogar, dass ich selbst Schuld sei. Dann fragte sie mich, was sie hätte tun sollen, und wo hätte sie denn hin sollen mit 3 Kindern, sie meinte " wenn sie mir geholfen hätte, dann hätte mein Vater sie doch verlassen."
Ich habe mich von meiner Mutter distanziert. Ich wollte das sie mich liebt, aber der Preis ist mir zu hoch. Seit 1Jahr habe ich kaum Kontakt zu meiner Mutter. Wenn dann ruft sie mich an. Es geht mir gut damit, dass ich keinen Kontakt zu ihr aufnehme.
Geholfen hat mir, zu erkennen, dass ich mich an niemanden aus meiner Herkunftsfamilie wenden kann, dass macht alles noch schlimmer. Denn sie können oder wollen mir das was ich brauche (Sicherheit, Liebe, Geborgenheit, gesehen werden u.v.m.) nicht geben.
Darüber reden, mit Menschen die verstehen, was ich fühle, wenn ich zum z.B. zum Zahnarzt gehe und Panik schiebe, die auch ohne viel erklären einfach nur verstehn. Das hilft mir, mich selbst besser zu verstehen, und dann muss ich es nicht in mir einschließen, und Angst haben verrückt zu werden.
Ich habe nach fast 10 Jahren Verhaltenstherapie, die nicht wirklich geholfen hat. Nochmal all meinen Mut zusammen genommen und mir ganz gezielt eine Therapeutin ausgesucht die darin ausgebildet ist und Erfahrung auf dem Gebiet hat. Das hab ich gut gemacht. Sie unterstützt mich dabei mich selbst besser zu verstehen und mir so näher zu kommen. Für mich ist das wie eine Reise zu mir. Es ist nicht immer einfach. Es ist auch mit Schmerz, Trauer und Angst verbunden und wirklich arbeit und ES LOHNT SICH den Weg von überleben zum LEBEN zu gehen. |
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