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Es ist zu schaffen

Wir möchten an dieser Stelle Eure Berichte über Fortschritte bei der Heilung veröffentlichen, um anderen Mut zu machen und zu zeigen, daß Heilung möglich ist.
Auch wenn es im Einzelfall nur kleine Schritte sein sollten, so sind es doch wichtige Schritte und wir bitten Euch, sie uns zu schicken.

Bitte gebt hier Eure Berichte ein. Diese werden dann innerhalb weniger Tage von uns freigeschaltet.
Falls dies einmal nicht klappen sollte, wendet Euch bitte an Webmaster Eric.
Habt bitte Verständnis dafür, daß wir an dieser Stelle nur Berichte veröffentlichen, die zum Thema "Es ist zu schaffen" passen.



Titel
Zur Person (nicht notwendig, nur wenn Ihr wollt!)
Name
E-Mail
Website
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es ist zu schaffen19.02.2004 19:27
Name juliane
E-Mail bajuansikaweb.de
als ich diesen bericht gelesen habe über gewalt gegen kinder und gewalt in der partnerschat, hätte es ganausogut meine geschichte sein können.wie viele male habe ich versucht, dem ganzen zu entkommen, erst als ich in einem frauenhaus gelandet bin, habe ich es geschafft, endlich alleine klar zu kommen, wieder an mich zu glauben und gemerkt, daß ich auch eine lebensberechtigung habe, wenn ich mich nicht füge und alles erdulde aus lauter "liebe". jetzt bin ich in psychologischer behandlung und ich weiß, daß ich es schaffen werde, meine vergangenheit zu verarbeiten und ein lebenswertes leben zu führen.
juliane

Nach jedem Berg kommt immer ein Tal... immer!13.02.2004 22:53
Name Tigerbaby
E-Mail drachenladydrachenhoehle.com
Website www.drachenhoehle.com
Hallo,
ich mache seit 1999 eine Therapie, nicht auf Grund meiner Erlebnisse in der Kindheit, sondern wegen einem Suizidversuch. Ein Freund gestorben, vom Ex in Schulden getrieben...etc. So das "typische" Leiden einer kranken Seele.

Die Therapie hat mir wirklich sehr! geholfen, kleine Schritte, kleine Berge, viele Täler. Vergangenheitsbewältigung pur. Aber nichts erinnerte mich an das, was ich jetzt schreibe.
Denn am 30.01.2002 rief mein Onkel an und versuchte sich bei mir zu entschuldigen, für seine "Fehltritte" in meiner Kindheit. Ich brach nervlich zusammen, plötzlich kam das Geschehene in mir hoch. Ca. 25 Jahre war nichts zu merken oder gar dran zu denken.

Ich war 5 oder 6 Jahre alt, mein Onkel ist ca. 10 Jahre älter. Er wohnte bei uns mit im Haus. Oben bei meiner Großmutter. "Er wollte doch nur spielen, seine eigene Sexualität ausprobieren..." das sind heute ihre Worte. Ich hasse sie, sie hat es gewußt und nichts unternommen. Sie geht immer den Weg des kleinsten Widerstandes. Heute noch. Dann gab es eine kurze Zeit in der ich versucht habe mich ihm zu entziehen, versucht habe meinen Eltern etwas zu sagen. Er bekam es mit und bedrohte mich mit seiner Luftpistole. Ich musste weiter mitspielen.... Gott sei dank zog er irgendwann aus. Ich weiß nicht wielange es ging... noch weiß ich es nicht. Aber jeden Tag kommt ein Stück Erinnerung wieder.

Das Folgende hört sich vielleicht böse und fies an, aber ich denke mittlerweile so: denn hat er an mich gedacht früher??? hat ihn interessiert, wie es mir ging, hat er sich um mein Leben Gedanken gemacht? Weiß er, was er mir angetan hat??? und dann wagt er es noch nach fast 25 Jahren in mein (wieder) einigermassen ruhiges, beständiges Leben einzubrechen, mich anzurufen und die Verfohrenheit zu besitzen, mich zu bitten DAS zu entschuldigen.
NEIN...!!!
Mein einziger Trost (sorry) ist, er ist manisch-depressiv, Frührentner und ständig in einer Psychosomatischen Klinik, ich glaube momentan sogar fest im LKH.

