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Es ist zu schaffen

Wir möchten an dieser Stelle Eure Berichte über Fortschritte bei der Heilung veröffentlichen, um anderen Mut zu machen und zu zeigen, daß Heilung möglich ist.
Auch wenn es im Einzelfall nur kleine Schritte sein sollten, so sind es doch wichtige Schritte und wir bitten Euch, sie uns zu schicken.

Bitte gebt hier Eure Berichte ein. Diese werden dann innerhalb weniger Tage von uns freigeschaltet.
Falls dies einmal nicht klappen sollte, wendet Euch bitte an Webmaster Eric.
Habt bitte Verständnis dafür, daß wir an dieser Stelle nur Berichte veröffentlichen, die zum Thema "Es ist zu schaffen" passen.



Titel
Zur Person (nicht notwendig, nur wenn Ihr wollt!)
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Es ist zu schaffen11.04.2004 13:01
Ich bin Überlebende von
sexuellem Missbrauch, Kinder- und Jugendprostitution, Kinderpornografie.
Ich bin Kultaussteigerin. Überlebende von Folter, Gehirnwäsche, Versuchsreihen zur Verhaltensmodifikation, ungewollten Schwangerschaften und deren Abbrüchen. Ich mußte, wie fast alle Kultaussteiger (und auch diejenigen, die bleiben) mit ansehen, wie Menschen und Tiere grausam gequält wurden. Nicht alle haben überlebt.

Ich habe das alles hinter mir gelassen.
Nach Jahren und Jahren Therapie habe ich ein freies, selbstbestimmtes Leben.
Ich bin Akademikerin, voll berufstätig, verheiratet, habe ein eigenes Haus, einen Garten,ein völlig eigenständiges Leben. Ich war mehrere Jahre lang ständig krank.Inzwischen bin ich grundsätzlich gesund.Ich schlafe jede Nacht, habe keine Angstattacken, keine Zeitprobleme. Ich bin sozial voll integriert.

Natürlich war ich multipel. Inzwischen bin ich seit Jahren durchgängig co-bewußt.
Ich möchte allen, die auch so ein schwieriges Leben hatten/haben, Mut machen. Es ist zu schaffen, auch wenn es sich nicht immer so anfühlt. Manchmal, inzwischen, fühle ich mich sogar glücklich. Kurze, kostbare Zeiten. Das, finde ich, ist das Schwierigste, sich glücklich fühlen zu können, trotz allem, was geschehen ist.
Vielleicht hatte ich Glück. Ich habe einige wirklich gute, hilfreiche Menschen getroffen, die sich unglaublich für mich engagiert haben. Ohne sie hätte ich es nicht geschafft.

Gebt nicht auf.
Es lohnt sich, weiter zu leben und weiter zu kämpfen.
Ich grüße euch alle von Herzen.



Ein Leben nach der tat(auch wenn es schon lange her ist)02.04.2004 01:37
Name Anette Jakobs, verheiratet und zwei Kinder(14 und 16 Jahre)
E-Mail netti04gmx.de
Ich bin jetzt 36 Jahre alt. Und jetzt entlich verarbeite ich meine Vergangenheit.
Aber last mich so ziemlich am Anfang beginnen. Viele Jahre habe ich zuhause still und leise gelitten. Nie wo anders schlafen, keine Geburtstage feien, keier durfte zu uns kommen. Als ich 18 Jahre war, bekam mein Vater mal so eine komische art. Er hatte einen schlechten Tag. Er sagte zu mir ich solle mir eine Wohnung suchen und dann ausziehen. Das war noch nicht ganz ausgesprochen und schon war ich weg. Wohin war mir in dem Moment egal, hauptsache raus aus dem Haus.
Ich durfte die nächsten Nächte dann bei meine Freund verbringen.
In den paar Tagen wo ich von zuhause weg war ging es mir einigermaßen gut. Nur dachte ich oft an meine jüngere Schwester. Wie mag es Ihr wohl ergehen????
Ich erfuhr es sehr schnell. Denn 5 Tage später rief Sie mich an. Ich verstand nicht viel, nur so viel wußte ich sofort, es war sehr wichtig und schlimm.
Ich wußte im Hinterkopf schon war sein konnte. Und richtig.
Meine Schwester und ich hatten einen netten Vater.iiiihhhhh ba.
Viele Jahre lang hat er sich an mir vergangen. Meine schwester blieb bis dato davon verschont. Aber mit meinem auszug war kein anderes Opfer da.
Da meine Schwester und ich die gegensätze waren, sie sagte immer das was Sie dachte, ich dagegen war das Duckmäuschen.
Auf jeden fall versuchte unser Vater sich an meine Schwester zu vergreifen. Nur mit der Gegenwehr hatte er nicht gerechnet. Durch diese Abfuhr wurde er so wütend das er meine Schwester verprügelte. Danach rief sie mich dann an. Obwohl wir viele Jahre nicht miteinander konnten wußte ich das ich sofort helfen muß. Also fuhr ich zu Ihr. Natürlich nicht allein. Das war mir zu gefährlich.
Meine Schwester sah ganz schön schlimm aus. Wir fuhren ins Krankenhaus.
Nach einer Untersuchung haben wir unseren Vater wegen des Schlagen angezeigt.
Meine Schwester habe ich bei Bekannten versteckt.
Die Angst war unser ständiger begleiter. Nach kurzer Zeit fand unser Vater uns beide.

