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Es ist zu schaffen

Wir möchten an dieser Stelle Eure Berichte über Fortschritte bei der Heilung veröffentlichen, um anderen Mut zu machen und zu zeigen, daß Heilung möglich ist.
Auch wenn es im Einzelfall nur kleine Schritte sein sollten, so sind es doch wichtige Schritte und wir bitten Euch, sie uns zu schicken.

Bitte gebt hier Eure Berichte ein. Diese werden dann innerhalb weniger Tage von uns freigeschaltet.
Falls dies einmal nicht klappen sollte, wendet Euch bitte an Webmaster Eric.
Habt bitte Verständnis dafür, daß wir an dieser Stelle nur Berichte veröffentlichen, die zum Thema "Es ist zu schaffen" passen.



Titel
Zur Person (nicht notwendig, nur wenn Ihr wollt!)
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mein kleines bißchen leben wächst19.03.2005 16:59
Name sibylle
E-Mail sibyllegerberweb.de


vor ein paar jahren hätte ich nie gedacht, dass ich mal dreißig werde.nun ist es in ein paar tagen soweit und "unglaublich", ich kann mich darauf freuen. was aber noch viel bedeutender für mich ist, ist die tatsache, dass ich zum ersten mal seit über zehn jahren nicht alleine sein werde an meinem geburtstag.

will euch kurz von dem erzählen, was all die jahre zwischen mir und meinem leben gestanden hat und wie ich es geschafft habe mir trotz der unendlich vielen hassgefühle eine chance zu geben.ich weiß, dass es nicht vorbei ist,aber ich weiß, dass ich nicht mehr alleine bin,das hilft.

als ich drei war ist meine mutter gestorben. mein kleiner bruder und ich kamen für drei jahre zu einer pflegefamilie.beide pflegeeltern waren alkoholiker.aus dieser zeit habe ich meine erste missbrauchserinnerung.danach heiratete mein vater wieder und wir zogen zu ihm und seiner neuen frau, die uns von anfang an nicht wollte, was sie heute auch zugibt.wir wurden wegen der kleinsten kleinigkeit geschlagen, erst von ihr und abends von ihm. wir mussten uns vorher ausziehn.oft bin ich dann noch für einige stunden und ohne essen im dunklen speicher eingesperrt worden.ich hatte riesige angst und das gefühl mein herz steckt mir im hals und erstickt mich.irgedjemand hat mir dort was reingesteckt wos nicht hinsollte,das ist oft passiert, manchmal mit hund,aber das menschengesicht bleibt dunkel.
als ich dreizehn war, habe ich ziemlich schnell angefangen harte drogen zu konsumieren.eigentlich habe ich alles genommen, was ich kriegen konnte.gezahlt habe ich bei den anderen männern mit sex,das war normal.
mit siebzehn bin ich abgehauen, war fast ein jahr auf der straße und kam von dort aus per zwangseinweisung in die psychiatrie,von dort in eine betreute wg und von dort aus erneut auf entzug in die psychiatrei.danach bin ich freiwillig auf therapie gegangen,für zehn monate und dort hat sich mein leben verändert,ganz langsam.ich habe mir diese chance gegeben, mit dem hintergedanken, dass ich mich danach ja immer noch wegpusten kann,falls die therapie nichts bringt.
das ist jetzt acht jahre her. in diesen acht jahren habe ich zum ersten mal in meinem leben richtige menschen kennengelernt, die heute meine freunde sind und die ich sehr liebe.wenn ich zurückblicke,muss ich sie für ihre geduld und liebe, für ihr verständniss und ihr vertrauen bewundern. ich hatte oft rückfälle,habe sie angeschrien,bin gegen wände gerannt,habe alles verflucht,aber egal was ich tat, sie sind bei mir geblieben und haben nicht die flucht vor mir ergriffen.irgendwann konnte ich dann endlich heulen,fühlte mich von meinen freunden angenommen und ich war in sicherheit.

