Irgendwo
| 2013-10-31 18:14 4233 | Kein Wor kann sagen was geschah. Wie soll man über Erlebnisse sprechen, die nur eine Körper-Gefühls-Zerissenheits-Schmerz-Quälerei sind? Wir sind zerissen, zerfetzt, haben uns in Teile zerlegt- seelisches Erdbeben- ohne Worte- die Sprache ist verstummt, gestorben, angesichts des Entsetzens- wir haben überlebt, aber finden keine Worte um uns mitzuteilen, weil Worte nicht sagen können wie es war-kurze Bilder, Gefühle, Gerüche- alles nur blitzartig, mit Schmerzen im Körper- ein Durcheinander der Gefühle und Gedanken, alles ist irgendwie und nicht greifbar- wir hätten gerne Klarheit- möchten gerne sprechen und fühlen uns in uns nur verwirrt, sind jeden Tag näher am Tod als am Leben und kämpfen ums Überleben- wann hört es endlich auf? Wir würden einfach nur gerne arbeitsfähig sein, unseren Alltag bewältigt bekommen und hätten gerne ein ganz normales Leben, stattdessen lässt man uns kämpfen um unsere Anerkennung, um das wenige Geld was man uns gerade wieder einmal nicht zahlt- beständige Überprüfungen, Begutachtungen und von Außen die wohlgemeinten Fragen, wie haben Sie nun schon wieder eine Anstellung: ,,Nein wir warten auf eine Aufnahme in einer Klinik." ,,Achja, wieso..., sind Sie krank." Wir sehen immer recht gesund aus, aber wie es in unseren Inneren aussieht, dies können wir doch nicht sagen. Warum sitzt die junge Frau den ganzen Tag da oben und geht nicht arbeiten? Wir arbeiten, wir kämpfen jeden Tag, alleine aufzustehen und uns zu duschen ist schon ein Kraftakt- wir versuchen jeden Tag nicht aufzugeben und weiter am Leben zu bleiben - und wir haben uns unser Leben auch nicht so vorgestellt und wir können nichts dafür, aber unsere Geschichte, das Warum will doch von den ganz ,,Normalen", die ja immer so scheinbar besorgt, sondern eher neugierig fragen, weil sie vielleicht denken, dass wir einfach nur faul sind, keiner wissen- Missbrauch ja, ok, aber all das andere kann doch nicht sein, dass passiert vielleicht, haben wir schon mal von gehört, aber wir kennen doch niemanden der als Kind, Baby schon ein ,,Filmstar" war. Wir hätten auf diese Karriere auch verzichten können! Wir leben noch und man sagt uns nach, wir wären stark, aber gerade jetzt fühlen wir uns nicht so- jeder Tag ist einfach schon wieder nur Qual.
Umso wichtiger ist es zu wissen, dass ihr anderen Betroffenen da Draussen irgendwo seit und wir nicht alleine mit diesem Schicksal sind. Wir wissen von den anderen Kindern, die mit uns da waren- wir sind nicht allein.
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