Am 30.01.2002 stand ich wieder vor einem Berg, einen riesigem Berg, der größte, den ich je gesehen habe, langsam machte ich mich auf den Weg diesen Berg zu erklimmen, Schritt für Schritt, an der Seite mein Partner und mein Therapeut und gaaanz langsam schaffen wir diesen Weg. Ich weiß, nur ein Profi und ein starker Partner an meiner Seite kann mir helfen und wir arbeiten uns von Alm zu Alm, bis wir den Gipfel erreichen und ich von dort aus wieder das Tal sehen kann.
Hin und wieder denke ich, ich habe den Gipfel erreicht, hoffe endlich den Weg geschafft zu haben, aber dann war es doch nur die nächste Alm, die nächste aufflammende Erinnerung kommt. Kein Gipfel, kein Tal. Dann nehmen mich mein Partner und mein Therapeut noch fester an die Hand und wir gehen weiter.

Ich kann nur jedem empfehlen, eine Therapie zu machen, ich war Anfangs auch sehr skeptisch, von wegen "auf der Couch liegen" und so. Man hört ja viel. Nach den ersten Sitzungen habe ich gedacht: "ich bin doch nicht verrückt, nur Verrückte brauchen einen Psychiater.. "
Er ist ist ein Psychologe, ein Psychotherapeut, jemand der mir helfen will (und das sogar im Sitzen). Er will mir nicht seinen Willen aufzwingen, nichts ungeschehen machen, nichts aus- oder einreden, er will mir helfen. Und gebe ich ihm ein Stück von mir, wird er mir helfen. Helfen das ich viele meine Handlungen, mein Tun endlich verstehe. Darüber nachdenke, warum ich so bin, wie ich bin. Mir helfen, mir selbst zu helfen. Ich habe sehr viel in der Therapie gelernt, vorallem in mich zu hören. Zu hören, ob da etwas nicht stimmt, nicht immer die Augen zu verschliessen, es zu ertragen oder hinzunehmen, sondern den Schmerz, die Pein auch mal rauszulassen. Ich habe gerlernt, Weinen ist kein Zeichen von Schwäche, im Gegenteil es ist ein Zeichen von Stärke!

Ich kann nur jedem eine Therapie empfehlen, denn alleine diesen schweren Weg zu beschreiten ist Wahnsinn. Keiner würde eine schwere Bergwanderung machen ohne Bergführer und ohne Seilsicherung.

Danke mein Schatz und Danke Herr Schneider für Eure ständige Begleitung auf meiner Wanderung.

Ich weiß ich werde es schaffen!
Tigerbaby

heilung ist möglich09.02.2004 19:56
Name Iris
E-Mail iriswickihotmail.com
Website www.sinnia.ch

kleine Schritte sind immer möglich. ich denke, man kann sich heilen. man kann
wirklich sich lieben, freiheit fühlen und frieden in sich. es war bei mir ein
langer weg, aber nicht unmöglich.
alles liebe iris

Der Tag, an dem sie wieder zu lachen begann...15.01.2004 19:58
Name Nadine
E-Mail raggedsoulweb.de
Der Tag, an dem sie wieder zu lachen begann…

Ich schreibe um euch zu berichten
Von guten, von schlechten Geschichten
Von Angst und Schmerz und Traurigkeit
Von Liebe, Glück und Heiterkeit
Nicht um vorzuspielen, was sein sollte
oder niemand je erleben wollte
Um zu zeigen, wie das Leben spielt
und worauf das Schicksal zielt

Erzählen will ich euch von IHR
Heute ist sie nicht mehr hier
Doch keine Angst, sie lebt noch
Aber verglichen zu damals starb ein Teil von ihr doch
"Was will sie nur?" werdet ihr euch fragen
Wartet ab, ich werde es euch sagen
Ich frage mich, wo ich anfangen muss
Wie wahr...einfach mediis in rebus

Wie sie einmal war...
Jung, naiv, unbeschwert, ganz offenbar
Sie wollte leben, lieben und lachen
und all die schönen Dinge des Lebens machen
Sie tat es auch, wir wollen nicht übertreiben
Nicht ihr ganzes Leben bestand aus leiden
Nochmals: Sie tat all das, was jeder mag
bis zu diesem einen Tag...