Nachdem meine Schwester freiwillig ins Heim gegangen ist haben wir gedacht alles ist zu Ende. Aber leider war es nicht so. Mein Vater wollte meine Schwester wieder zuhause haben. Er setzte alle Hebel in Bewegung.
Das war natürlich schlimm. Vor allen für meine Schwester. Denn ich wußte was dann passiert. Aber ich hätte sicher nie etwas aus der vergangenheit erzählt. Ich hatte alles gut verdrängt. Als meine Schwester keinen ausweg mehr sah, sprach Sie es aus. Und schon fing der Stein an zu rollen.
Viele Jahr hatte mein Vater mich sexuell Missbraucht. Und meine Schwester hat das mitbekommen. Und um nicht wieder nach hause zu müssen hat Sie es erzählt.
Dami fing es an.
Ich musste lernen über das geschehene zu sprechen, lange lange Zeit. Mehrere Glaubwürdigkeitsgutachten wurden von mir gemacht. So manches kam von meinem Vater her.
Aber alle Gutachter haben das selbe festgestellt. Und bei der Hauptverhandlung vor Gericht hatte das sehr viel Bedeutung. Auch wenn es fast 2 Jahre bis dahin dauerte bis es so weit war. Mein Vater wurde verurteil. Die Strafe war nicht so hoch, aber egal. Für mich war nur wichtig, das meiner Schwester das alles erspart geblieben ist.

Jetzt, nachdem ich feststellen musste, das ich immernoch daran nage und oft auch komisch auf manche Situationen reagiere, habe ich mich an die Lebenshilfe hier in der Nähe gewant.
Mit der Hilfe, die mir von der Lebenshilfe gegeben wird, werde ich jetzt meine Vergangenheit auf und verarbeiten.
Denn eins habe ich jetzt schon verstanden: Mir ist was schlimmes geschehen, aber ich lebe noch und ich kann noch lernen.
Viele Dinge. zb das Nein sagen. Und das verstehen meiner Mutter. Und vieles mehr.
Und für jedesmal, wenn ich wieder einen kleinen schritt geschafft habe, freue ich mich.
Und das wirkt sich auch auf mein Umfeld aus.
Natürlich brauche ich noch einige Zeit aber der Anfang ist getan. Und jetzt sehe ich nur noch nach vorn.
Vielleicht war das alles sentimental. Aber es tat gut sich dieses alles mal von der Seele zu schreiben. Und das zum erstenmal nach 19 Jahren.
Also, danke für alles und liebe Grüße von hier.
Anette

Mein Bericht über Heilung einer multiplen Persönlichkeit18.03.2004 16:55
Name Leonie
E-Mail Mixa-Titzt-online.de
Liebe Betroffende,

ich möchte Euch hier meinen Bericht gerne schreiben,weil ich Eure Seite erst jetzt gefunden habe und sie super toll finde.
Es begann an einem Morgen vor 4 Jahren,wo ich dachte nichts geht mehr,irgendetwas stimmt mit dir nicht.Es folgten 2 Suizidversuche,unglaublich viele Tränen,und selbst da konnte ich meinen Schmerzen keinen Namen geben.So fuhr ich mit meinem Medizinstudium fort,arbeitete munter in der Krankenpflege weiter um ja nicht an meine Schmerzen zu denken.Die Liebe die ich anderen Menschen jeden Tag geben konnte,so dachte ich werden mich schon heilen.Schließlich geht es Dir doch gut.Hast ein schönes Haus,ein Pferd,einen Hund,einen lieben Sohn(aus einer Vergewaltigung)aber ich liebe ihn,na ja dann hast Du noch eine Katze,liebe Menschen,bist verheiratet,welch ein Glückstreffer.Zu dieser Zeit ahnte ich noch nicht was da so alles auf mich zukommt.Die Tränen hörten nicht auf,die Schmerzen wurden unerträglich und so lief und lief ich immer weiter.
Dann kam es zu einer Begegnung mit einem Dipl.Psychologen durch meinen Sohn.Ich dachte er braucht eine Therapie,es gab Schwierigkeiten in der Schule.Aber nach kurzer Zeit waren diese Dinge aus der Welt geschafft.Dann aber sagte dieser Therapeut zu mir,wollen sie nicht zu mir in Therapie kommen.Ich fand es schon etwas merkwürdig,aber ich habe mich darauf eingelassen.Nach 2 Jahren Therapie kam es dann wie ein Orkan über mich.Das zu sehen,war mit solchen Schmerzen verbunden,ich dachte da kommst du nie wieder raus.Ich bin eine Überlebende aus rituellem Mißbrauch.Aber ich habe heute schon etwas mehr Hoffnung,denn wir ,ich bin eine multiple Persönlichkeit,durften erfahren,das es Menschen gibt die sich unserer annehmen,das macht Mut,jeden Tag ein bißchen weiter zu gehen.Es gibt viele Krisen,es gibt viele Schmerzen,die Tage sind nicht alle rosig,aber jetz sehen wir manchmal schon einen kleinen Lichtblick am Ende des Tunnels.Was wir so vermissen ist eine Selbsthilfegruppe,hier bei uns gibt es so was nicht,oder ein Austausch mit anderen.Aber wir suchen weiter.So,ich möchte Euch allen Mut machen,trotz allem mit Liebe durchs Leben zu gehen,jeden Tag ein kleines Stück,denn nicht alle Menschen sind schlecht.
Mit herzlichen Grüßen Leonie

