Hallo ihr Lieben,
ich erzähl kurz meine Geschichte:
Ich war 11 als ich vergawaltigt wurde. Seit dem litt ich unter massiven Depressionen. Ich hatte seit meinem 15 Lebensjahr irgendwelche Beziehungen die nie gut gingen, weil ich massive Probleme hatte und es selber noch nicht einmal gemerkt habe. Ich dachte immer: "So bin ich, ich bin eben kein fröhlicher Mensch" Ich habe nie gemerkt, das ich unter einer Depression leide. Ich habe das niemals als Krankheit gesehen.
Mit 17 lernte ich meinen Mann kennen. :-) Auch hier war die Beziehung nach 2 Monaten fast zerbrochen. Da habe ich mich ihm anvertraut und habe zum ersten mal über das gesprochen, was damals passiert ist. Es war nicht einfach für ihn, mit mir und meinen Problemen zu leben. Alles drehte sich nur noch darum. Immer mehr stand unserer Beziehung auf der Kippe. Dann, als ich 18 war habe ich eine Therapie begonnen. Ich habe langsam eingesehen, das ich ein massives Problem habe.
Dann fiel die Diagnose:
Depressionen
Die Welt stand still. Das war ein Schock, aber es hatte auch was gutes, denn ich wusste jetzt, was mir fehlt und das ich dagen kämpfen kann. Nicht verdrängen, sondern bearbeiten. In der Therapie war es am Anfang nicht leicht. Im Gegenteil. Das was Jahrelang in mir schlummerte, weit in mir drin kam an die Oberfläche. Mir ging es dreckiger als je zuvor. Aber David war immer an meiner Seite. Immer. Egal wie gemein ich zu ihm war, weil ich Probleme die ich hatte, auf ihn projeziert habe.
Dann würden die Abstände zwischen den "Anfällen" und "Ausrastern" immer grösser. Früher war es so, das die Ausraster jeden Tag kamen, dann jede Woche. Heute ist es so, das es nur noch kommt, wenn schwere Sachen passieren und selbst dann kann ich ruhig bleiben und falle in kein Loch mehr. Und wenn doch ist es nur noch ein kleines Schlagloch.
Ich würde nicht sagen, das ich von meinem erlebten geheilt bin. Im Gegenteil. Aber ich hab e gelernt damit umzugehen. Und mich selber zu finden. Nach so langer Zeit, weiß ich entlich, wer ich bin und was ich kann. Ich verkrieche mich nicht mehr in einem Loch, oder verschweige was damals passiert ist. Wenn mich jemand fragt, kann ich offen darüber sprechen.
Das alles habe ich einem Menschen zu verdanken: Meinem David. Denn er hat mir Halt und Kraft gegeben auch wenn er Kraftlos war.
Ich wünsche euch, das euch das hilft positiv in die Zukunft zu sehen. Mit 14, 15, 16 wollte ich mich immer umbringen und fragte mich immer:" Warum hat der Kerl mich nicht gleich umgebracht?" Heute bin ich froh, das er es nicht getan hat. Denn ich lebe und nur wer lebt kann was verändern. Und wenn der Schmerz noch so tief sitzt. Und man denkt:" es gibt nichts schlimmeres" Ab einem bestimmten Punkt ist es so das die Welt sich ein wenig anders dreht.
Es lohnt sich zu leben und jeder Mensch sollte neugierig auf das sein, was ihn dort draussen erwartet.
Kein Mensch ist unnütz. Jeder kann etwas bewegen. Wie oft kreuzen sich die Wege von Menschen. Meist eher zufällig, und jede Person die dir über den Weg läuft beeinflusst dich. Und wirklich jeder. Komische Sache oder? Ich habe zwar oft gesagt, dass ich auf bestimmte Sachen in meinem Leben durchaus verzichten kann, aber letztendlich, haben sie mich geprägt und haben mich zu dem gemacht, was ich bin und wer ich bin. Meine Ansichten geändert, diese auf einen neuen Standpunkt gesetzt, mich beeinflusst, mich bewegt. Das sind Sachen die mich ausmachen. Wenn ich den ganzen Tag zu Hause sitzt und keinen Input habe, ist doch klar dass ich nicht viel vom Leben lernen kann. Denn vom Leben lernen, bedeutet andere Menschen zu treffen, von ihnen zu lernen.
Viele Liebe Grüsse
Pia |