Was passiert ist? Ich werde es euch sagen...
Wenn ich daran denke, verdreht es mir den Magen
Tränen füllen meine Augen bei dem Gedanken
Doch ich habe mit erzählen angefangen und werde nicht wanken
ER nahm sich, was er haben wollte
obwohl sie es nicht geschehen lassen wollte
ER nahm ihren Körper und mit ihm ihr Leben
Auch ihre Seele wollte er ihr nicht zurückgeben

Ich sehe, ihr wisst schon worum es geht
Worum sich meine Geschichte dreht
Doch ich will euch Details ersparen
Denn zu viel geschah in den letzten Jahren
Nur soviel: nach diesem Tag hat sie nicht mehr gelacht
Nur noch geweint und geschrieen, Nacht für Nacht
Denn völlig allein stand sie ihrem Feind gegenüber
Die Erinnerungen gingen nicht vorüber


Freunde zweifelten an ihr und ihren Worten
Drum musste sie all ihre Gefühle alleine horten
Ihren Schmerz, ihren Ekel, ihr ganzes Leid,
ihr Hass gegen ihn und sich selbst war nicht mehr weit
Sich selbst zu bestrafen und verletzten war sie bereit
Davon wieder loszukommen brauchte Zeit
Ihre Pein zu besiegen und weiterzugehen
ohne zu wollen, bei Schmerz ihr eigenes Blut zu sehen

Es war ein langer, harter Weg, den sie gehen musste
Doch sie musste ihn gehen, denn sie wusste
dass es ihre letzte Chance war...
Das war ihr klar...
Also beschritt sie den Pfad der Erlösung
mit jemandem, als professionelle Begleitung
Durchlebte noch einmal ihre schlimmsten Stunden
Doch nach und nach hat sie den Schmerz überwunden

Ihr einst jäh ausgelöschtes, jugendliches Licht
war nicht tot, nur kurz davor, dass es zerbricht
Wie die Sonne ging sie wieder auf
Nahm langsam und vorsichtig ihren Lauf
öffnete die ängstlich zugekniffenen Augen und begann zu strahlen
So, als wollte Claude Monet sie, als Sonne malen
An diesem Tag, als alle dunklen Dämme brachen
fing sie wieder an zu lachen...

Ihr seht, ein Happy End hat mein Gedicht
War es eine gute oder schlechte Geschicht?
Es liegt bei euch darüber zu urteilen
doch sei euch gesagt: Wunden heilen!!!
Das Geschehene und die Narben lassen uns nicht vergessen...
doch wir hören auf, ihnen große Bedeutung beizumessen
Für euer zuhören, herzlichst bedanke ich mich
Doch was ihr noch wissen müsst: Das Mädchen war ICH!

psychoanalyse kann helfen31.12.2003 19:15
Name anonym
E-Mail skawoman1980uboot.com
ich möchte hier gerne schreiben weil ich immer wieder von allen seiten zu hören bekomme welchen schlechten ruf doch die psychoanalyse hat, und dass der therapieerfolg als gering eingestuft wird.
im folgenden möchte ich kurz einen überblick über meine lebensgeschichte geben und anschließend von meinem erfolg in der psychoanalyse sprechen.