Gewalt gegen Frauen in Partnerschaften12.03.2004 20:33
E-Mail juliane-shamburg.de
Website www.homepage.hamburg.de/suedpol
Ich bin sehr froh, diese seite gefunden zu haben, ich bin auch Betroffenen und habe
einen Artikel im Hamburger Abendblatt geschrieben,um Mitglieder für eine Selbsthilfegruppe zu finden. Die Resonanz war erschreckend gering. Ich füge den Artkel mit bei. Ich war und bin erschrocken wie schwer es Frauen fällt, die die Hölle einer Gewaltbeziehung durchgemacht haben, sich zu outen und fühle mich manchmal sehr alleine auf meinem Weg. Ja, es ist wirklich zu schaffen! Kraft und Liebe für alle, die es versuchen!
Falls Ihr in Hamburg wohnt, würde ich mich freuen, wenn Ihr unsere Selbsthilfegruppe: "Gewalt gegen Frauen" in Altona besuchen würdet.
Kontakt über Flaks e. V. Stresemannstr. 142, 22769 Hamburg, Tel.: 040 432 808 65
oder über e-mail: juliane-s@hamburg.de

Zu diesem Thema meine Geschichte:

Ich bin sehr froh, dass ich diesen Artikel schreiben kann, weil ich allen Frauen, die in der selben Situation sind wie ich vor drei Jahren, Mut machen möchte, aus ihrem Martyrium auszusteigen und weil ich auch gerne einige Vorurteile berichtigen möchte, die in der Gesellschaft kursieren über Frauen, die von ihren Partnern körperlich misshandelt werden

Ich bin 52 Jahre, habe zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe und auch schon mehrere Enkelkinder. Ich habe studiert und leider keinen Abschluss gemacht. Meinen zweiten Ehemann habe ich 1994 in einer Disco kennengelernt und 1995 geheiratet, die ersten Jahre der Ehe waren anstrengend, aber liefen ohne Gewalttätigkeit ab, ich merkte sehr bald, dass er krankhaft eifersüchtig war, auch reichlich oft fremdging und eigentlich wollte ich ihm helfen, das in den Griff zu bekommen. Das erste Mal als er mich geschlagen hat, war ein nichtiger Anlass, ich war total erschrocken und lief weg, er hat sich später entschuldigt, aber ich denke heute, da war schon etwas in mir zerbrochen, es begann diese Mischung aus Angst und Liebe und sich sorgen um ihn und immer aufpassen, nichts Falsches zu sagen. So eine Art Spannung.

Das mit dem Schlagen passierte immer wieder, seine Entschuldigungen wurden spärlicher und unehrlich, und wenn wir darüber sprachen, meinte er, alles wäre meine Schuld, ich hätte das Falsche gesagt -und ich glaubte ihm allmählich, es begann langsam so etwas wie eine Gehirnwäsche für mich.

Seine Brutalität steigerte sich bei jedem Mal, es war, als ob er süchtig danach war, wenn er schon seine Stimme erhob, bekam ich Angst und versuchte alles was ihn reizen würde zu vermeiden. Je mehr ich mich klein machte, desto größer wurde er. Er gewann immer mehr Macht über mich.

Dann begann die Zeit und sie zog sich wirklich über drei Jahre hin, in der er mich regelmäßig ein bis zweimal in der Woche zusammenschlug, er schlug mit der Faust wahllos auf mich ein, riss mir die Hälfte meiner Haare aus, verdrehte mir die Finger, Hände und Füße, bis ich schrie, - ich wollte eigentlich gar nicht schreien-, und schlug mich mit einem Nietengürtel

Ich fing an zu trinken, das war für ihn noch ein Grund mehr, mich zu schlagen und für mich noch ein Grund mehr, mich selbst zu verachten.

An einem Freitag ca. 1 Jahr bevor ich ihn angezeigt habe, rief ich im Frauenhaus an, wie Leute mir geraten hatten. Die Nummer hatte ich immer in meinem Portemonnaie versteckt bei mir getragen. Es kostete mich großen Mut, diesen Schritt zu tun, weil ich wusste, dass ich vielleicht nicht mehr in meine Wohnung zurückkehren konnte. Er würde das Schloss auswechseln und toben wie er es immer tat, wenn ich nur ein paar Stunden weg war, und er nicht wusste wo ich war.

