| das hätte ich nie gedacht | 01.01.2009 17:08 | | Name | Raschida | frohes neues an alle opfer und sonstige liebe seelen.Ja,es begann in den Sommerferien 08. Meine 15 jährige Tochter hatte einen neuen Freund. Ich fühlte deutlich, da wird nichts draus. Ich gab ihnen 4 Wochen, dann wollte ich erneut die Lage peilen. Es folgten Vermisstenanzeigen, Jugendschutzstelle und plötzlich hatte ich das Gefühl, meine Tochter hat ein Problem. Ich dachte zurück, sie war 18 Monate, da hat mein damaliger Freund die Türe ihres Zimmer öfters zugemacht, wenn er dort drin war. Ich schaltete schnell, teilte mich auch der Familie und Freunden mit. Alles umsonst, keiner wollte mich anhören, alle bagatellisierten nur. Erste Regel an alle Eltern: passt auf eure Kinder auf, nur ihr könnt sie beschützen, gebt sie niemals aus der Hand. Nun, ich trennte mich nach 8 Monaten vom väterlichen Betrieb und auch von der dazugehörigen Wohnung, welche mit einem Verbindungszimmer zu der Wohnung meiner Schwester verbunden war. Ich zog zurück in meine Heimatstadt. Zweite Regel: Im Familienverband gibt es auch Konflikte, die sich nicht lösen lassen,oder nicht zur jeweiligen Zeit. Wenn ihr jahrzehntelang ungute Gefühle hattet, immer die Böse ward, euch aber nicht getraut habt, dies zu sagen, wenn immer wieder Machtgerangel eine Rolle spielt, geht weg, einfach weg von der Familie. In den Sommerferien dann, kam der Verdacht hoch, dass ein Familienmitglied vielleicht auch noch etwas damit zutun hat. Ich nahm mir den Lehrert meiner Tochter und das Jugendamt zur Hilfe. Wir alle versuchten meine Tochter zur Therapie zu bewegen. Sinnlos, oder auch nicht. Denn im Rahmen der 3 Gespräche mit der Therapeutin äußerte ich den neuen Verdacht meiner Tochter gegenüber. Später sagte die Therapeutin zu mir:ich frage jetzt einfach mal so, gab es schon andere sexuelle Übergriffe in ihrer Familie? Sofort bezog ich es auf mich und sagte:da war doch keiner, nur mein Onkel und bei meinem Opa saß ich immer auf dem Schoß. Als ein verlorengegangener Freund sich mit mir über den potentiellen Mißbrauch meiner Tochter unterhielt, sagte er:das zieht sich wie ein roter Faden durch eure Familie. Ich dachte nur, was meint der denn? Alpträume hatte ich schon immer, auch als Kind. So ein Aufschrecken und Nein Rufen.Aber jetzt war es anders, ich wimmerte, weinte und sah...und fühlte..... Völlig fassungslos, unter Schock sprach ich mit dem Lehrer meiner Tochter,ein super Lehrer. Dies alles begann so Mitte November. Habe eine Famileinaufstellung gemacht, nur geheult,aber es hat was gebracht. Ab dem 22.11.08 machte ich täglich Notizen über Medikation, Gefühle, körperlich Symptome, Wünsche und "ich weiß" Fragen. dritte Regel: Helft mit, professionelle, wie Lehrer u.s.w. zu sensibilisieren. Zu Beginn meiner Aufzeichnungen spürte ich sosehr den Wunsch nach einem Helfer, es gab keinen. Ich war nicht die, die ichgewesen bin, mußte mich nun echt um mich bemühen, war enttäuscht und wußte nicht, wie ich meiner Tochter helfen sollte, weil ich mir nun ertmal selber helfen sollte. Meine Heilpraktikerin verpasste mir Opium C30 und Good Luck und Bioresonanz. Da ich mich schon seit 3 Jahrzehnten mindestens mit allem möglich Alternativen beschäftigte, lagen wohl schon einige Samen in der Erde. Alles viel mir wie Schuppen von den Augen.Ich schrieb ein Gedicht nach dem anderen(zu lesen bei familie burghardt- mißbrauch gichte, auf seite 4 und 5 glaube ich) Ein tiefer Drang stellte sich ein zu fragen: Wann ist es passiert, wie ist es passiert,wo ist es passiert, warum habe ich