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Es ist zu schaffen

Wir möchten an dieser Stelle Eure Berichte über Fortschritte bei der Heilung veröffentlichen, um anderen Mut zu machen und zu zeigen, daß Heilung möglich ist.
Auch wenn es im Einzelfall nur kleine Schritte sein sollten, so sind es doch wichtige Schritte und wir bitten Euch, sie uns zu schicken.

Bitte gebt hier Eure Berichte ein. Diese werden dann innerhalb weniger Tage von uns freigeschaltet.
Falls dies einmal nicht klappen sollte, wendet Euch bitte an Webmaster Eric.
Habt bitte Verständnis dafür, daß wir an dieser Stelle nur Berichte veröffentlichen, die zum Thema "Es ist zu schaffen" passen.



Titel
Zur Person (nicht notwendig, nur wenn Ihr wollt!)
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Tief empfundene Liebe31.05.2004 00:22
Hallo!
Meine Freundin hat mir offenbart, dass sie vor einigen Jahren Opfer sexueller Gewalt geworden ist....das ist für mich jetz kein Neuland geworden, dann meiner Ex-Freundin geht es ähnlich.
Dadurch, dass sie es mir (schon ziemlich am Anfang unserer Beziehung) erzählt hat, haben wir beide gelernt, damit offen umzugehen.
Am Anfang war es noch seh schwer für sie, es mir so richtig zu sagen, aber im Laufe der Zeit hat sie mir viele Details gesagt, wenn es ihr schlecht ging.
Ich hab immer zu ihr gehalten (und werde es auch immer tun), weil sie mein ein und alles ist.
Wir waren zusammen bei einer Beratungsstelle, wo sie eine Therapie begonnen hat. Sie meinte, sie könne nciht allein dort hingehen und sie sagte mir, dass sie erst durch mich die Kraft dazu hat, so etwas durchzuziehen - die Qualen noch einmal erleben zu müssen.
Dadurch dass sie offen zu mir war und mich in alles eingeweiht hat, konnte ich ihr zur Seite stehen und wusste warum sie manchmal so schlecht drauf war und auch was ich am besten tun kann, um ihr nicht zu nahe zu treten bzw. was ich tun kann, damit es ihr besser geht.
Sie vertraut mir. Das merke ich jede Minute, in der ich mit ihr zusammen bin. Sie vertraut mir vollkommen und ich gebe mein bestes, um sie nicht zu enttäuschen....
Seit dem zeitpunkt, wo sie mir das gesagt hat, ist schon etwas Zeit vergangen (ca. 2-3 Monate) und ich merke, dass unsere Beziehung jetzt viel intensiver und viel ausgeglichener ist...
Ich liebe sie und liebe jeden Moment, den ich mit ihr zusammensein kann. Und ich merke, dass es bei ihr jetzt auch so ist.....es gab Tage, an denen sie mich nicht sehen wollte...Tage, an denen es warm und schön war. jetzt weiß ich warum und verbringe seitdem jeden Tag mit ihr - glücklich.
Ich glaube unsere tiefe Liebe hat ihrt geholfen - jedenfalls sagt sie mir das (fast) jeden Tag.
Und ich bin dankbar dafür, dass sie mir so vertraut und dass ich bei ihr sein darf, egal was ist und wie sie sich fühlt.
Euer P.

Das Ende meiner Ess-brech Sucht und meiner Selbstzerstörung!16.05.2004 18:22
Name tirit
E-Mail tiritsms.at
Das Ende meiner Ess-brech Sucht und meiner Selbstzerstörung!

Zuerst möchte ich mein erfolgreiches Ende der Ess-brech Sucht hier festhalten!

Diese Störung hab ich mir selbst abgewöhnt, denn ich hab mich einfach nach meinen Fressatacken niedergelegt, damit ich den Drang alles wieder hoch zu hollen ja nicht bekomme! Und es hat geklappt, naja seit dem hab ich schon zugenommen, aber ich kann besser damit leben als früher! Auserdem hab ich mich früher immer dick gefühlt, egal was ich gewogen oder welche Kleidergröße ich hatte und jetzt frag ich mich wie ich nur so einen verdrehten Blick haben konnte! Auserdem habe ich gemerkt das meine Körperfülle, sei es dick oder dünn, keinen Einfluß darauf hat wie mich andere behandeln sondern das es an meiner Ausstrahlung liegt!

So und jetzt zum erfolgreichen Ende der Selbstzerstörung!