Ich wurde von einer schwangeren Frau abgeholt, ich musste ständig weinen, wir kamen in das Haus es sah sehr schön aus, ich wusste nicht was mich erwartete und ich kam mir irgendwie auch ärmlich vor, dass ich soweit gekommen war, diesen Schritt zu gehen. Ich saß dann erst einmal eine ganze Zeit an einem langen Tisch und schaute zu was dort los war.

Ich erfuhr dann, dass die Sozialarbeiterinnen erst Montag wieder da wären, dass es aber eine Notration zu essen gab und auch eine Kleiderkammer. Es waren sehr viele Frauen da und viele Kinder. Es war sehr laut und trotzdem fühlte ich mich wohl und geborgen

Ich lernte mehrere Frauen kennen, Anna, die ein geplatztes Trommelfell hatte von Schlägen ihres Mannes und ausgeschlagene Zähne. Sie hatte drei Kinder, zwei süße dreijährige Zwillinge und ein Fünfjähriger, die mir ständig auf dem Schoß herumkrochen. Sie selber war wunderschön anzuschauen. Jung, blond und schlank und sie war mit einer anderen Frau, die auch zwei Kinder hatte und ebenso attraktiv war, ständig damit beschäftigt, für die Kinder zu kochen und für alle sauberzumachen. Ich hielt immer die Kinder fest.

Ich verstand die Welt nicht mehr. Ok., ich war an die 50 und durch Alkohol und die ständigen Schläge und nervenaufreibenden Streitigkeiten mit meinem Ex-Mann gezeichnet, ich schlief öfter auf Parkbänken oder unter Büschen im Park, das war paradiesisch für mich, weil er mich dort nicht finden würde. Ich war äußerlich total heruntergekommen (Ich dachte da wohl, ich hätte die Schläge irgendwie verdient.) Aber diese Frauen, warum wurden sie geschlagen so jung und hübsch und liebevoll wie sie waren?

Als die Kinder im Bett waren, setzten wir uns zusammen und redeten bis tief in die Nacht, das war das Wichtigste glaube ich für uns alle außer dass wir einen Platz hatten, wo wir mal Ruhe vor ihm hatten.

Ich konnte es nicht fassen: Sie erzählten genau das Gleiche was mir widerfahren war, die gleichen Worte zum Teil, wo warst du, wenn man länger weg war, die krankhafte Eifersucht, du bist eine Hure. Wir dachten, Gott hätte uns zusammengeführt und fühlten eine Kraft, die wir alle schon vergessen hatten.

Dann war da noch eine Frau, auch älter so wie ich, die ich weiß nicht mehr schon das 7.oder 8. Mal im Frauenhaus war, weil sie es nicht schaffte, ihn zu verlassen. Mehrere Male bekam sie fürchterliche Weinkrämpfe und ich hielt sie im Arm.

Auch war dort eine sehr alte Frau von der Polizei vorbeigebracht worden, die nicht alleine auf die Toilette konnte und wirres Zeug redete.

Ich brauchte überhaupt nicht mehr zu trinken, dachte noch nicht einmal mehr an Alkohol und war sehr aufgewühlt und dachte, jetzt wird mir geholfen.

Wir wollten auf jeden Fall zusammenbleiben, weil wir uns zusammen stark und zum ersten Mal verstanden fühlten von anderen. Wir träumten von einem Haus auf dem Land -ohne Männer!´

Die türkischen Frauen waren mehr für sich.

Wir saßen jeden Abend zu viert zusammen bis zum Montag, da kamen dann die Sozialarbeiterinnen, ich hatte Angst davor, dass diese kleine Oase, die ich jetzt hatte wieder zerbrechen würde und das war auch so. Wir wurden einzeln zu einem Gespräch gerufen, ich weiß bis heute nicht, was ich dort erzählt habe, aber ich sagte auch, dass ich Alkoholprobleme hätte und mir wurde gesagt, für Drogenprobleme seien sie nicht ausgerüstet im Frauenhaus, vielleicht habe ich mich auch nicht richtig ausgedrückt über meine häusliche Situation, ich konnte das sehr schwer zu der Zeit. Es ging auch alles viel zu schnell.

So wurde mir geraten, dass ich in ein Heim für obdachlose Frauen gehen sollte mit dem Hinweis, dass man mich nachmittags dort aufnehmen müsste.

Ich war ratlos, ich hatte seit ein paar Jahren die Miete für unsere gemeinsame Wohnung alleine bezahlt und sollte sie ihm jetzt sang- und klanglos überlassen und obdachlos werden?

Ich hatte keine Kraft mehr, nach anderen Möglichkeiten zu gucken und wusste auch nicht welche und rief meinen Ex-Mann an und sagte ihm, dass ich zurückkomme. Man kann sich vorstellen, was das für ein Triumph für ihn war.