mit diesem rückhalt,auf den ich mich hundertprozentig verlassen kann, habe ich es geschafft dieser welt noch mal eine chance zu geben und bin da geblieben.meine vielen widersprüchlichen gefühle, meine Ängste, mein selbsthass, meine bodenlose verzweiflung sind geblieben, aber ich kann sie jetzt viel besser tragen, weil ich nicht alleine bin und weil ich langsam damit anfange, mich selbst zu verstehen.
manchmal kann ich es ganz tief in mir spüren,wie mein neues leben langsam aus seiner alten haut herauswächst und dann bin ich glücklich.

einen spruch möchte ich euch noch mitgeben. er hat mich viele jahre lang begleitet und mir geholfen nach vorne zu schauen.

"das geheimniss von glück ist freiheit und das geheimniss von freiheit ist mut"


hab mut,denn es ist zu schaffen

sibylle





.......aber sehr mühsam12.03.2005 08:23
E-Mail praiseofwoman praiseofwomanweb.de
Ich wußte es immer, ich konnte auch schon immer benennen, daß es mir als ca. 3jährige passiert war, in Holland bei meinem Onkel, ein halbes Jahr lang! Ich hatte immer präsent, daß, wenn ich ein Eis oder sonstwas wollte, er mich dazu zwang, ihm einen runter zu holen! Im Straßengraben - ich irrte tagsüber immer in der Stadt rum, aber er fand mich immer - im Badezimmer! Auch schleppte er mich mit zu seinem Arzt oder seinem Vater, wo sie mich auszogen, ich breitbeinig irgendwo lag und sie sich selber vergnügten! Abends mußte ich oft vor dem Schrank knien, Arme nach oben an den Schrank gelehnt...........und wehe, ich schlief ein! Ich wurde geschlagen und mußte meine Position wieder einnehmen!

Ins Bewußtsein kam es mir erstmals, als meine Tochter 3 war (ich 23 Jahre) und ich sie auf einem Fest nicht sehen konnte. Ich rastete förmlich aus! Plötzlich wurde mir bewußt, daß ich in Panik geraten war, weil ich nicht wollte, daß das meiner Tochter passiert, was mir passiert war!

So, damit war es in meinem Bewußtsein, an der Oberfläche!

Ich hatte verschiedene Strategien, zu überleben!

Oftmals packte ich meine Tasche, ich wußte, daß ich heute bei irgendeinem Mann übernachten würde! Das tat ich auch! Ich schlief nicht mit diesen Männern, ich holte ihnen einen runter - Männer merken das gar nicht, daß du dich nicht anfassen läßt - und ich konnte anbucken, Haut spüren, in einem Arm einschlafen!

Eine ganze Weile bin ich rumgelaufen und habe die Männer, die sich auf eine ganz normale Art und Weise für mich interessierten, als Hühnerficker bezeichnet! Ich hatte Männerhaß und den ließ ich auch raus, oftmals unangemessen! Ich habe mich oft entschuldigen müssen!

Mit 26 Jahren sagte meine Therapeuten mal zu mir, daß alle Männer, mit denen ich eine Beziehung einging, die ja immer nur 3 - 4 Moonate andauerte und ich darunter litt, alle etwas gemeinsam haben müßten. Ein großes Rätsel! Erst mit 38 Jahren wußte ich, was es war! Sie waren alle viel schwächer als ich! Schwächer, damit sie mir nichts tun konnten! Auf der anderen Seite haben sie mich aber auch immer genervt, weil ich immer für alles verantwortlich war! Zum Schluß war ich immer froh, ja, es war immer eine große Erleichterung, daß ich sie los war! Ich machte immer Schluß! Männer waren Würstchen für mich!

