Damals war ich 13! Ich lernte einen 25 jährigen Mann kennen, der sich bei mir allerdings als 19 ausgab. Großes Interesse hatte ich nicht, denn ich war zu der Zeit schon zwei Jahre verliebt (die erste große Liebe, doch nie zusammen gekommen). Mit seinen Geschwistern war ich schon einige Zeit befreundet, also hatte ich in meinem naiven Alter doch schon etwas Vertrauen. Na ja, die ersten 2-3 Wochen trafen wir uns. Er verbot mir mich mit meinem Freundinnen zu treffen, doch dies tat ich trotzdem, also bekam ich schläge. Mir brach ein Fingernagel ab, also bekam ich Schläge. Er sagte einfach zu mir wir sind zusammen, ob wir das waren, dass weiß ich bis heute nicht genau. Wir küssten uns die ersten Tage schon, auch freiwillig, eventuell auch aus Angst von mir. Dann ging ich nicht mehr aus dem Haus, da diese Familie sehr stark zu Aggresionen neigt und ich ihn aber nicht wieder sehen wollte. Nun ja, er sah mich irgendwann trotzdem auf der Straße, weil ich ja auch nicht immer nur daheim sein wollte. Ich sagte ihm, dass ich zu meinem Ex-Freund zurück gegangen bin. Und er drohte mir diesen umzubringen und mich zu quälen. Ich ging zu seinem Bruder und so geschah es auch schon. Er kam hinterher und bat mich in das Nachbarzimmer zu gehen, da er mit mir reden möchte. Natürlich habe ich mir nix dabei gedacht und ging mit. Er schloss die Tür ab und steckte den Schüssel in seine rechte Hosentasche. Schupste mich und ich fiel aufs Bett. Ich hatte solche Angst. Dann machte er seine Hose auf. Ich denke, in diesem Moment war ich schon traumatisiert, denn ich konnte mich nicht mehr bewegen und habe nur gedacht. Darüber was gerade geschiet, was er macht und so. Er machte meine Hose auf, ich versucht meine Beine zusammen zu drücken, doch geschafft habe ich dies nicht. Er setzte sich auf meinen Bauch und hielt mit einer Hand meine Hände fest und mit der anderen zog er meine Hose bis zu den Kniegelenken runter und ja... er steckte seinen Penis in meine Scheide. Ich dachte nur, dachte, dachte. Ich habe darüber gedacht, was er macht, wann es aufhört, ob er mich umbringt. Ich hatte solche Angst, ich schriee hör auf, doch er tat es nicht. Ich weine und reagierte nicht. Dann fing ich an zu beten, denn das einzigste was ich konnte in dem Moment war meine Hände zu falten. Ich weinte und betete leise zu Gott, er sah das und sprang auf. Am nächsten Tag, war ich so naiv und ging wieder zu seinem Bruder und ich müsste es fast wieder erleben. Nach der Tat habe ich ein Jahr niemanden etwas darüber gesagt, bis meine Mutter eines Tages mein Tagebuch als letzte Lösung gelesen hat und mich darauf ansprach. Ich war mir damals auch noch nicht sicher ob es wirklich das war, was ich erlebt habe. Ich bekam noch Bedrohungen von der ganzen Familie, soweit das sie mir selbst gedroht haben meinen jetzigen Freund umzubringen (den ich seid 17 Monaten habe)! Meine Folgen des Schweigens waren, Bulimie, Ritzen, Drogen, Angstzustände, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Aggression und starke psychische Probleme. War jetzt schon über zwei Jahre in therapeutischer Behandlung, wobei ich sage, das mir das echt geholfen, jedenfalls auf manchen Arten. Ich ritze nicht mehr, nehme keine Drogen mehr, meine Aggression ist auch drastisch zurück gegangen. Konzentrations- und Schlafstörungen habe ich noch stark, doch da bin ich auch guter Zusicht. Die Bulimie habe ich soweit auch recht gut im Griff, ich breche nur, wenn ich mich wirklich übergessen habe oder wenn es mir richtig schlecht geht. Auch mein Freund hat mir sehr viel geholfen und tut es Tag für Tag. Ihm macht es nichts aus, dass ich sexuell nicht so in der Verfassung bin wie vielleicht eine Nicht-Betroffene. Im August habe ich nun die Gerichtsverhandlung und wenn ich ehrlich bin, ich habe Angst wie ich sie nie zuvor hatte. Es ist ein schreckliches Gefühl daran zu denken. Gerade das ich ihn im Saal sehn muss und meine Geschehnisse vor so vielen Meschen erzählen muss, zu dem ich kein Vertrauen habe. Doch ich habe mein Ziel vor Augen "er soll die Strafe dafür bekommen" Und das macht mir wieder Mut. Ich sage mir jeden Tag ganz heimlich "Anne du bist nicht Schuld, du bist nicht alleine mit deinen Problemen, mach das Beste raus" Und genau das versuche ich auch. Ich möchte einmal anderen Meschen helfen und geb mir sehr viel Mühe darin. Es macht mir Freude zu sehen wenn ich anderen helfen kann. Ja, ich denke ich bin auf dem richtigen Weg und auch wenn man mal über Steine gehen muss, dass Ziel ist trotzdem Nah. Ab September hole ich meinen Schulabschluss nach, ich hoffe ich werde das mit meinen Gedanken schaffen. Ich gebe mein Bestes und wenn es nicht klappt, dann habe ich es wenigstens versucht. Danke fürs lesen!
Mit ganz lieben Grüßen Anne
Ich hoffe, es hat euch was gebracht |