Die Frau mit den drei Kindern sagte mir, sie habe ihre Eltern angerufen und ihr Ex hätte die ganze Wohnung zertrümmert und weinte, ich konnte sie nur ganz fest in den Arm nehmen und habe sie und die zwei anderen Frauen nie wiedergesehen, sie wurden auf verschiedene Frauenhäuser verteilt.

Ich möchte das den Frauen, die im Frauenhaus arbeiten nicht anlasten, ich habe selber gesehen, dass das Haus total überfüllt war und dass die anderen Frauen noch schlimmer als ich dran waren, weil sie Kinder hatten.

Im letzten Jahr unserer „Ehe“ trug ich einen Schlüsselbeinbruch und Bruch der Querfortsätze im Lendenwirbelbereich davon. Bei den Ärzten sagte ich, ich hätte einen Unfall gehabt. Vor meinen Freunden, ich hatte ja kaum noch welche, verbarg ich meine Wunden und Blutergüsse oder wenn sie mir nicht glaubten, verteidigte ich ihn, ich hätte ihn provoziert.

Ich weiß, dass das kaum zu fassen ist und für mich selber ist es heute unfassbar was ich mitgemacht habe, aber durch meine Therapie und die Kenntnis meiner eigenen Problematik (Gewalt schon in der Kindheit und ein Mangel an Geborgenheit) verstehe ich heute warum ich mich nicht früher aus dieser Situation befreien konnte. Ich bin mir selber nicht mehr böse.

Ich möchte allen Frauen sagen, die in solch einer Spirale stecken, der einzige Ausweg ist zu gehen, er wird nicht aufhören!!!

Und an alle Leute, Angehörige und Freunde helft der Frau sich zu befreien, erkundigt euch gegebenenfalls für sie bei den entsprechenden Stellen oder geht mit ihr zusammen dort hin, für sie ist es sehr schwer, das alles zu realisieren, sprich, es in Worte zu fassen . Und für Nachbarn: Man kann immer die Polizei holen (man muss das nicht bezahlen, wie ich es manchmal gehört habe)! Nach dem neuen Gesetz zum Schutz bei häuslicher Gewalt, das am 1. Januar 2002 in Kraft getreten ist, kann die Polizei den, der prügelt sofort für 10 Tage aus der Wohnung entfernen und ihm die Schlüssel abnehmen!

Zu der Situation wie sie vor 30 Jahren war:

Es ist so, dass dies meine zweite Gewalterfahrung in einer Ehe war (auch dies kommt leider häufiger vor wie meine Anwältin mir bestätigte), in meiner ersten Ehe war ich eine ganz junge Frau mit zwei Kindern zu einer Zeit als die Frauenhäuser gerade gegründet wurden und es wurde damals (nicht nur von Männern!) zum Teil verächtlich darüber geredet. Irgendwie war man der Meinung, dass das mit lesbischen Frauen zu tun hätte! Aus dieser Zeit hatte ich noch die Erinnerung und Hoffnungslosigkeit in mir, dass mir von staatlicher Seite nicht geholfen werden würde. Ich hatte damals einmal die Polizei geholt, als mich mein damaliger Mann zusammengeschlagen hatte, und sie sagten mir, sie könnten nichts tun, erst, wenn er mich krankenhausreif geschlagen hätte und dann könnten sie ihn nur ein paar Tage einsperren und alles wäre noch schlimmer als vorher. Die gesetzliche Lage ist wirklich anders geworden und ich freue mich unendlich darüber. Trotzdem höre ich noch manchmal dieses Argument von Frauen, die Polizei tut ja doch nichts! Das stimmt nicht, das ist ein Relikt aus alten Zeiten!



Mein erster Ehemann ist nie zur Verantwortung gezogen worden, und hat es am Ende sogar geschafft, mir meine Kinder wegzunehmen. Durch meine dreijährige Therapie habe ich erst verstehen gelernt , warum mein Leben so gelaufen ist wie es war. Ich weiß, wenn zu dieser Zeit die Gesetzliche Lage bei häuslicher Gewalt schon so wie heute gewesen wäre, wäre mir und meinen Kindern unendlich viel Chaos und Leid erspart geblieben.

Ich möchte noch schildern wie ich mich aus dieser Gewaltspirale befreien konnte:



Bei der letzten Auseinandersetzung mit meinem 2. Ex-Mann wollte ich „hinschauen“ ganz bewusst, ich wollte die Wahrheit wissen und ich sah den Ausdruck in seinen Augen und merkte, dass er überhaupt nicht bei Besinnung war. Es wurde mir klar, dass es wirklich stimmte, er würde mich irgendwann im Affekt totschlagen und dass das Ganze nicht harmlos war und privat und dass nur ich die Wahrheit wusste. Danach habe ich eine Stunde lang geblutet aus der Nase und bin zu meiner Tochter wirklich gekrochen und habe immer geschrieen, ich brauche Hilfe. Sie holte den Notarzt, weil wir dachten, die Nase wäre gebrochen. Es war 9.00 Uhr abends. Im U.K.E musste ich Stunden warten bis ich behandelt worden bin, ich sagte dort zum ersten Mal, das war mein Mann und der Arzt riet mir eine Anzeige zu machen, aber ich hatte Angst wie ich mit der Reaktion meines Ex-Mannes darauf fertig werden sollte. Um Halbzehn Uhr abends war ich fertig im U.K.E. und als ich nach Hause laufen wollte, merkte ich, dass ich nicht mehr laufen konnte, weil er mir meinen Fuß verdreht hatte, das hatte ich vorher überhaupt nicht gemerkt. Ich konnte nicht gehen. Ich war total fertig und wollte nicht mehr zurück in die Klinik.