Heute bin ich 42 Jahre alt! Es hat sich Vieles gebessert, manches ist total verheilt!
- Ich laufe nicht mehr mit dieser inneren Kampfeslust durch das Leben! Obwohl ich das immer noch kann, wenn ich Seelenqual ganz anderer Art habe!
- Meine verbalen Angriffe auf Männer haben sich geändert, ich nehme sie jetzt mehr auf den Arm, statt sie massivst anzugreifen und zu beschimpfen.
- Ich lebe jetzt seit 3 3/4 Jahren in einer Beziehung und das ist meine Längste! Ich konnte viel Vertrauen aufbauen, kann Nähe zulassen, meine Sexualität wird immer besser, weniger durch mich bestimmt, sondern ich kann geschehen lassen, was da geschieht........

Es geht, es ist zu schaffen!

Aber nichts täuscht darüber hinweg, daß man dabei Jahre verliert, daß man immer älter wird, daß die Schwierigkeiten und negativen Gefühle einen immer wieder mal packen und ein Stück bodenlos machen!

Ich spüre manchmal eine diffuse Angst, meinen Partner durch irgendwas zu verlieren! Klar gibt es dafür auch immer einen Anlaß, einen Auslöser, ein Gespräch oder so was! Aus heiterem Himmel kommt das dann nicht! Aber ich kann dann nicht über meine Angst reden, ich nehme sie als Angstgefühl nicht einmal wahr! Ich suche dann auch keine Nähe, ich schimpfe, dann will ich die Beziehung verlassen, ich stoße Gerhard dann weg, er soll mich in RUhe lassen, ich will um Gottes Willen dann nicht auch noch angefaßt oder getröstet werden! Am Anfang unserer Beziehung war das viel schlimmer, ich zitterte, rastete total aus, konnte diesen Menschen nicht mal mit mir im Zimmer ertragen!

Und das alles schon so gut geworden ist, verdanke ich auch ihm! Er ist derjenige, der mich trotzdem immer wieder in den Arm nimmt, mich annimmt, mir seine Liebe gibt! Es tut gut, gehalten zu werden und eine Hand beschützend auf meinem Kopf zu spüren! Da bin ich dann wohl ein kleines Kind! Ein Kind, was nie groß geworden ist!

Gerhard und ich sind uns dessen bewußt! Auch Gerhard (kein Mißbrauchsopfer) durfte nie weinen, Schwäche zeigen im Leben, hat immer Angst, sich mit mir zu streiten, weil er dann sofort die Beziehung baden sehen geht! Wir trösten uns gegenseitig und durften miteinander schon so herrlich wachsen, weil der andere da war und den anderen immer wieder auch angenommen hat! Weil wir uns trotzdem lieben und uns das zeigen und sagen können, weil wir offen reden können, weil jeder seine Traurigkeit, seinen Schmerz, seine Wut, seine Unfähigkeiten, seine Stärken, seine guten Seiten, ja eben alles zum Ausdruck bringen kann und weil dabei nichts verloren geht von unserer Liebe!

Ich glaube, es ist ganz wichtig, zu erkennen, daß man manchmal das kleine Mädchen ist, was seinen "Papa" braucht, was getröstet, in den Arm genommen werden will, wenn auch wortlos! Wir alle haben das erlebt, jede von uns auf andere Art und Weise! Jeder Schmerz ist anders und doch so ähnlich oder gleich, was es mit uns in unserem Frausein gemacht hat!

Ich glaube, daß es wichtig ist, das alles zuzulassen, was es aus uns gemacht hat! Im Zulassen und dem nochmals durchleben, gesunden wir, verheilen die Narben, hat alles eine Chance zu verheilen! Ich glaube, daß wir im Zulassen erkennen können, daß es uns heute nicht mehr passieren kann, weil wir heute erwachsen sind und das sich darüber auch unsere Ängste auflösen können!

Aber es ist mühsam! Und manchmal hasse ich es, immer noch nicht fertig zu sein, immer wieder mich auch quälen zu müssen mit meinen Unfähigkeiten!

Aber wenn ich dann sehe, womit sich andere Menschen herum quälen, Dinge, die für mich niemals auch nur ein Problem wären, dann finde ich mich ziemlich gut!

