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Es ist zu schaffen

Wir möchten an dieser Stelle Eure Berichte über Fortschritte bei der Heilung veröffentlichen, um anderen Mut zu machen und zu zeigen, daß Heilung möglich ist.
Auch wenn es im Einzelfall nur kleine Schritte sein sollten, so sind es doch wichtige Schritte und wir bitten Euch, sie uns zu schicken.

Bitte gebt hier Eure Berichte ein. Diese werden dann innerhalb weniger Tage von uns freigeschaltet.
Falls dies einmal nicht klappen sollte, wendet Euch bitte an Webmaster Eric.
Habt bitte Verständnis dafür, daß wir an dieser Stelle nur Berichte veröffentlichen, die zum Thema "Es ist zu schaffen" passen.



Titel
Zur Person (nicht notwendig, nur wenn Ihr wollt!)
Name
E-Mail
Website
Text

Chaos im Kopf25.11.2003 09:18
Name Kim
E-Mail Seelenscherbenaol.com
Website www.Seelenscherben.de
Ich muß schon sagen - ich bin sooo froh, das es Schotterblume gibt. Befinde mich mitten im Gefühlschaos.Bin in Therapie und nähere mich langsam dem unglaublichem. Habe endlich mein Schweigen gebrochen und endlich die Geschwister an meiner Seite, die damals von dem ganzen nichts wußten. Das ist ein tolles Gefühl nicht alleine zu sein. Aber ich habe auch viel Verantwortung zu tragen. Meine Geschwister glauben mir.Werde weiter hier auf diese Seiten kommen, sie helfen mir auf meinem Weg.
Kim

Lied machen21.11.2003 21:34
Name konrad
E-Mail warftweb.de
Habe mich nach einer Therapiesitzung daran gemacht, meine Rettungssehnsüchte, als ich als Junge ausgeliefert war, in ein Lied/Ballade umzusetzen. Das fand ich ganz schön.
hat das jemand auch schon mal versucht? Auf der tagung 12.6. haben nach dem Programm auch einige menschen Lieder vorgetragen. sind die irgendwo aufgeschrieben?
An einem weiteren Austausch bin ich sehr interessiert. Konrad

Spaziergang am Meer21.11.2003 06:47
Name LaLoba
E-Mail TheCats1966gmx.de
Dick eingemummelt, die Nase in einem wolligen Schal verborgen, die Hände tief in den Taschen vergraben, gehe ich die Treppe am Deich hoch. Oben schlägt ein eisiger Wind um mein Gesicht, aber ich spüre es nicht, mir ist mollig warm. Endlich bin ich da, bin ich an dem Ort wo meine Seele fliegen kann. Die Wärme kommt von innen, lächelnd gehe ich runter zum Strand. Meine Gedanken, frei im Wind, begleiten mich. Gedanken der Einsamkeit, des Schmerzes und der Trauer, Gedanken über mein Leben, Erinnerungen die mich immer wieder quälen. Hier schmerzen sie nicht, sie begleiten mich nur wie ein Drachen der hoch oben am Himmel über mir schwebt. Ich halte die durchsichtige Schnur in der Hand, langsam wird mir klar, ich muß sie durchtrennen, ich weiß es jetzt. Aber ich weiß nicht ob ich schon soweit bin, noch halte ich die Schnur krampfhaft fest und wandere alleine durch den Sand.