Da hatte ich so dieses Bild von mir, dass ich wie die Hunde in Indien, die ich gesehen hatte, geschlagen, mit abgeschnittenen Schwänzen und Ohren und mit Wunden bedeckt davonhumpelte. So kam ich mir vor und ich wollte nicht mehr, egal ob ich dabei sterben würde.



Am nächsten Tag rief ich eine Freundin an und einen Freund meiner Tochter, die mir beide gesagt hatten, dass sie mir helfen würden, wenn ich es wollte und sie waren beide die Art Menschen, denen ich zutraute mit Gewalt umgehen zu können. Sie kamen beide, als mein Ex-Mann sie sah holte er sich einen riesigen Gummihammer und lief damit herum. Die Freundin ging bei Nachbarn telefonieren und holte die Polizei, die legten meinem Ex-Mann Handschellen an, ich werde nie seinen Blick vergessen, er war zum ersten Mal wieder bei sich selber und sah schön aus so wie ich ihn geliebt hatte, weil ihm endlich Einhalt geboten wurde, er war er selber.

Ich machte dort in meiner Wohnung meine Anzeige gegen ihn, ich konnte es nur, weil er festgehalten wurde von der Polizei.

Am nächsten Tag gingen wir zu einer Anwältin mit dieser Freundin und meiner Tochter, ich sagte nur: „Ich habe Angst vor dem!“ und musste weinen, sie sagte wir sollten zum Amtsgericht und eine einstweilige Verfügung beantragen.

Das taten wir und bekamen sie auch, sie wurde ihm durch den Gerichtsvollzieher zugestellt und er musste unsere gemeinsame Wohnung verlassen.

In dieser Zeit hatte ich panische Angst, dass er mir auflauern und sich rächen würde. Ich hielt immer meine einstweilige Verfügung in der Hand in der Tasche, meine Anwältin hatte mir das geraten und gesagt, dass ich jederzeit und überall die Polizei damit holen könnte.

Eigentlich hat sich das erst gelegt, als ich die Verhandlung gegen ihn hinter mir hatte.

Er wurde verurteilt wegen Körperverletzung auf Bewährung und zu einem Schmerzensgeld.

Die Gerichtsverhandlung fand erst 15 Monate nach meiner Anzeige, Anfang 2001 statt. Ich habe sie wie in Trance erlebt und doch war es eine Befreiung für mich.

Ich musste eine Stunde lang reden, eine Sozialarbeiterin zur Zeugenbetreuung stand bzw. saß mir im wahrsten Sinne des Wortes zur Seite. Sie setzte sich so, dass mein Ex-Mann nicht in meinem Blickfeld war. Als ich den Gerichtssaal, betrat hatte ich das Gefühl von einer feindschaftlichen Stimmung gegen mich. Das änderte sich nach einiger Zeit, da nahm ich in den Augen der Richterin und der Staatsanwältin Mitleid wahr, und selbst der Rechtsanwalt meines Ex-Mannes sagte etwas in der Richtung.

Ich erzählte meine Geschichte wie sie war, ich hatte entsetzliche Angst, dass mir wieder die Schuld an allem gegeben würde und dann noch von offizieller Seite her! Das Schlimmste für mich war, meine Alkoholsucht zuzugeben (mein Ex-Mann hatte das als Grund für seine Schläge angegeben), obwohl ich zu dem Zeitpunkt schon seit 7 Monaten trocken war und genauso lang zur Therapie ging (Das erzählte ich auch.)

Einmal schaute ich zu meinem Ex-Mann, als er gefragt wurde zum Schluss, ob er noch etwas sagen möchte, aber er schüttelte nur den Kopf und schaute nach unten. Er sah ganz klein und kläglich für mich aus.

Als ich hinausging war ich total erschöpft, aber ich hatte es geschafft. Er wurde verurteilt auf Grund von Glaubwürdigkeit der Zeugen, also mir selber, meiner Tochter und eines Freundes.

Es war nicht die Höhe der Strafe oder des Schmerzensgeldes oder Rachegefühle, was wichtig für mich war, sondern nur das: Mir war Gerechtigkeit widerfahren, die Gesellschaft schützt mich und Gewalt wird bestraft.

Das war ein sehr wichtiger Wendepunkt in meinem Leben (auch in Bezug auf meine erste „Gewaltehe“ ) und ich bin allen dankbar dafür, die mir auf diesem Weg geholfen haben.