Wir sind stärker, als die anderen! Wir sind sensibler, als die anderen! Wir müssen nur lernen, unsere Stärken nicht mehr gegen uns selbst zu richten (tot machen für andere, alles für andere tun, nur nichts für uns selbst! Uns hilflos und schwach fühlen, wenn uns die Gefühle überrollen, statt zu ihnen zu stehen!)

Ich habe jetzt eine 3jährige Überlastungsdepression hinter mir (habe auch noch ein ADHS (stark hyperaktives) Kind! Das alles war zuviel in meinem Leben! Nur gegeben, nie bekommen! Ich war so alle, so leergepumpt, ich wollte nicht mehr!

Aber das ist vorbei! Ich werde nie die Ausgelassenheit in Person sein, die selbstvergessen irgendwas Schönes tut! Aber ich male wieder, gehe zur Wassergymnastik,nehme wieder am Leben teil! Und manchmal sitze ich am Fenster, die Sonne scheint ja jetzt manchmal schon so toll! Dann fühle ich Glück und Zufriedenheit! Die Sonne ist warm und ich darf das spüren und ich darf das genießen! Freude, Glück, Zufriedenheit findet (leider) sehr in mir drin statt (nicht nach außen oder Ausgelassenheit)! Ist für andere oft dann nicht einschätzbar, oder wahrnehmbar! Aber ich bin glücklich, daß ich das alles überhaupt empfinden kann und unendlich dankbar!

Und über eines bin ich mir so klar wie nichts! Es sind die Kleinigkeiten (großen Dinge für uns), die mich mit Glück und Dankbarkeit erfüllen! Am letzten Wochenende habe ich mit Gerhard auf dem Sofa Sex gehabt! Ohne einen sicheren Ort (Bett), ohne einen Schutz (Decke), ohne meine 2. Haut (hatte keine Sachen da, die ich danach hätte anziehen können, um nicht nackt und entblößt zu sein)! Für andere ist das selbstverständlich und ich darf jetzt immer mehr an der Selbstverständlichkeit teilnehmen!

In meiner Kur habe ich eine Frau aus Berlin kennengelernt, die immer den Arm um mich legte und sagte: Irgendwann gucken wir aus dem Fenster und sagen: Das Leben ist schön!

Das ist jetzt 3 Jahre Therapie und Depression her! Und ich gucke immer öfter aus dem Fenster und darf es spüren!
Das Leben ist schön!

Danke, daß Ihr mir zugehört habt!

verarbeitet09.02.2005 13:01
Name dani
Anmerkung: mail-addy wurde entfernt wg. ungünstiger Zahlenkombi/ stark triggernd für Sektenüberlebende

hi

dann werde ich euch mal mut machen, oder? ;o)

ich wurde von dem ex-freund meiner mutter etwa eineinhalb jahre lang in unregelmäßigen abständen massiv bedrängt, begrabscht ect und hätte ich 6 tage später etwas gesagt wäre ich auch zum vergewaltigungsopfer geworden, da war ich 10&11 jahre alt als das passiert ist. ich habe meiner mutter erst einmal nur von einem einzigen mal erzählt, daraufhin hat sie ihn vor die tür gesetzt. wie jeder mensch das haben muss hatte auch meine mom zweifel an "meiner" wahrheit, vor allem, weil ich nach und nach mit jedem fall herausrückte. versuchte nötigung, mehrfaches anfassen ("darf ich dich anfassen?" -"nein!" -"ach stell dich nicht so an, in ein paar jahren wirst du dich freuen wenn ein mann das bei dir macht!" *grabsch*) und so weiter und so fort. trotzdem bekam ich unterstützung und meine mom schleppte mich zum psychologen, der aber dummerweise nicht auf meiner seite stand sondern sagte es sei nicht verwerflich wenn ein mann ein junges mädchen anfassen möchte (auch wenn er 4-mal so alt ist?!?). ich konnte natürlich keinem psychologen mehr trauen, aber trotzdem wurde ich von einem zum nächsten geschleppt. ich wurde gezwungen, die ganze geschichte zigmal zu erzählen. mit meiner mutter habe ich es tausendmal durch diskutiert. erst war es schwierig, aber seit zwei jahren bin ich wieder fit. das gefühl von leere ist mir gut bekannt!