vergessen? Mir wurde klar, ich habe eine Kinheits-Ich Störung. Ich fühlte mich 45 Jahre angegriffen, aus der tiefen Überzeugung heraus, nicht ok zu sein.Ich akzeptierte auch, dass ich in dem jetzigen Zustand zu einer echten Auseinandersetzung mit der Realität nicht mehr fähig war und auch nie war.Ich setzte mir sodann das Ziel, diese Fähigkeit zu bekommen. Die von mir gewählte Maßnahme hierzu wäre: zu wissen, wann das Gefühl entstanden ist und Loslassen. Wann fühlte ich mich angegriffen als kind und wann habe ich mich unterworfen? Wovor hatte ich Angst, wenn ich mich wehre? Während dieser Zeit hatte ich heftige Regelstörungen, starken Durchfall, fühlte mich immer wie ein Aufgeblasener Luftballon und ich war so schwer. Mich interessiert die erste somatische Reaktion auf eine potentiell traumatisierende Erfahrung. Sie ist ja wichtiger Prädikator für langfristige Folgen. vierte Regel: Mit Ausdauer, Interesse, Mut zur Wahrheit , Durchhaltevermögen, Glaube an sich selbst und Neugier solltet ihr euch nun um euch bemühen, sonst tut es,kann es keiner tun.Dies ist unser Weg, und er ist fruchtbar, weil grosse Last abfällt. Natürlich hat es etwas gedauert, bis ich mir verzeihen konnte, dass ich soviele Jahre nichts gemerkt habe, bei den ganzen Symptomen, von Kindheit an, über die Jugendzeit bis ins Erwachsenen alter.Bereits 1987 habe ich ein Horoskop erstellen lassen. Die Aussagen hätten mich doch bewegen müssen. Haben sie auch, aber langsam eben.Eine Bekannte sagte mir:Für mich bisst du einfach nur doof, dass du nichts gemerkt hast. Heute rede ich mit dieser Person nur noch, wenn wir uns zufällig treffen. Es hätte keinen Sinn, sie vom Gegenteil zu überzeugen, weil sie wohl selber doof bleiben will, so benimmt sie sich jedenfalls. Mir wurde klar, dass ich 45 Jahre keine emotionale Anteilnahme hatte, immer das Gefühl hatte, es fehlt was. Am 5.12.08 habe ich eine Seelenrückholung tätigen lassen. Also, mein Unruhegefühl war ab da völlig weg. Ich hatte das Gefühl, plötzlich anders zu ticken.Habe das leidende Kind im Traum erblickt, und mit ihm gesprochen, habe auch eine Erkenntnis im Traum gehabt, weiss aber nicht mehr. Ich kann ja falsch liegen, aber ich denke, dass mit dem Jahreswechsel die dritte Phase des Heilprozesses bei mir abgeschlossen ist. Nun stellen sich mir andere Fragen:wie fülle ich die entstandene Leere, wie mache ich meine Mutter sehend und wie kann ich dem Gebot langsam ist heilig treu sein und doch für mich, für meine Tochter und meiner Mutter so schnell wie möglich etwas tun? Außerdem wünsche ich mir, dass dieser Bericht ruhig einmal weitergereicht wird, vielleicht dient er ja zur Bewußtseinserweiterung. fünfte Regel: Alles ist in euch, ihr bestimmt Tempo und Zeitpunkt eurer Heilung, ihr müßt wieder an euch glauben. Ob meine Tochter nun betroffen ist, oder nicht, sie hat aber eine Mutter dieser Art und hat dadurch auch Probleme entwickelt. Ich sage ihr, daß ich für sie als Vorbild fungiere, so wie es sich auch gehört,sie aber irgendwann ihren eigenen Weg gehen muß.Eins spüre ich ganz deutlich, sie hat mehr Vertrauen zu mir wie je zuvor und sie will ein heiles Dasein leben. Gerade im Moment habe ich sie gefragt: Was findest du positiv daran, heute, wenn du an die Eskapaden in den Sommerferien denkst. Sie sagt ganz spontan: Dass ich es hinter mir habe. Ich kann bis heute nicht begreifen, welchen Preis Eltern zahlen, um die Fassade der Familie aufrechzuerhalten. Ich wünsche mir alle Kinder unter einem blauen Zelt des Schutzes. Warum sagt denn keiner allen jungen Eltern die