Ich kam dadurch wieder mit den Füßen auf die Erde. Es wurde mir klar, er war im Unrecht und ich bin nicht schlecht und minderwertig, auch ich habe ein Recht zu leben und mich zu verteidigen.

Ich denke heute, ich habe meinem Ex-Mann durch meine Anzeige auch eine Chance gegeben, sich mit sich selber zu beschäftigen, denn auch er ist ein Opfer: Seiner Selbst! Ob er das tut ist seine Sache, er ist für sich und seine Taten selber verantwortlich.

Heute hasse und liebe ich ihn nicht mehr, aber ich möchte ihn nicht sehen. Ich interessiere mich für mich selber in bezug auf das Erlebte, was wollte mir das Leben damit sagen, was muss ich ändern an mir, was muss sich in unserer Gesellschaft ändern und was kann ich dazu beitragen usw.

Mir ist jetzt klar, wie ich in diese Situation hineingeraten konnte und warum ich so lange gebraucht habe, mich zu befreien, aber ich weiß auch, dass das für Außenstehende schwer nachzuvollziehen ist und – dass ich leider kein Einzelfall bin, die Dunkelziffer ist hoch und betroffen sind Frauen aus allen gesellschaftlichen Schichten!

Ich glaube heute es ging dabei hauptsächlich um Macht und Kontrolle und um „nicht wirklich hinschauen “.

Immer wenn ich mich gegen ihn aufbäumte, schlug mein Ex-Mann noch härter zu und meine Panik steigerte sich entsprechend, ich hatte ganz einfach Angst um mein Leben und das meiner Familie, auch damit hat er mir gedroht, ihnen etwas anzutun, wenn ich nicht tue, was er will. Und das alles fand hinter verschlossenen Türen statt- ohne Zeugen. Es ist Folterpraktik denke ich.

Meine Umwelt hat nicht verstanden worum es ging, ein Grund dafür ist, dass Gewalt in der Ehe allgemein als eine „Sonderform“ der Gewalt gilt, der Gewaltcharakter wird nicht erkannt, es ist wie ein Nebel, der sich darrüberlegt . Ich glaube für Freunde und Bekannte ist es schwer, diese Bedrohung nachzuvollziehen. Da ist eine Frau, die „hysterisch“ ist, in Panik wirres Zeug redet manchmal, äußerlich heruntergekommen, in meinem Fall sogar trinkt und ein Mann, der selbstbewusst auftritt, sogar nett ist. Er wird alles daran setzen zu signalisieren: sie ist schuld.

Das fühlt die Frau intuitiv und gibt auf irgendwie.

Und dann gibt es da noch dieses Vorurteil: Das ist Privatsache. -Wie kann Gewalt gegen einen Menschen Privatsache sein?

Meist habe ich meine Wunden verborgen (auch vor ihm) oder gesagt, ich hatte einen Unfall und wenn ich mal gesagt habe, was geschehen ist, war der Tonus: „Du bist selber schuld , warum gehst Du nicht?“ Das hörte ich jeden Tag von ihm, dass ich Schuld war und so redete ich nicht mehr weiter. Ich wusste ja nicht wie ich gehen sollte, aber das schien keiner zu verstehen.

Von Männern hörte ich ein paar Mal „Warum schlägt er dich denn?“ Was für ein Frage! Da redete ich nicht mehr weiter.

Was mir geholfen hat:

v Gespräche in Frauenberatungsstellen, weil ich dort als Mensch für voll genommen wurde, obwohl ich in Schwierigkeiten war

v Die Gespräche mit betroffenen anderen Frauen, weil ich mich nicht zu schämen brauchte

v Aufklärung über meine Rechte

v Die Polizei, weil sie stärker war als er

v Von Ihm rigoros getrennt zu sein, nicht mehr unter seinem Einfluss zu stehen

v Einfache Sätze wie: Niemand hat das Recht, jemand Anderem Gewalt anzutun

Je mehr ich mich mit dem Thema „Gewalt gegen Frauen“ beschäftige, desto mehr merke ich, dass es auch ein gesellschaftliches Thema ist. Das hängt eindeutig damit zusammen, dass früher Ehemänner ein Züchtigungsrecht hatten, auch dieser Blickwinkel hilft mir, das Erlebte zu verarbeiten und der Wahrheit näher zu kommen.

Seit ich mich von meinem Ex-Mann getrennt habe, suche ich eine Selbsthilfegruppe für Gewalt an Frauen in Partnerschaften, das sind 3 1/2Jahre! Wie sehr ist dieses Thema tabuisiert, das kaum jemand sich outen möchte? Kaum zu glauben. Ich weiß, dass Gespräche mit Betroffenen eine eigene Dynamik haben und dass das ein wichtiger Faktor für meine Befreiung ist.(„Ich bin nicht allein damit“)

So wünsche ich mir nichts sehnlicher als solch eine Gruppe. Vor einem halben Jahr habe ich über die Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen Kiss zwei Frauen gefunden, die auch solch eine Gruppe gründen möchte.