im vergleich zu sehr vielen fällen war das überhaupt gar nichts, aber für mich doch sehr heftig.
ich habe neu gelernt vertrauen zu männern aufzubauen, habe einen freund und bin frisch verliebt (wir sind erst 2 monate zusammen), habe ein gutes verhältnis zu meinem daddy und bin ein (fast) normales teenagermädel geworden. nach dieser ganzen geschicte hatte ich eine suicidgefährdete phase, eine ganz besonders schwierige zeit in vielen bereichen, aber ich bin drüber weg, nicht mit verdrängung sondern verarbeitung! bin im übrigen erst 15 jahre alt.

ES GIBT IMMER JEMANDEN, DER DIR ZUHÖRT!!! und dieser jemand wird dir helfen!!! trau dich, etwas zu tun, zeige noch einmal STÄRKE!!! hilf anderen! und vor allem dir selbst! es geht!
es geht um dich!!! DU BIST DAS WICHTIGSTE IN DEINEM LEBEN!!!

ich habs geschafft in kurzer zeit! ich kann darüber reden ohne probleme ohne schlechte laune und ohne angst, nicht verstanden zu werden! jeder kann das mit ein bisschen mut!


alles gute euch allen

dani

Eines geschafft und das andere folgt :-)25.01.2005 14:11
Name Rainbow
E-Mail Rainbow240376aol.com
Eines geschafft und das andere folgt... :-)


Moin Moin Ihr lieben Blümchen,

nach langer Zeit schreibe ich mal endlich. Bisher wusste ich noch
nicht so ganz wie, doch nun mach ich einfach mal....

Am 06.01. habe ich meine Therapie beendet und das aus dem
ganzen Chaos den wir hier noch haben...lächel.

Es hat bei mir nicht lange gedauert (das der Ausdruck meiner Therapeutin),
um zu mir selbst zu finden was eigentlich schon immer in mir war.
Es gab Zeiten da war ich die ganzen 60 minuten bei ihr, mal auch eine
Doppelstunde und irgendwann, die meiste Zeit, auch nur 15-20 Minuten
der eigentlichen Sitzung.

Viel habe ich in dieser Zeit erlebt, die Höhen und vor allem aber
die Tiefen die zuerst kamen. Die Ohnmacht mit dem Wissen was mir
passierte, nach langer Zeit mit dem Verdrängtem, die Realität also
was wirklich einmal war.

Hilfe an zu nehmen viel mir verdammt schwer, glaubte ich doch Jahre lang,
ich habe mit Schuld an dem ganzen und ich bin alleine damit.

Erst viel später begriff ich, das es nicht so ist. Ich lernte
Menschen kenen die mir Hilfe anboten, Betroffene und ja, sogar hier
die Blümchen fand ich die mir zur Seite standen und stehen
Ich lernte mit mir und dem ganzen um zu gehen, es nicht mehr so nah
an mich ran zu lassen, das der Missbrauch weiterhin und immer mein
Leben bestimmt.

Ein Leben ohne Ängste, Zweifel und Erinnerung wünschte ich mir und
vieles davon habe ich nun auch. Ängste und Erinnerungen bleiben ein
Lebenlang, das weis ich, doch Zweifel und die damit eingefleischten
Schuldgefühle habe ich nicht mehr. Die Erinnerungen sind in mir,
ich sehe sie an wenn sie meinen, sie müssten sich mal wieder melden.
Sei es in Träumen oder in Alltagsgedanken, aber niemals wieder,
haben sie mich so sehr unter Kontrolle oder beinflussen mich,
als das ich sagen könnte wie früher, das dieser "Scheiß Kerl" doch
noch gewinnen wird.

