| Meine Wut will raus | 27.05.2009 09:57 | | Name | raschida | Darf ich wütend sein? Wenn ja, wie geh ich damit um? Personifizierung wurde mir empfohlen. Das kann ich nich, meine Mutter in Gedanken schlagen, sie anschreien und sie verbal dafür verantwortlich machen, dass sie nichts merkte, vor so vielen Jahren. Ich hab mich nun von ihr getrennt, ein Gedicht geschrieben, auf der Seite der Burghardt familie unter Gedichte, in der Rubrik Missbrauch. Der Titel ist "Es reicht". Hier schreibe ich jetzt ein Märchen, um meine Wut zu leiten, sie konstruktiv zu nutzen.Ich fabuliere, ohne vorher gross zu denken und ganz Spontan. Das Kind und der Rucksack Es wurde ein Kind geboren,im deutschen Land,umgeben von Erben der Nazi-Zeit. Als Baby war es schon ein Sonnenschein in dieser Zeit.Den Menschen kahm solch ein Kindlein nur recht. Denn lange konnten sie nicht lachen über Dinge, die einem Menschenkind eigentlich Freude macht. Sie wollten nur geniessen und diese böse Zeit vergessen. Eines Nachts, das Baby schreit, es wurde nicht nur von der Mutter getröstet. Denn die hatte nicht die Kraft, nach allem was geschah. Am anderen Morgen hatte sich etwas berändert, das Kindwar so sauer, dass es einen Teil seiner Wut unter das Kopfkissen versteckte, denn die Erwachsenen wollten keine wütende Kinder haben, nur ein Sonnenschein hatte da eine Chance zu bleiben. Zwar lag der Kopf nun nicht mehr so gerade, wie es sein sollte, aber das Kind ertrug es, und nahm immer nur soviel Wut darunter hervor, wie die Erwachsenen ertragen konnten. Später, ein paar Jahre vergingen, bekahm es einen Rucksack geschenkt. Sofort packte es die angesammelte Wut hinein, und nahm sie mit, überall wo es war. Immer wenn niemand das Kind beobachtete, nahm es etwas Wut heraus und verteilte sie unter die Anwesenden. Es sorgte dafür, dass immer nur soviel Wut dabei war, dass der Humor nicht verschwand. So konnten die Erwachsenen immer noch lachen über die kleinen Streiche des Süssen Kindes. Da der Rucksack bereits vollgestopft mit Wut, viel zu klein geworden ist, verstaute das Kind mehr Wut in alle Taschen die es finden konnte, als auch die alle gepackt waren, stopfte es sich noch mehr Wut unter den Pullover, in die Hose und unter die Jacke. Die Zeit, wo Streiche gespielt werden durften, war nun vorbei. Die Wut wurde immer mehr, das Kind wusste nicht mehr wohin damit. Es war unglücklich und begann damit, zumindest die Wut, die unter seinen Kleidern war, unter Gleichgesinnten zu verteilen, so war es wieder einigermassen beweglich. Das half aber nicht sehr viel, weil zu Hause immer noch gepackte Taschen standen. Irgendwann konnte das Kind diesen Anblick nicht mehr ertragen, liess die gepackten Taschen einfach stehen, nahm nur seinen Rucksack, randvoll, und ging von zu Hause fort. In der Fremde, da traf sie einen Menschen, der nahm ihr den Rucksack ab und sie konnte sich ausruhen, das war gut. Doch die Eltern fanden sie, überredeten sie, nach Hause zurückzukommen. Nach einiger Zeit bekahm sie selbst ein Kind, schenkte diesem ebenfalls einen Rucksack, und das Spiel drohte von neuem zu beginnen. Da ging sie, und holte ihre alten Taschen ab. Sie verteilte diese Wut ungehemmt an alle Familienmitglieder, dies dauerte10 jahre oder länger. Mitunter lief sie übelgelaunt und unzufrieden umher, beschimpfte die anderen und liess sich auf Kämpfe ein. Es gab in dieser Zeit nur wenige Menschen, die sie unterstützten, die sagten:Jeder Mensch hat ein Recht auf seine Gefühle. Das machte sie stark, und sie verteilte weiter die restliche Wut. Allerdings, die Taschen nun leer, füllte sich der leere Rucksack wieder. Da merkte sie, das hört ja niemals auf, bekahm noch ein Kind, und ging weg. Heute, der Rucksack immer noch prall gefüllt,weiss sie, was es mit dieser ganzen Wut auf sich hat. Sie nimmt, immer wenn sie die Möglichkeit hat, etwas hinaus, gibt sie denen zurück, wo die Wut herkommt, oder benutzt sie, um sich für andere einzusetzen, die noch nicht soweit sind. Am liebsten wäre es ihr, sie könnte den ganzen Rucksack nocheinmal einfach so abgeben, wie damals. Aber dann würde sie ihr zuletzt geborenes Kind alleine lassen müssen, das geht nicht. So fängt sie nun an, ihren Rucksack als Schatz zu sehen.Sie wartet und weiss genau, wenn sie Kraft, Mut und Zuversicht braucht, nimmt sie etwas Wut aus dem Rucksack.Nur ein winziges bisschen reicht, um hier oder da, wiedermal Tabudenken zu brechen, Leute aufzuwecken, oder bewusst siegen zu können, zum Beispiel bei Mobbinggefahr oder bei territorialen Kämpfen. So hat sie noch einen jahrelangen Vorrat,an Power, der eingesetzt werden will. Und ist der Rucksack wirklich mal ganz leer, dann wird sie vielleicht nochmal erleben, wie sie ohne Wut einen Beitrag zur Verbesserung der Gesellschaft leisten kann. Dann hat sie ihr Lebensziel erreicht.
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