Auf diesem Wege möchten wir Frauen ermuntern, die das Gleiche erlebt haben, mit uns eine Gruppe zu gründen und gemeinsam Wege zu suchen hin zu einer Heilung und um alte Verhaltensmuster zu verändern.




Endlich auch zu zweit glücklich!27.02.2004 16:35
Name Poet
E-Mail gd.poetoleco.net
Schon seit Jahren verliebe ich mich regelmäßig. Nur die Nähe konnte ich nie
ertragen. Das führte jedesmal zu unmöglichen Situationen. Zuerst flirtete
ich und unterhielt mich über viele, auch persönliche Dinge mit meiner
Angebeteten. Wenn die Zuneigung auf Beiderseitigkeit beruhte, baute ich ganz
schnell eine Mauer auf und zog mich zurück. Das führte zu extremen
Irritationen. Das ich mich dabei richtig Sche*ß* fand, brauche ich ja nicht
weiter auszuführen. Über die hinterlassenen Wunden und die Wut und Trauer
die ich bei Anderen dabei hinterlies, möchte ich überhaupt nicht nachdenken.
Und doch tat es jedesmal sehr weh.

Schon seit Jahren kenne ich eine sehr liebe Frau, die auch regelmäßig (durch
Vereinsleben) in meiner Nähe ist. Ich spürte wieder diese Schmetterlinge im
Bauch. Ständig beobachtete ich sie und begann auch schonmal zu flirten oder
ihr zärtlich über den Nacken zu streichen. Immer wieder versuchte sie mir zu
sagen, wieviel sie für mich empfindet. Und immer wieder redete ich mich
irgendwie raus. Bei jeder SMS von ihr bekam ich Gänsehaut und ihr ging es
ganz genau so. Aber immer wenn es konkreter wurde, zog ich mich zurück. Dann
schrieb sie mir eine SMS, worin sie ganz klar sagte, dass sie mich liebt.
Ihre ganze Welt ist Wallungen geraden, auch sie hatte Schmetterlinge im
Bauch. Und wieder zog ich mich zurück.

Dann eines Tages schrieb sie mir eine sehr enttäuschte SMS, dass sie das
Thema mit mir nun langsam abschließen muss. Das erschütterte mich sehr. Ich
fragte, ob ich sie nach der Arbeit besuchen dürfte. Nach langen Minuten kam
die Antwort: JA! -ich durfte sie von ihrer Arbeit abholen.

In einem netten Restaurant unterhielten wir uns über alles Mögliche. Und
immer wieder sagten wir uns, dass wir ja eigentlich über was anderes
sprechen wollten. Ich lachte, um meine Angst zu verbergen. Schließlich
fragte sie, welche Art von Beziehung ich mir zu ihr wüsche. "Sicher nur
kumpelhaft"... Mit klopfendem Herzen sagte ich nein. Auch ich hatte
unglaulich starke Gefühle für sie. Etwas linkisch gestand ich ihr meine
Liebe. Es was das erste Mal in meinem Leben, dass ich diesen Schritt
wirklich machte- im realen Leben. Im Auto fragte sie mich, ob sie mich
küssen dürfte. Wieder spürte ich, wie sich mein Gesicht zu einem verlegenen
Grinsen formte. Ich hatte Angst! Aber ich beugte mich zu ihr herüber. Es war
ein langer, sehr intensiver Kuss. Ich hatte noch nie etwas derartiges
zugelassen. Und doch spürte ich, wie ich genau diese Berührung von dieser
Frau genoss. Wir trafen uns sehr oft. Ich fuhr sie nach Hause. Und bei ihr
schmusten und küssten wir uns, wie es "andere" Menschen schon als Teenies
taten. Ich war überglücklich und immer sehr traurig, wenn ich wieder nach
Hause musste. Und trotz der Traurigkeit, war ich zunächst froh dass es beim
Küssen blieb. Irgendwann bei ihr, fragte sie mich dann, ob ich schonmal mit
einer Frau zusammen war. Ich war erschrocken. Trotzdem sagte ich ihr die
Wahrheit: "Nein" - einfach weil ich ihr vertraute. Sie sprach mich dann auf
einen von zwei Beiträgen in einer Zeitung an, die sie dort von mir gelesen
hatte. Sie sagte, dass sie es spürte und den Text auch so verstanden hatte-
sie wusste was mir als Kind wiederfahren war. Ich erzählte ihr sehr viel von
mir. Und auch sie gab sehr viel von ihrem Leben preis.

Das alles ist überhaupt nicht lange her. Und wir lieben uns über alles. Ich
kann mich bei ihr fallen lassen und geniesen. Ich fühle mich unsterblich
froh in ihrer Nähe. Geniese es mit ihr zu Kuscheln und zusammen in einem
Bett zu schlafen. Zwar habe ich noch so einige Probleme. Aber sie macht mir
Mut, hat unglaublich viel Verständnis und macht mir alles so leicht
-versucht zu helfen.

Ich bin so froh dass es sie gibt, möchte sie nicht mehr vermissen. Das, was
ich dachte nie im Leben zu erreichen und zulassen zu können, ist endlich
möglich geworden.

Poet

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