Ich denke an meine Kindheit, erinnere mich an die schlimmen Zeiten, die Einsamkeit, die Angst, an die Trauer und vieles mehr. Ich denke an meine Eltern, die mir sehr weh getan haben. Ich denke an meine Großeltern und an meine Urgroßmutter. Ich denke an meine Geschwister, die ich im Laufe der Zeit immer wieder verloren und wiedergefunden habe. Ich denke an Bastian, meinen Sohn, der da irgendwo im Meer schwimmt, der am Himmel als Stern leuchtet, der frei im Wind bis zum Horizont fliegt. Ich denke an Michael der eine wunderbare und sehr liebe Mama hat, die ein sehr wertvoller und lieber Mensch ist...und wünsche mir das Bastian und Michael da wo sie sind vielleicht Freunde sind. Ich denke an meine Schwiegereltern, meinen Schwiegervater, der vor ein paar Jahren starb. Meine Schwiegermutter, meine Schwiemu, die vor ein paar Wochen starb. Ich denke an meine Katze, die qualvoll sterben mußte. So voller Gedanken laufe ich immer weiter, spüre den Drachen der an meiner Hand zieht und schaue hinauf. Alle meine Gedanken sind dort oben und werden von ihm im Wind getragen. Leise knirscht der Sand unter meinen Füßen, ich höre das Meer wie es an den Strand schlägt, spüre den Wind der immer stärker an dem Drachen zieht.

Ich schaue hinaus aufs Wasser, langsam öffne ich die Hand, die Schnur löst sich aus meinen verkrampften Fingern, ich weiß aufeinmal ich bin jetzt soweit die Erinnerungen, den Schmerz, die Angst und Trauer, loszulassen. Lange schaue ich noch meinem Drachen, wie er am Himmel übers Meer davon fliegt, hinterher. Ich werde ihn nie vergessen aber ich weiß jetzt ist die Zeit gekommen ihn freizulassen und frage mich leise...wer hat wen freigelassen, ich ihn oder er mich. Ich denke an all die Menschen die mich die letzten Jahre begleitet haben und mir oft geholfen haben mit allem fertig zu werden. Ich denke an meine Töchter und an meinen Mann, die ich endlich, ohne Angst sie wieder zu verlieren, lieben kann. Viele Jahre war meine Liebe zu ihnen eingesperrt hinter Mauern der Angst, aber jetzt ist sie befreit, bin ich frei.
Lächelnd drehe ich mich um, als ich ihre Stimmen höre. Lachend kommen meine Töchter und mein Mann auf mich zugerannt, ich laufe zu ihnen hin, mein Mann fängt mich auf. Lachend drücke ich mich in seine Arme, küsse ihn auf den Mund, dann hacke ich mich bei ihm ein und gebe auch unseren Töchtern einen Kuß. Hand in Hand gehen wir wieder zurück... glücklich denke ich..."ich lebe".

Carla...