Ich habe gewonnen, denn ich kämpfte für mich und alle die,
die mich lieben und mögen, aber am stärkstem für mich,
denn ich wollte so sein, wie ich noch nie in meinem Leben war,
frei und so wie ich wohl bin, mit allen Macken die jeder Mensch
von uns hat. Macken, die zu einem gehören ohne das andere Einfluss
darauf haben, eben einfach nur ein " Mensch" sein.
Ein Mensch der lieben kann, vertrauen haben kann und keine Angst
immer davor hat, etwas falsches zu tun oder zu erleben.
Ein "freier" Mensch eben.

So zu sein wie ich nun bin, verdanke ich vielen.
Nicht nur meiner Therapeutin, meinen Freunden oder
meiner Lebensgefährtin,
nein ich mir auch alleine. Denn ich war es die mir immer wieder sagte,
"Du musst da durch, es muss besser werden den du willst es".

Klar das sich mein Leben positiv veränderte durch meine Didi,
doch war ich es allein, die es wollte und ich denke,
nur so konnte ich es auch schaffen.

Vieles wirrt durch meinen Kopf, ich denke viel darüber nach,
wie ich gleich Betroffenen helfen kann,
nicht nur hier auf unserer Wiese,
mit ihnen Austausch sammeln kann,
auch hier in Flensburg und ich denke darüber nach,
ob ich nicht eine Selbsthilfegruppe ins Leben hier rufen kann.
Denn was mir bekannt ist, exestiert leider noch keine hier.

Das sind alles ganz neue Gedanken dazu, positive und wer weis,
vieleicht lässt sich einiges umsetzen davon

Die Schotterwiese hier hat mir sehr geholfen,
meinen Schritt zu gehen und stark darin zu bleiben.
Dafür bedanke ich mich recht Herzlich und beglückwünsche sie,
zu 6 Jahren bestehen.
Weiter so bitte, es ist schön zu wissen das wir/ich Hilfe,
Zuwendung, Ausstausch und im ganzen stärke finden können,
denn nichts ist besser bei der Heilung als das Wissen,
das wir verstanden und akzeptiert werden und
somit niemals alleine sein werden und Hilfe erhalten,
durch so eine tolle Initiative wie ihr es,
die Schotterblume getan habt und weiterhin seit...

Super sage ich, das es diese Wiese hier gibt
und Dankeschön, das ich es mit Euch (Schotterblümchen und meiner )
geschafft habe so weit zu kommen.

Mit vielen lieben Grüßen,

Rainbow


betroffene Männer, wo seid Ihr?21.01.2005 20:47
Name Andreas
E-Mail andiacgmx.de
Hallo Leute..ich bin froh so viele mutmachende Texte gefunden zu haben. Auch ich wurde als Kind missbraucht...von meiner eigenen Mutter, stellt Euch das mal vor. Ich bin heute 31 Jahre alt und kann es immer noch kaum glauben. Vielleicht liegt es auch daran, daß Gewalt und sexuelle Gewalt oft nur Männern angelastet wurde/wird, vor allem im Zeitalter der sogenannten "Emanzipation" der Frau, die ja zweifelsohne in weiten Teilen ein Angriff auf die Menschenwürde des Mannes war. So kommt man sich als Mann ja noch viel alleingelassener vor mit dem Erlebten. Mein Bericht hier soll in erster Linie meine Wut zum Ausdruck bringen. Meine Wut auf alle Frauen, die Männer als ihre Sündenböcke missbrauchen oder missbraucht haben. Und meine Wut auf alle Männer, die sich das gefallen lassen oder gefallen lassen haben. Also liebe Männer: Wehrt Euch! Wehrt Euch am besten mit Worten und der Wahrheit. Denn in der Wahrheit steckt die größte Kraft überhaupt! Und liebe Frauen, seht das bitte nicht wieder als persönlichen Angriff gegen Euch. Ich bin kein Macho oder Chauvinist. Mir geht es nur um Wahrheit und Gerechtigkeit! Alles liebe, viel Kraft und viel Mut wünscht Euch allen Andreas aus FfM. Es lebe die Liebe !!
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