meine eltern waren beide ziemlich jung (beide 22) als ich geboren wurde. beide geprägt von negativen kindheitserfahrungen. als ich zwei jahre alt war ließen sie sich scheiden und ich lebte fortan zusammen mit meiner mutter. meine mutter hatte aufgrund ihrer promiskuitivität ständig welchsende beziehungen. sie hat oft mit verschidenen männern vor meinen augen geschlafen, manchmal lag ich sogar direkt neben den beiden. ich kann mich daran errinnern, dass einer ihrer damligen affären mich einmal in meinem zimmer oral missbraucht hat. vielleicht ist sowas auch öfter vorgekommen...zumindest kann ich mich nur daran erinnern.
ständig sind wir umgezogen und auch sonst hatte ich keinen festen platz...ständig wurde ich für tage bei bekannten abgegeben und so weiter.
als ich 6 jahre alt war ist etwas schrecklich schlimmes und trauriges passiert. meine mutter ist von einem mann umgebracht worden. die zeit damals war schrecklich für mich ich war verzweifelt, ach ich kann schlecht beschreiben wie es mir da ging. ich wusste nicht mehr weiter und ich wurde dadurch in eine andere welt ver-rückt.
ich kam dann, nachdem ich eine zeit lang bei bekannten meiner oma untergekommen bin, zu einer pflegefamilie.
diese pflegefamilie hat sich wirklich mühe gegeben obwohl alles anders war. ich konnte keine richtige bindung zu dieser familie aufbauen...habe niemanden mehr an mein inneres rangelassen. nach außen hin war ich ein fröhliches mädchen doch oft habe ich mich in ecken oder unter tische verzogen, habe geweint, war verzweifelt..traumatisiert.
mit 12 jahren bin ich in ein internat gekommen und habe von da an an den wochenenden und in den schulferien bei meinem vater und seiner frau gewohnt. das internat war streng. katholisches nonneninternat, das sagt viel, meiner meinung nach. da wollte ich mit 15 jahren raus- habe es nicht mehr ausgehalten.
damals hatte ich ne menge problem mit meiner haut. ich habe neurodermitis und musste schon oft ins krankenhaus eingeliefert werden. (das fällt mir einfach gerade so ein, denn während meiner pubertät war meine haut wirklich schlimm)
also, dann bin ich also mit 15 zu meinem vater und meiner stiefmutter gezogen. und ich muss sagen diese stiefmütter, die in märchen beschrieben werden, die gibt es wirklich!! zumindest ist meine so eine. sie hat mich tyrannisiert, hat mich sozusagen ständig in mein zimmer verbannt, mir das essen verboten etc. es würde zu lange dauern das zu erklären. mit 18 jahren bin ich dann von zu hause abgehauen. hab bei freunden übernachtet...oder auch oft ne ganze nacht in der bahn verbracht. bin an drogen gekommen und hab gelegtlich am hbf gebettelt und ich bin nicht mehr zur schule gegangen.
dann hab ich jemanden kennengelernt, in einer diskothek. einen zwei jahre älteren jungen. bin dann ziemlich schnell zu ihm hingezogen. hab mich wieder an einem gymnasium angemeldet (das ging dann gerade eben nóch mit sondergenehmigung, weil ich eigentlich für die oberstufe zu alt war). ich habe mit einer tirefenpsychologisch fundierten gesprächstherapie angefangen und später eine psycho analyse fortgesetzt.

heute bin ich 23 mache schon seit drei jahren eine psychoanalyse. ich habe mein abitur mittelmäßig bestanden (hatte einen nc von 2.8)
meien hautprobleme haben sich sehr gebessert. nur selten habe ich noch leichte schübe. ich lebe inzwischen alleine in einer wohnung. vor 5 jahren habe ich ein mädchen kennegelernt zu der ich eine sehr enge, tiefe freundschaft habe. wir haben zusammen abi gemacht und studieren zusammen pädagogik.
ich muss sagen, dass ich mit hilfe therapie ein viel harmonischeres leben führe, besser mit alltagskonflikten klarkomme und vor allem habe ich einen höheren selbstwert erlangt. außerdem habe ich mit den drogen und dem trinken schon lange völlig aufgehört.
noch ca. ein halbes jahr thrapie steht vor mir und ich glaube sie erfolgreich abschließen zu können. es war ein harter weg, der viel selbstreflexion verlangt.
ich muss allerdings dazu sagen, dass ich immer noch bindungsschwierigkeiten habe. habe schwierigkeiten feste partnerschaften einzugehen. es kommt schon mal vor, aber länger als einige monaste halten diese meistens nicht. es ist schwer aber daran werde ich noch arbeiten.
die psycho analyse ist sehr umstritten, sie sei zu teuer zu zeitaufwendig und zu vergangenheitsbezogen. ich kann dazu nur sagen, dass die psycho analyse sicherlich nicht für jeden hilfreich ist, aber sie sollte trotzdem nicht so sehr abgewertet werden. ich habe an meinem eigenen körper und in meinem fühlen und denken gemerkt wie sehr sie mir gehofen hat und immer noch hilft. beste grüße

ps: ich habe gerade nochmal alles durchgelesen und ich muss sagen, meine lebensgeschichte hört sich wahrscheinlich in der beschriebenen art und weise so an als sei ich emotional kaum beteidigt an ihr.
das ist aber nicht so, nur ich sehe mich nicht bereit im internet vor fremden menschen meine emotionale beteidigung darzustellen. verständlich oder?
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