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Es ist zu schaffen

Wir möchten an dieser Stelle Eure Berichte über Fortschritte bei der Heilung veröffentlichen, um anderen Mut zu machen und zu zeigen, daß Heilung möglich ist.
Auch wenn es im Einzelfall nur kleine Schritte sein sollten, so sind es doch wichtige Schritte und wir bitten Euch, sie uns zu schicken.

Bitte gebt hier Eure Berichte ein. Diese werden dann innerhalb weniger Tage von uns freigeschaltet.
Falls dies einmal nicht klappen sollte, wendet Euch bitte an Webmaster Eric.
Habt bitte Verständnis dafür, daß wir an dieser Stelle nur Berichte veröffentlichen, die zum Thema "Es ist zu schaffen" passen.



Titel
Zur Person (nicht notwendig, nur wenn Ihr wollt!)
Name
E-Mail
Website
Text

Schweigen brechen28.03.2008 18:43
Name Erika
E-Mail Zwiederwurzinaol.com
Kurze Vorstellung meiner Person:
Bin 43 Jahre alt, weibl., seit 27 J. verh., hab zwei Töchter.
Im Oktober letzten Jahres, machten mein Mann und ich das erste mal einen tollen Strandurlaub auf Fuerteventura. Ich habe mir ausreichend Lektüre zum Lesen besorgt um mich mal so richtig auszuspannen. Darunter war auch ein Roman indem es sich um Kindesmissbrauch handelte.
Ich habe während des Lesens Übelkeit und ein ganz komisches Gefühl verspürt. Plötzlich wurden bei mir nach über Jahrzehnten Erinnerungen wach, das ich nicht für Möglich hielt.
Ich habe mich genau daran erinnert, wie ich nach der Vergewaltigung durch meinen Onkel bei meinen Großeltern (auf der Toilette) ins Wohnzimmer zur Gesellschaft zurückgeflüchtet bin und mich neben meine Mutter gesetzt habe. Ich habe am ganzen Körper gezittert. Meine Mutter sagte: "Sag mal was ist denn mit dir? Bekommst du etwa eine Grippe - du hast ja richtigen Schütttelfrost." Ich konnte nur ein lautes JA von mir geben. Dann sagte Mutter zu meinen Vater dass es wohl besser sei nach Hause zu fahren. Wir sind gefahren und damit auch meine Erinnerungen bis letztes Jahr Oktober. Nun werden die Erinnerungen immer klarer. Ich kann mit niemanden darüber sprechen. Als wenn mein Mund seit damals dieses schreckliche Erlebnis um keinen Preis hergeben möchte. Im Dezember auf einer Weihnachtsfeier hatte ich zuviel Alkohol konsumiert und es ging mir sehr schlecht. Unter anderem musste ich mich mehrmals zuhause übergeben. Als ich vor der Toilette am Boden lag, habe ich tränenüberströmt meinen Mann gesagt, dass ich als Kind vergewaltigt wurde. Er hat mir ganz liebevoll über den Kopf gestreichelt aber mich über diese Offenbarung (als ich wieder nüchtern war) nie angesprochen.
Nun habe ich gelesen, dass die Tat schon verjährt ist. Was mich zornig macht. Doch ich bin nachdem ich hier so einiges gelesen habe sehr zuversichtlich, das "Ganze" zu verarbeiten. Ich habe einen Termin bei einer Psychiaterin vereinbart. Herzlichen Dank für dieses Forum, der Austausch bzw. das von der Seele schreiben hilft mir sehr.