Es ist nun ein Jahr her das ich meinen Körper vor lauter Selbsthaß Selbstzerstörte und ich bin sehr stolz darauf auch wenn für manche ein Jahr nicht lang sein mag!
Das Ende der Selbstzerstörung hab ich hauptsächlich meinem Freund zu verdanken der mir sehr viel Druck machte und mich gleichzeitig sehr unterstützte die Zeit durchzuhalten!
Vor kurzem habe ich in einem Altepflegezentrum ein Praktikum begonnen und ich hatte irre Angst meine Narben offen zu zeigen doch nach einem Gesprech mit dem dortigem Chef ist es mir gelungen mich zu outen und nun zeige ich sie ohne schlechtem Gewissen!

Ich weiß die Ess-brech Sucht und die Selbstzerstörung sind nur Symtome meiner Vergangenheit, trotzdem bin ich froh dadurch meiner Heilung um zwei Schritte näher zu sein als vorher und damit ich meiner Heilung noch näher komme mache ich jetzt auch eine Gesprechstherapie und möchte wenn ich dort weitere Fortschritte bei meiner Heilung mache natrlich weiter darüber berichten bis dahin liebe Grüße von mir!

Ps: Last euch nicht unterkriegen !!

"Ich tanze so schnell ich kann!"15.05.2004 10:08
E-Mail mona_simonifreenet.de
"Ich tanze so schnell ich kann!" ist der Titel eines Buches und ich habe ihn mir irgendwann einmal zum Motto für mein Leben mit PTBS gemacht. Zum einen weil ich seit knapp zehn Jahren Therapie mache(n) muss und ich mich manchmal dafür negativ bewerte, zum anderen weil ich in meinem Leben bisher nach jedem Schritt vorwärts zwei zurück gemcht habe! Ich tanze.....heißt für mich: ich bewege mich weiter auf mein ersehntes Ziel zu eines Tages "heil" zu sein....ganz normale soziale Kontakte haben zu können, nicht wieder und wieder mit den Erinnerungen fortgeschwemmt zu werden in einer Welle die alle meine Kräfte übersteigt. Ich gebe nicht auf!!! Ich tanze....heißt für mich: ich träume weiter, habe Hoffnung und ich Geb`Mich Nicht Auf....dafür hat es mich schon zu viel gekostet!!
...So schnell ich kann!: das ist für mich der wichtigere Teil des Mottos, weil ich zum einen eben die lange Zeit Therapie brauche, zum andern aber im Alltag merke....ich kann die Dinge nicht überstürzen, nicht so viel machen wie andere, nicht so schnell sein wie andere oder wie man das erwartet...ich brauche meine Zeit um Dinge zu verarbeiten, Gespräche zu deuten, Bilder abzuspeichern und alle Eindrücke zu verstauen.
Ich bin sensibler als alle Menschen in meiner Umgebung...leider länger, freu`mich stärker, liebe intensiver, traure ewig, behalte einen Duft für immer, spüre die Sonne bis in meinen kleinen Zeh`, krieg` bei Kälte Stress, mag keine lauten Stimmen weil ich davon Magenschmerzen kriege, und, und, und! Und für das Alles brauche ich meine ganze Kraft und dafür wiederum brauche ich Zeit!!! Es hat bis hierhin zehn Jahre gebraucht in denen mir die Therapeutinnen und Therapeuten mir klar machten, dass es das ist was mich ausmacht und dass das liebenswert ist. Sie haben meine schweigenden Teile zum Leben erweckt und manchmal gelingt es mir sogar, mich so zu lieben wie ich bin!!! Und das Weinen meines "Inneren Kindes" zu hören und es nicht zum Schweigen zu bringen, sondern liebevoll und tröstend auf es zuzugehen!
Ich bin dankbar für alles was Therapie mit mir geschafft hat bis hierhin.
Ich lege große Hoffnung in meine derzeitige Therapie in der mir EMDR helfen soll mich zu erinnern. Ich versuche alle Symptome die das mit mir macht anzunehmen, weil ich weiß dass sie mir einen wichtigen Hinweis geben und ihre Berechtigung haben.
Viel Unterstützung finde ich aber auch beim "Immer und Immer Wieder Lesen" des Buches "Trotz Allem" und aus dem Wissen, dass es so viele Menschen gibt die so tapfer alles ertragen was mit den Erfahrungen begann! Trotz des oft begrenzten Verständnisses von Seiten der Allgemeinärzte, der Familie, der Freunde und der eigenen Partner (aus Gründen, für die wir dann aber Verständnis aufbringen!)

