Es ist für mich persönlich das größte Leid überhaupt gewesen, als ich vor zwanzig Jahren erkannte daß mit mir einiges nicht stimmen kann. Es war so schwer herauszubekommen was denn genau die Ursache meiner, für Mitmenschen und auch für mich selbst, so "unnormalen" Handlungsweisen war. Mein Unverständnis gegenüber meiner Umwelt "was wollen die denn" oder "ich verstehe sie nicht". Wieso haben meine Freundinnen Glück in der Liebe und ich immer "nur" die Partner die eh keine will. Wieso mir übel wurde und ich Weinkrämpfe bekam nach dem Sex?! Wieso meine Mitmenschen "in mich hinneingetreten" haben? Sehr vieles mehr es würde jetzt zu sehr irritieren, brachte mich an den Rand des Wahnsinns. Erst körperliche Beschwerden, dann psychosomatische, jedes Symptom wurde für sich allein behandelt, für jedes gab es auch einen anderen Arzt!!!
"Es ist zu schaffen"!!! Mir hat allerdings der Zufall dabei geholfen meine psychische Erkrankung(ohne eine Selbstdiagnose)zu erkennen und Therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit jeder Sitzung wuchs mein Selbstbesußtsein ein kleines wenig (nicht gleich unmittelbar danach), doch stetig. Ich habe eine Einzeltherapie gemacht, heute ist man in vielerlei Hinsicht sehr viel weiter hat bessere Diagnoseverfahren und geschultere Fachärzte, spezialisierter als noch vor zwanzig Jahren. Ich erinnere mich daran das es damals kaum möglich war Disoziative Persönlichkeitsstörung festzustellen, da es nur wenige Therapeuten gab die darauf spezialisiert waren! So viel die Diagnose bei mir sicherlich nicht ganz koreckt aus, dennoch hat meine damalige Therapeutin genau das richtige getan! Sie hat mir Mut gemacht, sie war der erste Mensch in meinem Leben dem ich vieles anvertraut habe, weil ich mich bei ihr in sicheren "Händen" fühlte. Das Wissen über die schlimmen Gedanken die mich beherrschten, die ich noch niemals zuvor jemanden anvertraut hatte, ihr konnte ich sie anvertrauen. Das war ein ganz wichtiger Schritt Klarheit darüber zu bekommen, ob ich eine "Durchgeknallte"bin oder ob meine Gefühle und Handlungsweisen normal sind! Sie hat mir das sehr gut verdeutlicht das ich keine "Aussetzige" bin und ich gewann Mut mich anzunehmen wie ich bin,allerdings hatten meine Charaktere Einwände denn sie bekamen Todesangst), nicht wie mich andere sehen wollen.Verkürze die Version die ja nunmehr zwanzig Jahre erfolgreich (wenn auch etwas anders als in der Masse)damit; ich habe geheiratet und drei gesunde Kinder zur Welt gebracht, habe erfolgreich gearbeitet und sogar Ehrenämter übernommen (und aufgepasst nicht wieder zum workoholic zu werden). Ich habe gelernt "nein" zu sagen und mich durchzusetzen, allerdings funktioniert das auch nicht immer und überall, es reicht aber um ein menschenwürdiges Leben zu erfahren und auch am Leben teilzunehmen ohne Ängste!!!
Mitlerweile kann ich Menschen nicht nur anerkennen, ich kann sie sogar richtig gerne haben!
In diesem Sinne seit ganz herzlich gegrüßt
Christiane |