| Das Geschenk geboren zu werden, wohl zu nutzen | 28.09.2004 12:11 | Meine Geschichte beginnt in meiner Kindheit. Ich weiß nicht, in welchem Lebensalter, da ich an vieles keine Erinnerung mehr habe. Ich bin von meinem Vater wiederholt geschlagen worden,´mal mit einem Kochlöffel, mit einem Stock oder aber auch mit der Faust in das Gesicht.Von vielen Kindern wurde ich gehänselt. Von zwei Mädchen auch erpresst. Zuhause zu sein war für mich die Hölle, da ich in ständiger Angst vor meinem Vater lebte. Am schlimmsten in meiner damahligen Situation war die völlige Hiflosigkeit, in der ich mich befand. Während die Schläge erfolgten, half mir niemand. Meine Mutter wußte das- griff aber nicht ein, auch meine Großeltern nicht. Es macht mich heute noch wütend, wie sehr dort weggeschaut wurde. Der Realität entfloh ich größtenteils in Traumwelten. Mein Vater nahm sich das Leben, als ich zehn war. Darüber bin ich manchmal froh, denn ich weiß nicht, ob ich die Gewalt meines Vater überlebt hätte. Nach dem Tod meines Vaters ging es mit mir bergauf. Ich ging zum Gymnasium,studierte. Als ich mich in einen jungen Mann verliebte,merkte ich, dass mir große Teile meiner Vergangenheit entgegenstanden, die mich an einer Beziehung hinderten und bschloß daraufhin eine Therapie zu machen. Ich habe dann eine Psychoanalyse gemacht. Dies war nach drei Jahren beendet, weil der Therapeut wegzog. Das Ende Meiner Therapie löste eine starke Krise aus, ich bekam Schwindelanfälle (Angststörungen; konnte nur mit Mühe aus dem Haus gehen. Ich hatte gut Freunde und Menschen, die mir zur Seite standen. Aber ich habe damals auch gemerkt, wie wenige Leute mit psychischen Störungen umgehen können. Ein Arzt ist mir da in Erinnerung geblieben, der zu mir gesagt hat, " am liebsten würde ich sie in die geschlossene Abteilung der Psychatrie einweisen"oder auch eine Freundin, die mich sehr verletzt hat. Das ist etwas, was ich allen Menschen weitergeben kann, in Krisensituationen achtet darauf, an wen ihr euch wendet. Ich hatte damals Glück, ich kam zu einer sehr netten Therapeutin, bei der ich auch heute noch bin und um deren Hilfe ich sehr dankbar bin.Im Laufe der Zeit, kam ich immer mehr zu mir selber. Ich lernte meinen Körper zu lieben, lange Zeit war ich von meiner Hässlichkeit überzeugt. Ich schätzte meine Gaben immer mehr und bekam mehr Selbsbewußtsein. Das verletzte Kind von damals spüre ich heute auch noch in vielen. Da ich keine Grenzen spüre, kann ich mich gegenüber anderen manchmals nur schwer abgrenzen oder behaupten. Aber ich merke auch die guten Gaben, die mir meine Kindheit verliehen hat, die Kunst anderen zuhören zu können, Verständnis für die Schmerzen anderer zu haben.
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