Zusammenhänge von Schutz. Liebe und Geborgenheit? Warum wird in Schulen und Kindergärten nicht mehr zugehört, mehr Vertrauen geschaffen, fehlt einfach nur das Geld? Oder müssen wir erst einen Sprachkurs belegen, um reden zu lernen? Zu guter Letzt noch meine Symptomliste. an die Kindheit gibt es nur Aussagen, ich selber erinnere mich nicht. Konnte nicht so früh in den Kindergarten wie andere, da ich noch ins Bett machte. Ich mußte fixiert werden, weil ich immer wieder aufstand. Ich war immer ein Wirbelwind. Habe Asthmabeschwerden gehabt als Kleinkind. Allergien in der Schulzeit. Bin wohl sehroft die treppe heruntergefallen als Kleinkind Habe als Kleinkind so geschrien, dass ich ohnmächtig wurde, wenn meine Schwester in die Kirche ging. wurde immer dicker und bei der Einschulung ein Fettkloß Meine Augen(speziell das linke) war schlecht. Hatte schon als Kind Alpträume Habe den Barbiepuppen Hände und Füße abgeschnitten und die Augen eingedrückt. War immer am schmollen. mußte immer mit meiner Schwester um die Gunst meines Vaters buhlen. Bin mit 15 schwanger geworden, abgetrieben,Auch Geschichten wurden mir abgerungen in frühester Jugend. Habe einen Freund nach dem anderen gehabt, immer brutalos. Noch weitere Abtreibungen folgten. Bin weggelaufen von zuhause (zwar erst mit 18, ich vermute, weil ich meiner Mutter nicht wehtun wollte, habe ich solange gewartet) Erstes uneheliches Kind mit 21. Bis dahin spielten Alkohl und leicht bis mittelschwere Drogen eine Rolle. Natürlich auch Selbstbefriedigung und Orgasmusprobleme während der gesamten Zeit. Immer ungute Gefühle, fühlte mich anders als andere.Hilfloses Weinen,immer auf der Suche nach den Menschen die wieder enttäuschten. Heilender Suizidversuch mit 19. Mit 32 habe ich meine Tochter bekommen, wieder waren alle dagegen. Heute macht mich mein Sohn verantwortlich, dass die Familie zertört wurde(er weiss nichts von Mißbrauch) Er redet nicht mehr mit mir, seitdem meine persönliche Entwicklung in aneinandergereihten Schritten funktioniert Zu meiner Schwester habe ich keinen Kontakt, verspüre auch keinen Wunsch. Meiner Mutter würde ich gerne die Augen öffnen, es kann doch nicht sein, dass ich zulasse, dass ihre eigene potentielle Geschichte erst bei ihrem Tod wieder hochkommt. Ich fühle immer deutlicher, dass sie wissen will. Da ich keine Überlebenden greifbar habe, kann ich mir vom Täter kein Bild machen. Ich war auch noch nicht bei seinem Grab. Alles in allem bin ich bei der Familie die Missratene,die sich nicht unterordnen kann, sich immer angegriffen und als schwarzes Schaf fühlt,immer Recht hat. In ihren Augen sollte ich doch endlich einsehen das keiner etwas dafür kann, dass ich keine ausfüllende Beziehung führe,immer angeeckt bin, nicht so viel Geld habe und unglücklich war.Könnt ihr jetzt verstehen, wie wichtig es ist, dass man sich erinnert? Ich bin sehr dankbar dafür.Denn ich weiß ganz sicher, dass ich nichts dafür kann. Ich will keine Entschuldigung, es brauch sich keiner schämen.Nur sollten die Menschen etwas vorsichtiger werden in ihren Urteilen.Das is das einzige, was gerne mal herausschreien möchte in die Welt.Es kann doch nicht sein, dass immer mehr Menschen dieser Täuschung unterliegen. Und dass uns noch halbwegs gesunden nur ein ausgeprägter Persönlichkeitsstil angefaftet wird. Zu sehen, dass man in unserer Situation eine tragende Beziehung braucht und auch finanzielle Mittel für die Heilung, tut weh. Denn das haben die wenigsten.Also lasst uns mal ein wenig mehr rebellieren, das können wir doch gut.
Liebe Grüsse Raschida |
|