Bitter bin ich natürlich auch geworden! Mutlos, kraftlos und absolut dekompensiert in jeder Weise. Ich habe Jobs verloren und Partner. Ich habe Heimat verloren und zeitweise jedes Gefühl für Irgendwas! Meine panische Angst hat mir sicher so manche "chronische Krankheit" eingebracht und für mein Alter bin ich mit "drohender Erwerbslosigkeit"
in meinem sozialen Umfeld ein echter Paradiesvogel (allerdings nicht ganz so frabenprächtig :-) ); alle anderen sind auf dem Höhepunkt ihrer Karriere!
Aber verdammt - ich habe ÜBERLEBT!!!

Meine Erfahrung mit Therapien habe ich im Folgenden zusammengetragen und als meinen persönlichen "Leitfaden" formuliert:
- den richtigen Therapeuten suchen (am Telefon fragen was sie "können", ob sie spezialisiert sind, Erfahrung haben mit PTBS/Angst/Essstörung etc....)
Darauf den allergrößten Wert legen!!!!
- Wenn man eine Krise herannahen spürt, sich coachen lassen.
Auch mal "was Kurzes" ausmachen ("Auffangtherapie"); vorher selbst mit der Kasse die Kostenfrage klären (geht oft schneller;
- Klinik kann eine echte Chance sein!!!
- Mich so benehmen als hätte ich "Gallensteine"....also: mich in meiner Therapiebedürftigkeit erkennen und es annehmen.
- Bei "Katastrophen" (z.B. Trennungen, etc.) würde ich keine Sekunde zögern und mich "einweisen" lassen!
- Extrem wichtig: "Die tägliche Gymnastik!" Atemübungen, Sicherer Ort oder Aufmerksamkeitsübungen, Sich erden, Bewusstheit trainieren!!!


Ich hoffe ein bisschen Mut gemacht zu haben sich mit sich auf einen langen, beschwerlichen Weg "Therapie" zu machen!

Alles Liebe
mOnA

Hilfe annehmen14.05.2004 10:38
Name Angela
Jahrelang hatte ich alles weg (sehr gut verdrängt). Dann zeigte meine Körper mir den Weg, dass es so nicht weiter geht. Eine Krankheit nach der andere folgten.
Mein Hausarzt brachte es auf den Punkt. Könnte es sein, dass sie mißbr... worden sind? Wie war ihre Kindheit? Ich stritt alles wehement ab.
Doch einige Stunden später brach alles auf. Eine Welt brach für mich zusammen, als sich vor meinem geistigen Auge, die Bilder wieder auftaten, die für mich gut versteckt waren. Mein Körper sagte mir, Du brauchst Hilfe. Übelkeit kam, ich hatte massive Hörprobleme. Es klopfte und pochter überall. Also war ich gezwungen wieder zum Arzt zu gehen. Kleinlaut musste ich ihm gestehen, dass ich gelogen hatte, was er wohl schon geahnt hatte, in bezug auf die Heftigkeit meiner Reaktion auf seine Frage.

Er hat dann noch Jahre gebraucht, um mich davon zu überzeugen, dass ich unbedingt einen Therapeuten brauche, der mir hilft, damit ich nicht kaputt gehe.

Jetzt bin ich schon zum 2. Mal in einer Therapie und habe auch schon eine Frauengruppe besucht, die sich mit dem "Inneren Kind" (mißbrauchten Frauen) befaßt und hilft.

Ich glaube, dass ich auf dem richtigen Weg bin und endlich die Hilfe annehmen kann, die ich wirklich brauche. Es ist zwar erst ein für mich kleiner Schritt, aber der ist schon einmal getan.

Ich möchte allen Mut machen, sich die Hilfe zu holen, die einem zusteht, obwohl es oft nicht sehr einfach ist.
Eure
Angela

seelische gewalt die bis heute wirkt11.05.2004 14:59
ich komme aus einer "normalen" familie. mein vater ist beamter, meine mutter arbeitet in einem sozialen beruf, wir haben ein großes einfamilienhaus in schöner lage mit ordentlichem garten.

meine eltern wollten einen jungen und haben alles erdenkliche dafür getan – aber ich wurde ein mädchen, die erstgeborene, das wunschkind. wahrscheinlich habe ich es gespürt, dass für mich ein anderes geschlecht vorgesehen war, denn ich habe mit autos gespielt, bin auf bäume geklettert, war wilder wie jeder junge meines alters und habe alles mädchenhafte wie puppen, röcke, etc. verabscheut.