Liebe Grüße
Erika

Sich selbst Sicherheit geben18.03.2008 22:33
Name ulla
E-Mail utunnyahoo.de
Ich bin 55 Jahre alt. Mein Alter sieht man nicht. Bis vor 8 Jahren wußte ich nichts. Nur komische Ahnungen. Dann brach das Trauma heraus. 8 Monate, Nacht für Nacht. Ich hatte Angst vor der Psychatrie also schwieg ich. Hatte Augen wie ein Kind, und jeder bewunderte mein strahlendes Aussehen und fragt nach dem Rezept wie man sich so jung halten kann!! (welch ein Wahnsinn) Wieder schwieg ich. Ich lachte und tat fröhlich. Nur in den Nächten nicht. Es war wie Folter ohne Erbarmen ohne Mitgefühl für meine Schmerzen und Gefühle. Naja das kennt wohl jede/er der mißbraucht wurde. Vor erst 2 Jahren fand ich den richtigen Therapeuten, nach langem Suchen. Ein Psychologe machte 3 Häuser neben mir eine Praxis auf . Erst wollte ich nicht, es war doch zu nah. Dann ging ich doch, und hatte großes Glück. Er hatte über 8 Jahre in einer Klinik gearbeitet in der auch eine wohl Weltweitbekannte Traumatherapeutin arbeitete. Ich habe durch die Therapie meine Verhaltensweisen kennengelernt. Er hat mit mir mein innerliches Chaos in ein besser überschaubares Bild gebracht.Er gab meinem Verhalten einen Namen. Traumatische Belastungsstörungen. Auch das half mir. Was für mich ganz wichtig ist: ein Schutzraum in einer Wohnung. Niemals fühlte ich mich sicher in einer Wohnung, 19 mal zog ich um. Nie fühlte ich mich zu Hause, draußen fühlte ich mich immer sicherer. Erst seit der Therapie weiß ich warum. Dann fand ich eine Wohnung, die für mich wie geschaffen war. Der Schlafraum grenzt ans Wohnzimmer und hat einen sehr großen und breiten Durchgang zum Wohnzimmer . In dem Schlafraum ist kein Fenster und keine Tür. Für andere ist es eine dunkle Höhle für mich ist es ein Zufluchtsort. Ich fühle mich geschützt und nicht beobachtet. Ich schlafe tiefer und wenn ich am Tag die bekannte innere Unruhe verspüre, gehe ich in meine "Höhle", ziehe den leicht durchsichtigen Vorhang zu und fühle mich in Sicherheit.So kann ich mein Leben gut leben. Therapie und Schutzraum. Das sind die zwei wichtigsten Dinge die mir sehr helfen.Die körperlichen schmerzhaften Symptome sind um einiges zurückgegangen.Ich bin stärker geworden, merke wann ich mich als Opfer fühle und hole mich da mit selbst gefundenen Skills wieder raus. Ich wünsche allen Leidensgenossinnen viel Geduld beim Finden eines guten Therapeuten und viel Kreativität um sich einen persönlichen Schutzraum zu schaffen. Danke für Eure Offenheit. Auch das hilft.

Endlich reden20.12.2007 12:52
Ich bin fast 48 Jahre und bin Betroffene. Ich wurde von meinem Bruder und von meinem Vater s*****l Miss******t. Meinen letzten Flashback, in Bezug auf meinen Vater, hatte ich vor 3 Jahren nach einer Hand-OP an meiner rechten Hand. Ich habe viele Jahre versucht mit meinen Eltern über das zu sprechen, was mein Bruder getan hat. Sie wollten nichts davon wissen. Dann habe ich all meinen Mut zusammengenommen und meinen Bruder damit konfrontiert. Er wusste von nichts, konnte sich nicht daran erinnern. Er meinte nur, "weiß du wie schlecht es mir jetzt geht und ich mich fühle". Ich war wütend und sagte zu ihm "weißt du was, dass ist mir scheissegal, das ist dein Problem" und bin gegangen. Es ist jetzt kein Geheimnis mehr, er weiß jetzt, dass ich es weiß. Damit geht es mir gut und ich habe keinen Kontakt mehr zu ihm.

Mein Vater ist vor 4 Jahren verstorben. Ihn konnte ich nicht mehr konfrontieren. Weider habe ich versucht mit meiner Mutter darüber zu sprechen (sie ist Alkohlikerin). Ich wusste sie war dabei. Ich wollte wissen, warum sie mir nicht geholfen hat. Sie lieferte mir Erklärungen, warum mein Vater das getan hat, sogar, dass ich selbst Schuld sei. Dann fragte sie mich, was sie hätte tun sollen, und wo hätte sie denn hin sollen mit 3 Kindern, sie meinte " wenn sie mir geholfen hätte, dann hätte mein Vater sie doch verlassen."

Ich habe mich von meiner Mutter distanziert. Ich wollte das sie mich liebt, aber der Preis ist mir zu hoch. Seit 1Jahr habe ich kaum Kontakt zu meiner Mutter. Wenn dann ruft sie mich an. Es geht mir gut damit, dass ich keinen Kontakt zu ihr aufnehme.

Geholfen hat mir, zu erkennen, dass ich mich an niemanden aus meiner Herkunftsfamilie wenden kann, dass macht alles noch schlimmer. Denn sie können oder wollen mir das was ich brauche (Sicherheit, Liebe, Geborgenheit, gesehen werden u.v.m.) nicht geben.

Darüber reden, mit Menschen die verstehen, was ich fühle, wenn ich zum z.B. zum Zahnarzt gehe und Panik schiebe, die auch ohne viel erklären einfach nur verstehn. Das hilft mir, mich selbst besser zu verstehen, und dann muss ich es nicht in mir einschließen, und Angst haben verrückt zu werden.