Das Leben lohnt sich trozallem08.10.2003 14:34
Name Jenny
Hallo,
ich bin 17 und habe das Gefühl doch viel älter zusein, ich lese gerade wie alt Ihr anderen seit und denke mir ist das normal, dass ich mit 17 soviel erlebt habe, wo andere Frauen jetzt vielleicht mit 30 erzählen? aber es ist nicht normal, der ganze Missbrauch ist nicht normal auch wenn ich es immer gelaubt habe.
Ich weiß nicht wann es begann, dass ich missbraucht worden bin, ich habe erste erinnerung als ich in den Kindergarten ging... am Anfang bevorzugte es nur mein Vater sich an mir zuvergehen... es war für mich normal, das er es tat... ich kannte es ja nicht anders. doch irgendwann, ich war gerade 6 und bin in die Schule gekommen, da tat mein vater nir so arg weh, dass ich zu meiner Mutter gegangen bin und sie um hilfe bat... doch sie tat nichts im gegenteil, sie machte von dort an mit meinem Vater mit. als ich 9 war, begann es dann das mein Vater mich an andere männer weitergereicht hat, heute sage ich mir, dass er mich verkauft hat. um so älter ich wurde umso schlimmer wurde es. es war der horror und ich war gerade erst 13 und glaubte schon gestorben zusein. doch irgendwann konnte ich nicht mehr schweigen ich habe verstanden, bzw mir klar geworden das das alles nicht normal ist, es war eine harte erkenntnis, doch sie war auch gut. Mit 14 traute ich mich einer lehrerin an, allerdings erzählte ich ihr nciht was geschehen war, sondern erzählte ihr ersteinmal nur die alltäglichen probleme, die andere Freunde von mir hatte, die in meinen augen gar keine Probleme waren. also testete ich sie ersteinmal... irgendwann kam dann aber der Punkt wo ich ihr erzählte was wirklich los ist, aber auch da sagte ich erstmal nur, ein wenig über meinen vater. sie hörte mir 6 monatelang nur zu und war immer da, sie bot mir das ich zu ihr ziehen könnte und dass sie immer da sei, natürlich nahm ich das nicht in anspruch und auch der kontakt zu ihr war mir oft viel zu dicht.
nach einem halben jahr war nun völlig schicht, ein freund der familie, der mich im laufe der letzten monate auch vergewaltigte,gab mir den rest... ich konnte und wollte nicht mehr weiter machen und schon gar nicht so, aber trotzdem hing ich an meinem leben und wollte endlich so sein wie andere, soch das werde ich leider nie sein, aber gut, ich bin zur Polizei gegangen und habe meinen Vater und dessen Freund angezeigt... habe die Hoffnung gehabt dass meine mutter sich ändern würde, doch natürlich tat sie das nciht. zum zeitpunkt der anzeige war ich 15, heute bin ich 17 und in einem Momant wird das Urteil gesprochen. ich wohne nicht mehr zu hause, mache seit einem jahr terapie und liebe mittlerweile das leben, auch wenn es oft noch zioemlich hart ist, aber ich habe mich immer durch gekämpft und werde es auch weiter tun. wenn ich meine Kindheite bzw meine Jugend beschreiben sollte würde ich sagen ich war eine babynutte, die von ihren eigenen elter verkauft und missbraucht worden ist, 3 schwangerschaften hatte (3 Fehlgeburten) und heute ihr leben mit 17 versucht allein auf die reihe zubekommen, ohne die familie.
auch wenn ich nicht an das leben geglaubt habe, ins geheim auch wenn ich es nie gesehen habe, habe ich an mich geglaubt und das war gut so.
Heute bin ich an einem Punkt, wo ich ein Buch schreiben will und an die Öffentlichlkeit gehen möchte, ich will mein eigenes Schweigen von 17 jahren brechen und anderen Mut machen.

so die Frage an euch anderen da draußen,
hilft mir jemand dabei? Würde gerne feedback bekommen zu dem Gedanken ein Buch zuschreiben und in die Mendien zu gehen, obwohl ich dort wegen der anzeige schon halb drinnen bin.
Ich möchte das das Thema Missbrauch kein Tabuthema mehr ist und dass die erwachsenen da draussen die augen auf machen und schauen was da draußen so abgeht ohne dass jemand merk oder sehen möchte. Ich glaube das reicht ersteinmal. Habe leider keine E-mailadresse...

Liebe Grüße

Jenny

Ich schaue nach vorn29.09.2003 01:36
Name osefe
E-Mail Osefeeaol.com
Hallo!
Auch ich gehöre zu den Überlenden – und wie bei anderen auch – liegt ein Leben voller Angst und Entberungen hinter mir.
Zehn Jahre wurde ich sexuell missbraucht, hatte viele Beziehungen – die allesamt tragisch verliefen und auch endeten. Immer wieder befand ich mich im Chaos meiner Gefühle – das hatte mich mürbe gemacht, mich ausgelaugt und teils sogar an den Rand meiner Grenzen gespült. Dann, vor einem Jahr passierte etwas – von dem ich glaubte – das ich es niemals mehr erleben würde. Ich machte eine Therapie und hatte das große Glück auf ein Therapeutenteam zu treffen welches mir half endlich Vertrauen haben zu können.
Und seitdem nimmt meine Achterbahn Kurs auf eine ungewohnte Strecke. Ich habe gelernt mich den richtigen Menschen gegenüber zu öffnen,nicht immer gleich zu verzweifeln, wenn es mal wieder nach unten ging.
Im Januar werde ich 40zig Jahre - und ich schaue nach vorn.
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