als ich vier war wurde mein bruder geboren. ab diesem zeitpunkt war ich nicht mehr existent. mein bruder hatte narrenfreiheit, er konnte anstellen was er wollte – die schläge dafür habe ich kassiert, schließlich muss ich ja auf meinen bruder achten. dass der kleine drecksack das ausgenutzt hat, kann man sich vielleicht denken.
ich wurde nur zur kenntnis genommen wenn ich gute schulnoten mit nach hause brachte, im sport erfolgreich war, einen auftritt mit meiner tanzgruppe hatte. wenn ich mit einer "3" nach hause kam hagelte es schläge, beschimpfungen und verbote (stubenarrest, ausgehverbot am wochenende etc.) – wenn mein bruder mit der gleichen note bewertet wurde, gab es eine belohnung. ich musste neben der schule immer arbeiten gehen um mir meine kleidung finanzieren zu können (gabs nur zu weihnachten oder zum geburtstag), mein bruder wurde natürlich auch unterjährig schick eingekleidet. als ich (als einzige in meiner familie) nach der 10. klasse aufs gymnasium wollte musste ich dafür kämpfen. mein vater meinte ich solle verkäuferin lernen, schließlich hätte ich ihm jetzt lange genug auf der tasche gelegen. mein bruder hatte nicht die fähigkeiten aufs gymi zu gehen, macht jetzt allerdings eine berufliche weiterbildung in vollzeit und natürlich unterstützen meine eltern ihn finanziell.
kontakt zu meinen eltern habe ich übrigens so gut wie keinen – man grüßt sich auf der straße, meinen vater ignoriere ich aber gänzlich. mein bruder kennt mich nur, wenn er was von mir will.

meine großeltern können meine geschichte bestätigen, sie haben fast alles mitbekommen. meine mutter hat mir vielleicht zwei mal in meinem leben gesagt "ich hab dich lieb" (mein vater übrigens nie) – dafür habe ich die worte "blöde kuh" & "hätte ich dich doch nie geboren" fast täglich gehört. ich war sicher kein einfaches kind – aber ich habe nichts angestellt, dass diese worte oder gewalt rechtfertigt.

meine großeltern jedoch haben immer zu mir gehalten und mich unterstützt, was sie heute noch tun. aber sie konnten die wunden, die meine eltern auf meiner seele hinterlassen haben nicht ganz heilen. ohne sie hätte ich mein leben wahrscheinlich gar nicht in den griff bekommen.

die schläge habe ich bis heute nicht vergessen. der schlimmste vorfall war einen tag vor meinen endgültigen auszug: mein vater prügelte mich durchs haus, zog mich an den haaren über den boden und trat mich, als ich auf dem boden lag. meine mutter schaute zu. mein körper war übersäht mit blauen flecken, das gesicht war von den schlägen angeschwollen, man konnte jeden handabdruck sehen. ich flüchtete zu meinen großeltern, die einen arzt riefen. dieser war entsetzt und nahm meine blessuren zu protokoll. anzeige habe ich nicht erstattet, ich habe dem druck meiner restlichen familie nicht stand gehalten und davon abgesehen.
heute ist von dem nichts mehr war. auch meinen großeltern wird nicht geglaubt. die unterlagen kann mein arzt nach all den jahren nicht mehr finden.

ich habe einen liebevollen partner, aber es gibt probleme. auch diese probleme wurden in meiner kindheit geprägt.
geliebt zu werden ist für mich nichts selbstverständliches – ich kenne es einfach nicht. ich kenne zuneigung nur als gegenleistung. wie soll ich verstehen dass mich jemand so liebt wie ich bin, wenn ich von klein auf das gefühl vermittelt bekam, dass ich nicht liebenswert bin. wie soll ich jemandem vertrauen, wenn ich mit dem spruch erzogen wurde "vertrauen ist gut, kontrolle ist besser." meine eltern haben mich immer kontrolliert, nie wurde mir vertraut.

ich bin seit jahren in therapie. meine erste therapie begann ich, weil ich mir immer die gleichen typ mann suchte die meinem vater ähnelten. diesen typ mann habe ich zum glück überwunden. die zweite therapie mache ich im zu mir selbst zu finden, damit ich lerne, dass ich liebenswert bin und beginne zu vertrauen.
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