Ich habe nach fast 10 Jahren Verhaltenstherapie, die nicht wirklich geholfen hat. Nochmal all meinen Mut zusammen genommen und mir ganz gezielt eine Therapeutin ausgesucht die darin ausgebildet ist und Erfahrung auf dem Gebiet hat. Das hab ich gut gemacht. Sie unterstützt mich dabei mich selbst besser zu verstehen und mir so näher zu kommen.
Für mich ist das wie eine Reise zu mir. Es ist nicht immer einfach. Es ist auch mit Schmerz, Trauer und Angst verbunden und wirklich arbeit und ES LOHNT SICH den Weg von überleben zum LEBEN zu gehen.

kleines Mädchen,jetzt Groß12.12.2007 08:21
Name sylvia
E-Mail molly21370yahoo.de
Hallo
mein kleines Mädchen wurde im alter von 7-8 bis ich fast 15 jahre war von ihrem Vater sexuell missbraucht.Es geschau dann und wann...auch im Ehebett meiner Eltern wo neben an meine Mutter ;;angeblich" schliff...aber sie hat es mitbekommen davon gehe ich heute aus.Welche ,,normale" Mutter bekommt es nicht mit wenn der Vater sich an seiner Tochter vergeht,wobei ich sagen muß das er nie in mir eingedrungen ist(zum Glück).Aller dings hate er das bei meinen 2 anderen Schwestern gemacht und bei meiner 2ältern auch nicht..da hat er das selbe wie bei mir gemacht...wo hat er die unterschiede gemacht...ich weiß es nicht...Heute nach laaager Zeit kann ich darüber reden..mache Therapie und Gruppentherapie ich sehe das ich nicht alleine bin.Meine ältere Schwester fragte mich mal wieso haste nix gesagt,ich hätte dir geholffen,,,ich durfte ja nix sagen mein Vater hats mir verboten mit dem spruch::sag ja der mama nix...und hätte mir wer geglaubt??? ich war 7 oder 8Jahre ich weiß es nicht mehr genau,,,aber das begann wie ich das erstemal meine Tage bekamm von dem zeitpunkt liess er mich in Ruhe(hätte ich das mit 8j gewusst,hätte ich meine tage da schon gehabt)
Nun kann ich auch mit meinem 2ten Ehemann darüber reden,er hilft wenn es nötig ist und lässt mich auch genauso in Ruhe...er ist da wenn ich ihn brauche und weg wenn ich alleine sein will...das ist der Grund wieso dies Ehe läuft nicht so wie die erste die nach dem 2ten Kind zu ende war...Meine Mutter ist seid 6jahre tod...auf ihrer Beerdigung war ich die einzige der vielen Kinder,,wir waren mal 9...da habe ich auch meinen Erreuger(Vater kann man sowas ja nicht nennen)das letzte mal gesehen,kann nicht mal sagen oder er noch am leben ist weil es ich nicht juckt---meine schwester hat sich vor 3 jahren das Leben genommen(mit unter auch wegen IHM) sie hat das alles nicht verarbeiten können weil sie keine Therapie machen wollte konnte oder wie auch immer,,sie fing mit Drogen an und naja der abstieg lies nicht lange auf sich warten...leider konnte ich ihr nicht helfen weil sie esauch nicht wollte 2x habe ich es noch geschafft,,,das 3te mal leider nict mehr...ich könnte noch viel über mich und meine schwestern schreiben über dinge die ich erfahren habe wie ich meine andere schwester kürzlich besucht habe das auch mein Großer Bruder einer meiner schwestern verg....hat,,,,und sie damit heute noch leben muß..wieso keine eine Anzeige macht?gemacht hat?das weiß ich auch nicht aber ER ist schon fast 80j und mehr tod wie am leben...er bekommt seine strafe von GOTT das ist meine Hoffnung...den meine kleine in mir ist nun gross.....

Es war einmal.......26.11.2007 01:38
Name Eva
E-Mail ave5gmx.de
Es war einmal:

Und plötzlich brach ich zusammen.Ich konnte meine Fassade nicht mehr aufrecht erhalten. Niemand sollte eigentlich je erfahren, wie zerrissen und wie ver-rückt die Welt in meinem Inneren war. Ich wußte es ja selbst nicht einmal.

Da war dieser ständig sich wiederholende Traum: mitten im Leben zu stehen und urplötzlich so erbarmungslos und ohne jene Vorankündigung herausgerissen zu werden.

Und dann wurde er wahr, dieser Traum.

Ein sehr langer steiniger Weg lag vor mir.

Um jemals an Leib und Seele zu gesunden, musste ich lernen, hinzusehen, schmerzliche Wunden hinzunehmen und damit zu leben.
Ohne therapeutische Begleitung wär das nicht möglich gewesen.

Ich seh auf dieser Startseite die kleine Blume, wie sie aus dem dunklen Schotterberg zaghaft den Weg zurück ins Leben wagt.
Diese Blume zeigt so klar und deutlich, wie aus Schotter ein Leben neu erwachsen kann, von dem ich damals nicht zu träumen glaubte.

Noch bin ich nicht am Ziel, aber ich wachse langsam und stetig und bin voller Zuversicht.

Euch, die ihr noch auf dem schweren, steinigen Weg seid, wünsch ich ganz viel Kraft und Mut zum Durchhalten. Habt Geduld mit euch. Es ist zu schaffen.
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